Archiv für den Autor: Alex

Sommermärchen 2026 (Teil 4) – Bei Roscoff

Je weiter wir an der Küste nach Norden kamen, desto rauer und ursprünglicher wurde die Landschaft. Rund um Roscoff zeigte sich die Bretagne von einer besonders eindrucksvollen Seite. Karge, vom Meer geformte Felsen, dazwischen kleine Buchten und immer wieder der Blick hinaus auf den Atlantik. Eine Landschaft, die auf den ersten Blick fast spröde wirkt und gerade dadurch ihren besonderen Reiz entwickelt. Hier braucht es eigentlich nicht viel. Fels, Wasser, Himmel und das Licht.

Und dieses Licht war an diesen Tagen einfach traumhaft. Es legte sich weich über die Landschaft, ließ die Felsen immer wieder anders erscheinen und sorgte für diese ganz besondere Stimmung, die man an der Atlantikküste so intensiv erleben kann.

Wir sind einfach ein Stück an der Küste entlanggefahren, haben angehalten, wo es uns gefallen hat, und die Landschaft auf uns wirken lassen. Gerade solche Momente machen für mich den Reiz eines Roadtrips aus: kein festes Ziel, kein Zeitplan – nur die Straße, das Meer und die nächste interessante Stelle, an der man stehen bleiben möchte.

Roscoff und die Küste rundherum gehören für mich zu den Landschaften, die man nicht unbedingt beschreiben muss. Man muss sie eigentlich nur sehen.

Euer Alex

Sommermärchen 2026 (Teil 3) – Weiter in Richtung Norden

Nach La Rochelle ging es weiter: immer an der Küste entlang in Richtung Norden. Dabei waren es gar nicht unbedingt die großen Sehenswürdigkeiten, die uns besonders beeindruckten. Vielmehr waren es die kleinen Orte am Wasser, die schmalen Straßen, die alten Häuser und die vielen kleinen Häfen, die immer wieder zum Anhalten einluden.

Man fährt ein Stück, sieht irgendwo ein paar Boote zwischen den Häusern liegen und denkt: Hier müssen wir kurz schauen. Und genau diese ungeplanten Stopps waren für uns ein schöner Teil der Reise.

Die kleinen Häfen wirkten oft wunderbar ursprünglich. Fischerboote, alte Stege, Netze und jede Menge Spuren des täglichen Lebens am Meer. Dazu das besondere Licht der Atlantikküste, das sich ständig verändert: mal weich und fast silbrig, dann wieder kräftig und klar.

Und während wir langsam weiter nach Norden fuhren, wurde eines immer deutlicher: Die Atlantikküste hat unglaublich viele Gesichter. Große Strände, kleine Häfen, verschlafene Orte und immer wieder dieses faszinierende Zusammenspiel von Meer, Landschaft und Licht. Also ging es weiter. Immer der Küste entlang.

Euer Alex

Sommermärchen 2026 (Teil 2) – La Rochelle

Nach unserem ersten Halt am Atlantik ging es weiter nach La Rochelle: eine Stadt, die uns sofort begeistert hat. Maritimes Flair, alte Gassen, helle Steinfassaden und natürlich der beeindruckende alte Hafen machen den besonderen Charakter dieser Stadt aus.

La Rochelle blickt auf eine mehr als tausendjährige Geschichte zurück. Im 10. Jahrhundert zunächst als Fischerdorf gegründet, entwickelte sich die Stadt bereits im Mittelalter zu einem bedeutenden Handels- und Hafenplatz. Vor allem mit Salz und Wein wurde gehandelt. Der Reichtum dieser Zeit ist bis heute im Stadtbild zu spüren.

Das wohl bekannteste Motiv der Stadt findet sich am Vieux-Port: die drei mittelalterlichen Türme Tour Saint-Nicolas, Tour de la Chaîne und Tour de la Lanterne. Sie bewachten einst die Hafeneinfahrt; zwischen Saint-Nicolas und der Tour de la Chaîne konnte bei Bedarf sogar eine Kette gespannt werden, um den Zugang zum Hafen zu versperren.

Heute ist von der bewegten Geschichte vor allem die besondere Atmosphäre geblieben. Man schlendert durch enge Gassen, unter den für La Rochelle typischen Arkaden hindurch und steht wenige Minuten später wieder am Wasser. Die Mischung aus Geschichte und Meer macht die Stadt für uns so reizvoll.

Und natürlich ist es auch das Licht, das La Rochelle fotografisch so spannend macht. Das helle Gestein, das Wasser des Atlantiks und die wechselnden Lichtstimmungen ergeben immer wieder neue Motive. Ein wunderbarer Ort, um einfach durch die Stadt zu treiben, die Kamera dabei zu haben und sich überraschen zu lassen, was einem vor die Linse kommt.

Euer Alex

Sommermärchen 2026 (Teil 1) – Der Steg am Atlantik

Nun geht sie los, die kleine Serie von unserem Roadtrip im Sommer. Unser erster Halt führte uns an den Atlantik. Schon hier zeigte sich, wie sehr dieser Küstenabschnitt vom Wechsel der Gezeiten geprägt ist. Besonders fasziniert haben mich die alten Stege, die weit ins Meer hinausführen. Sie dienten den Fischern dazu, auch bei Ebbe hinaus aufs Wasser zu gelangen. Bei Niedrigwasser lagen sie allerdings fast vollständig trocken und wirkten dadurch beinahe wie freischwebende Wege, die ins Nichts führen.

Mit der Flut veränderte sich das Bild komplett. Dort, wo kurz zuvor noch Sand und Schlick zu sehen waren, reichte das Wasser nun bis an die Stege heran. Ein und derselbe Ort zeigte innerhalb weniger Stunden zwei völlig unterschiedliche Gesichter.

Auch fotografisch war dieser erste Halt etwas Besonderes. Das Licht war wunderbar weich und stimmungsvoll und brachte die Strukturen der Stege, das Wasser und den weiten Horizont sehr schön zur Geltung. Und dann waren da noch diese wunderbaren alten Häuser auf dem Weg zum Meer.

Euer Alex

Sommermärchen 2026 – Von La Rochelle bis nach Le Mont-Saint-Michel

Auch in diesem Jahr ging es auf einen Sommer-Road-Trip. Es ist also wieder Zeit für einen Sommer-Multi-Hyper-Maxi-Mehrteiler hier 🙂

Der Reiseverlauf: Von Südbaden aus sind wir Richtung Westen bis nach La Rochelle gefahren. Dann sind wir weiter nach La Turballe (2. Station). Unsere 3. Station war Roscoff und die 4. Station lag bei Le Mont-Saint-Michel. In Summe sind das ca. 2.500 Kilometer – mit den ganzen Tagestouren haben wir in den 3 Wochen um die 3.100 Kilometer gemacht. Auf der Hin- und Rückfahrt haben wir je einen Stop eingelegt.

Bei der Fotoausrüstung gibt es wenig Überraschung: Leica M11-P, 21er, 35er und 50er. Und ja, es kamen tatsächlich alle Objektive zum Einsatz. Den Großteil der Bilder machte ich aber mit dem 35er.

In den kommenden Wochen werde ich hier erste Bilder zeigen. Einen ersten Vorgeschmack gibt es mit diesem Bild.

Bis bald,

Euer Alex

Buchtip: Alan Schaller – Street Safari

Und hier kommt wieder mal ein Buchtip. Eigentlich ist es mehr als ein Buchtip, sondern …. naja, lest einfach weiter.

Es gibt Fotobücher, die man einmal durchblättert und es gibt Bücher, die man immer wieder in die Hand nimmt. Street Safari von Alan Schaller gehört definitiv zur zweiten Kategorie. Der Londoner Fotograf zeigt darin Tiere im urbanen Umfeld und schafft es einmal mehr, alltägliche Situationen in außergewöhnliche Bilder zu verwandeln. Mit seinem unverwechselbaren Stil aus starken Kontrasten, perfektem Timing und einer beeindruckenden Komposition entstehen Aufnahmen, die gleichzeitig humorvoll, überraschend und künstlerisch anspruchsvoll sind.

Alan Schaller ist dabei ein Fotograf, der perfekt zu seinem Werk passt: ein bisschen verrückt, immer auf der Suche nach dem besonderen Moment und mit einer gehörigen Portion Leidenschaft. Seine Ideen sind ungewöhnlich, sein Blick auf die Welt ist eigenwillig und genau das macht ihn so sympathisch.

Was Street Safari zusätzlich besonders macht, ist die Qualität der Umsetzung. Die Druckqualität ist schlicht beeindruckend: Die tiefen Schwarztöne, die feinen Grauabstufungen und die brillante Wiedergabe der Bilder werden diesem außergewöhnlichen Fotoprojekt mehr als gerecht. Das Buch wurde in Verona (Italien) von EBS produziert, wo viel Erfahrung und handwerkliche Präzision in der Herstellung hochwertiger Fotobücher steckt.

Ebenso spannend wie die Bilder selbst ist das Vertriebskonzept hinter dem Buch. Alan Schaller geht bewusst einen neuen Weg und veröffentlicht Street Safari über sein eigenes Publishing-Modell (IRYS Publishing). Durch den direkten Vertrieb werden klassische Zwischenstufen reduziert und der Fotograf deutlich stärker am Erlös beteiligt. Ein mutiger Ansatz, der zeigt, wie die Zukunft der Fotobuchbranche aussehen könnte: näher am Künstler, näher am Publikum und fairer für diejenigen, die die eigentliche kreative Arbeit leisten. Ein Paket mit einem IRYS-Aufkleber wartete ca. 7 Tage nach Bestellung in meinem Postkasten.

Wer verstehen möchte, wie dieses außergewöhnliche Projekt entstanden ist, sollte sich unbedingt das begleitende YouTube-Video von Alan Schaller ansehen (Link zum Video). Darin erzählt er nicht nur die Geschichte hinter der Idee von Street Safari, sondern gibt auch spannende Einblicke in die Entstehung des Buches und den gesamten Produktionsprozess. Es macht deutlich, wie viel Leidenschaft, Zeit und Perfektion hinter diesem Werk stecken. Zudem ist das Video an einigen Stellen einfach nur lustig!

Street Safari ist deshalb weit mehr als ein schönes Fotobuch. Es ist ein visuelles Erlebnis, ein Statement für unabhängige Kreativität und ein spannendes Beispiel dafür, wie Fotografen ihre Arbeit heute selbstbestimmter präsentieren können. Eine klare Empfehlung. Mehr zum Buch findet sich hier.

Euer Alex