Jahresrückblick 2013

Am Ende des Jahres sollte man schon mal zurückblicken und ein Resümee zum abgelaufenen Jahr ziehen. Das letzte Jahr habe ich dies in Form eines Beitrages über die 3 Topthemen 2012 gemacht, heuer möchte ich etwas ausführlicher berichten und resümieren. Ich möchten den Rückblick in 3 Teile gliedern:

  • Technisches
  • Künstlerisches
  • Persönliches

Technisches: Beginnen wir also mit den technischen Errungenschaften des Jahres 2013 (und damit meine ich nicht die Landung der Chinesen auf dem Mond!). Aus fototechnischer Sicht fand ich das Jahr 2013 seit langem wieder spannend – „tümpelten“ die großen Firmen in den letzten Jahren eher vor sich hin, gab es heuer ein wahres Feuerwerk. Herausstreichen muss man sicher Sony, die derzeit die Strategie verfolgen, einfach alles, was den Ingenieuren einfällt, auf den Markt zu bringen – egal, ob es am Markt funktioniert oder nicht. Was hat man sich in den japanischen Labors dabei gedacht, eine Kamera in Form eines Objektives zu entwickeln, die für die Bedienung ein Smartphone benötigt? Für mich eine Fehlentwicklung ohne Chance, am Markt zu bestehen. Schon etwas besser hat man es bei der A7(r) gemacht – ein kompaktes spiegelloses System mit Vollformat-Sensor. Die A7(r) ist derzeit eine sehr reg diskutierte Kamera im Netz. Ich finde sie spannend, aber noch nicht restlos gelungen. Ich prophezeie daher schon mal einen Nachfolger für 2014. Und dann natürlich Nikon mit der DF. Persönlich finde ich die Kamera vom Konzept ziemlich misslungen. Trotzdem scheint sie bereits eine große Fangemeinde zu haben. Für mich ist das Konzept bei der DF nicht zu Ende gedacht worden – man ermöglicht das Anschließen alter Objektive an ein modernes Spiegelreflexsystem, baut aber keinen Schnittbildsucher ein; man ordnet sehr viele Steuerelemente in Form von Knöpfen und Reglern am Gehäuse an, führt diese Funktionen aber auch im Displaymenü an (doppelte Bedienelemente?!). Für mich alles sehr inkonsequent und inkonsistent. Nicht vergessen dürfen wir Canon: die haben nämlich überhaupt nichts Spannendes auf den Markt gebracht – Schockstarre so zu sagen. Erwähnenswert auch noch, dass Leica den Schweizer Mittelformatspezialisten Sinar übernommen hat und wenig später verkündet hat, dass es nun möglich ist, das S-System an das Mittelformatsystem von Sinar anzudocken. Sicher ein Nischenprodukt, aber durchaus spannend. Abgesehen von diesen Dingen gab es natürlich noch 1.000 andere Entwicklungen und Produkte, die uns beschäftigt haben.

Künstlerisches: Welche Fotos, Ausstellungen und Präsentationen haben mich dieses Jahr am meisten beeindruckt? Die Michel Comte Ausstellung im Kunsthaus Wien hat mich sehr beeindruckt, da sie mir einen Comte abseits von der Glitzerwelt zeigte – Fotos von Flüchtlingen, wunderbare Portraits und beeindruckende Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Für mich eines der Highlight des Jahres. Wie immer bewegen mich auch heuer wieder die Bilder des World Press Award – teilweise schockierend. Extrem gelungen finde ich die Zusammenstellung der „Zeit“ der Bilder 2013 – ein Video, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Auch spannend war und ist der Oskar Barnack Award – klassische Reportagefotografie auf höchstem Niveau. Bei all den Ausstellungen und Bildern, die man über ein Jahr betrachtet, sucht man am Ende ein Projekt, das einem besonders in Erinnerung geblieben ist. Für mich ist dies definitiv „Stella Polaris Ulloriarsuaq – The Shining Memory Of Mother Earth“. Ein unglaubliches Projekt mit unglaublichen Bildern. Ansehen ist Pflicht! Beschäftigen musste man sich dieses Jahr auch mit dem Buchprojekt von Sebastiao Salgado: Genesis. Ein Projekt, das die schönen und unberührten Plätze dieser Welt aufsucht und dokumentiert. Wunderbare Schwarz-Weiß-Bilder, manchmal ein wenig zu sehr an der Grenze zum Kitsch – trotzdem mehr als sehenswert.

Persönliches: Nun fragt man sich natürlich, was man persönlich im abgelaufenen Jahr fotografisch umsetzen konnte. Für mich stand das Jahr ganz klar unter dem Motto: Wechsel. Ich musste und muss mich noch an meine neue Umgebung in Freiburg gewöhnen und habe im Herbst nach vielen Jahren auf Leica gewechselt. Ich befinde mich also noch sehr stark im „Kennenlernprozess“. Der Umgang mit der Kamera, die Umstellung auf Festbrennweiten und das Messsucherprinzip muss erprobt und aufgesaugt werden. Neue Fotomotive und Locations müssen gesucht und gefunden werden. Gleichzeitig stellte ich fest, wie viel Spaß mir das Fotografieren in der Natur macht (Landschaft, Street, etc.). Noch vor zwei Jahren konnte ich mich nur im Studio richtig austoben. Bedeutet dies der Abschied vom Studio? Ich denke, dass ich 2014 nicht ins Studio zurückkehren werde, aber ich möchte wieder das eine oder andere Portrait und Projekt mit Models machen – Freiburg bietet dazu ausgezeichnete Möglichkeiten.

Mein wichtigstes Bild im Jahr 2013? Sicher das unten dargestellte Foto. Aufgenommen wurde das Foto in Paris im Centre Pompidou. Das Bild erinnert mich immer an die wunderbaren Tage in Paris, die Stimmung im Museum und ein klein wenig an die Hektik, die mich damals umgab.

IMG_2293.geaendertSoweit also meine persönliche Sicht auf das Jahr 2013. Ich denke es war ein gutes Jahr – Veränderung zwingt einen, seine Komfortzone zu verlassen, und dies induziert wieder neue Inspiration und erzeugt neue Ideen. Somit können wir auf ein spannendes Jahr 2014 hoffen.

Euer LiK

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