Kategorie-Archiv: Ausstellung

Model | Arbus | Goldin

In Wien habe ich die Ausstellung „Model | Arbus | Goldin“ im Westlicht besucht. Ich erwartete mir einfach interessante Bilder, war aber sonst relativ unvoreingenommen. Und dann…Wow! Diese Kombination war schon ziemlich genial. Die Bilder ergänzten sich dermaßen perfekt, dass sich die Ausstellung für mich wirklich wie aus einem Guss darstellte. Model kannte ich schon aus früheren Ausstellungen, aber Arbus und Goldin waren mir tatsächlich nur aus Büchern bekannt. Die Wucht, welche die Bilder entfachen, wenn sie vor einem an der Wand hängen, ist dann noch einmal eine andere Kategorie. Wenn ihr also in Wien seit und die Möglichkeit habt, schaut euch die Ausstellung an – es lohnt sich!

Blick in die Ausstellung.

Euer LiK/Alex

Saul Leiter. David Lynch. Helmut Newton. Nudes. Ausstellung in Berlin.

Nachdem ich diese Woche in Berlin war und tatsächlich zwei freie Stunden fand, besuchte ich die Ausstellung „Saul Leiter. David Lynch. Helmut Newton. Nudes.“ Die Ausstellung war in der Helmut-Newton-Stiftung. Newton kannte ich ja schon sehr gut und so freute ich mich besonders auf die Bilder von Leiter und Lynch – besonders David Lynch mag ich als Regisseur ungemein.

Blick in den Raum mit den Bildern von Leiter.
Bewährte Ansicht des Treppenaufgangs im Museum.

Leider enttäuschten mich aber vor allem die Bilder von Lynch. Aktfotografie ohne rechtes Konzept und Idee, dazu noch ziemlich platt und schon fast normal. Wo bleiben die Experimente, die ich von den Filmen des Herrn Lynch kenne? Leiter hingegen überzeugt durch feine Aktstudien – nichts wirklich Revolutionäres, aber gut gemacht und schön inszeniert. Und Newton? Ist eben Newton…genial! Vielleicht verblasst Lynch hier auch leicht, da Newton wie ein Dampfhammer daherkommt: dunkles Schwarz, weißes Weiß! Frontal, ungeschönt, provokativ!

Euer LiK/Alex

Einfach mal so…Kunst!

Bei unserem Besuch des Beyeler Museums in Basel haben wir auch dessen Umgebung erkundet. Leider spielte das Wetter nicht ganz mit und so entstanden nur sehr wenige Bilder. Drei davon möchte ich euch hier zeigen.

Eingang! Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/2.0.

Die Tür zur Kunst. Fotografiert mit Leica-M und Summicron-M 35 mm @ f/4.0.

Spiegelung. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/2.0.

Besonders angetan hat es mir Bild Nr. 3 (Spiegelung), da die Realität „natürlich“ entfremdet wird. Das Spiegelbild überlagert sich mit dem Realen und es gelingt kaum noch die zwei „Welten“ voneinander zu trennen.

Alex

Ausstellung von Wolfgang Tillmans in der Fondation Beyeler

Gerade mal 30 Minuten von uns entfernt ist wohl eine der wichtigsten Ausstellungsstätten moderner Kunst im süddeutschen Raum: die Fondation Beyeler in Basel. Dort ist derzeit die Ausstellung von Wolfgang Tillmans zu sehen. Da ich das Schaffen von Tillmans schon über Jahre verfolge, war diese Ausstellung natürlich Pflicht. Da das Fotografieren im Museum eigentlich verboten ist, hier nur drei Bilder (aus der Hüfte mit der Leica M geschossen!).

  Mehr zum Leben und Schaffen von Tillmans gibt es hier. Aber wie hat mir nun die Ausstellung gefallen? Nun…ich fand sie inspirierend, aber nicht in jedem Punkt überzeugend. Die Darstellung der Bilder in einem „Wirrwarr“ aus Themen und Größen brachte mich eher aus dem Konzept, auch wenn dies zum Stilmittel dieser Ausstellung und von Tillmans generell gehört. Die großen und sehr eindrucksvollen Bilder der „Peaches“ Serie hauten mich aber um – ich weiß bis jetzt nicht, wie er so etwas (technisch) hin bekommen hat. Grandios! In Summe lohnt sich die Ausstellung in jedem Fall, den Eintrittspreis in der Fondation Beyeler muss man halt einfach akzeptieren (25 CHF pro Person!).

Alex

World Press Photo 2011 in München

Seit kurzem wird in München die World Press Photo 2011 gezeigt. Wie jedes Jahr, werden die weltbesten Pressebilder gezeigt. Bilder die unter die Haut gehen und das vergangene Jahr noch einmal Revue passieren lassen. Ich sehe mir die Ausstellung seit vielen Jahren an – die vergangenen meist in Wien in der Galerie Westlicht. München entschloss sich aber dazu, diese Ausstellung heuer im öffentlichen Raum zu machen, und zwar in der Eingangshalle des Hauptbahnhofes – für mich eine geniale Idee. Solche Bilder müssen in den öffentlichen Raum, wo sie von Menschen gesehen werden, die sich sonst mit Fotografie nicht beschäftigen würden. Also, wenn die Ausstellung in eurer Stadt halt macht: rein gehen und ansehen!

Ghosts – Die Bilder [VIDEO]

Da ich mir ja schon lange vorgenommen habe, die Bilder der letzten Ausstellung GHOSTS als Video zu präsentieren ist es nun endlich soweit. Das Ganze bildet einen Art Abschluss meiner bisherigen Arbeit und zugleich ein Neuanfang. Derzeit bin ich ja gerade dabei mich neu zu entdecken (oder neu zu erfinden) und arbeite daher meinen alten Fundus auf, schließe offene Projekte ab und versuche einen Schlussstrich zu ziehen. Mehr dazu dann in Kürze hier…

Hier also das Video…

LiK

Der Tod der Fotografie

Seit es die digitale Fotografie gibt und diese zu einem wahren Boom des Mediums „Fotografie“ geführt hat, wird von diversen Journalisten, Wissenschaftlern und Künstlern von Zeit zu Zeit der Tod der Fotografie ausgerufen. Auf den ersten Blick klingt dies wie ein Widerspruch, ergibt auf den zweiten Blick aber durchaus Sinn. Die Entwicklung der digitalen Fotografie geht einher mit der  Entwicklung des bewegten Bildes. Der Film wurde digital und die Auflösung des Filmes wurde durch die Abkehr von PAL/VGA und der Zuwendung zu HD und Full-HD nach oben geschraubt. Plötzlich existierten bewegte Bilder mit einer „hohen“ Auflösung – einer Auflösung, wie sie vor ein paar Jahren bei digitalen Fotos noch Standard war. Warum als noch fotografieren, wenn man aus bewegten Bildern Standbilder extrahieren kann?

Kameras wurden leistungsfähiger, die Bildfolgen kürzer und die Speicherung von Unmengen von Bildern unproblematisch. Jeder Mensch konnte filmen/fotografieren und  speichern was immer er wollte. Über Internet können Bilder für jedermann zugänglich gemacht werden: das Bild als öffentliches Gut. Warum noch selber Bilder machen, wenn es praktisch von jeder Ecke dieser Welt eine Aufnahme gibt?

Und dann kam Google! Kameras wurden auf Autos geschnallt – eine Flut von Bildern geschossen. Ganze Kamera-Cluster werden durch die Gegend gefahren, um ja keine Ecke zu vergessen. Die totale Transparenz!

Und genau diesen Trend haben sich zwei Künstler zu Nutze gemacht – warum noch selber fotografieren, wenn man „Kunstwerke“ aus öffentlich zugänglichen Bilder extrahieren kann. Michael Wolf und Doug Rickard verwenden dazu Bilder von Google Street und extrahieren daraus Teile bzw. ganze Bilder und präsentieren sie als Kunstobjekte. „Street View: A Series of Unfortunate Events“ nennt sich dieses Projekt und wurde soeben im Rahmen des renommierten Wettbewerbs „World Press Photo“ lobend hervorgehoben.

Das Projekt hat einen Sturm der Endrüstung hervorgerufen – „das ist nicht mehr Fotografie!“, war die Meinung vieler Betrachter.

Kunst muss provozieren….und so hat dieses Projekt wohl genau das erreicht was es wollte: es hat zum Denken angeregt, zum Hinterfragen des Mediums „Fotografie“. Ist die Fotografie nun tot? Bildet Euch selber eine Meinung…auf Kommentare bin ich sehr gespannt!

Links: Michael WolfDoug Rickard

LiK