Kategorie-Archiv: Verschiedenes

Billingham Capsule 1: Die diskrete Reisebegleitung für die Leica M

Es gibt Situationen, in denen eine Kameratasche das falsche Signal sendet. Auf dem Weg zur Arbeit oder im Zug mit dem Rucksack auf dem Rücken. Die Leica M11-P bleibt dann oft zu Hause, nicht weil ich sie nicht mitnehmen möchte, sondern weil es keine vernünftige Möglichkeit gibt, sie sicher und unauffällig in der vorhandenen Aktentasche oder dem Rucksack unterzubringen. Die Billingham Capsule 1 ist der Versuch, genau dieses Problem zu lösen.

Was ist die Capsule 1?

Die Capsule 1 ist kein eigenständiges Fototaschensystem, sondern ein „Kameraeinlagefach“ aus dem Hause Billingham, dem britischen Hersteller, der vor allem für seine klassischen Schultertaschen aus gewachstem Canvas bekannt ist. Die Capsule ist für die Verwendung innerhalb einer anderen Tasche gedacht: Sie schützt die Kamera, gibt ihr Form und Halt, bleibt aber als reines Accessoire unsichtbar.

Die äußere Hülle besteht aus dem charakteristischen Billingham-Canvas, die Innenseite ist mit einem weichen Fleece-artigen Material ausgekleidet, das Kratzer am Gehäuse und an der Frontlinse zuverlässig verhindert. So kenn ich es auch von meiner Billingham Hadley Small (Bericht dazu gibt es hier). Das Material der Capsule ist aber etwas anders: bei meiner Hadley Small habe ich den traditionellen Canvas-Stoff, während die Capsule aus synthetischen FibreNyte Material gemacht ist. Und ich muss sagen, dass sich meine Hadley Small besser anfühlt: der Stoff scheint etwas weicher zu sein und auch etwas dünner, wohingegen das synthetische Material eindeutig starrer wirkt (dadurch wohl etwas strapazierfähiger). Bei der Capsule hatte ich aber nicht die Wahl, denn sie wird in dieser Farbe immer in FibreNyte gefertigt (derzeit gibt es sie nur in Rot im traditionellen Canvas).

Zurück zur Tasche und was ich dort einpacken möchte. Üblicherweise bin ich (auf Dienstreisen) mit der Leica M11-P mit aufgesetztem 35mm APO unterwegs. Das ist eine kompakte, aber nicht kleine Kombination. Das Objektiv ragt spürbar aus dem Gehäuse heraus, und ich war gespannt, ob das Capsule 1 diese Paarung sinnvoll aufnehmen kann.

Das Ergebnis ist: Ja, mit Einschränkungen. Die Kamera mit montiertem Objektiv passt in die Capsule, sitzt aber relativ eng. Es ist kein Spiel, das einem ein schlechtes Gewissen macht, sondern eher das angenehme Gefühl, dass nichts klappert oder verrutscht. Wer ein größeres Objektiv angesetzt lässt, wird es schwerer haben (mein Summilux 50 mm passt gerade so noch rein).

Die Verarbeitung ist Billingham-typische: ausgezeichnet. Die Nähte sind sauber, das Material fühlt sich robust an, ohne billig oder plastikartig zu wirken. Man merkt, dass hier jemand Erfahrung mit Kamerataschen hat. Das Fleece-Innenfutter macht einen langlebigen Eindruck. In Summe also alles top!

Eine Anmerkung zu den Maßen: Billingham gibt die Länge des Capsule 1 mit 29 cm an, der tatsächliche Körper der Tasche misst aber nur rund 22 cm. Die Differenz erklärt sich vermutlich durch die ausladende Reisverschluss-Klappe, die in die Gesamtlänge eingerechnet wird. Wer die offizielle Angabe liest und eine kompakte Einlage sucht, darf sich also freuen: Die Capsule fällt deutlich kleiner aus als erwartet, und das ist in diesem Fall ein echtes Plus (zumindest für mich!).

Ich verwende das Capsule 1 in zwei Situationen:

In meiner Aktentasche (TUMI Alpha) liegt die Capsule neben Laptop und den üblichen Begleitern des Büroalltags. Die Capsule gibt der Kamera eine klar definierte Zone, in der sie sich nicht mit spitzen Kugelschreibern oder Ladekabeln anlegen muss. Die Höhe passt problemlos in jede normale Business-Tasche. Was bleibt, ist das leise Bewusstsein: Die Kamera ist dabei, und ich kann sie jederzeit nehmen.

Im Rucksack (aunts & uncles FUKUI) ist die Handhabung etwas weniger elegant, aber funktional. Die Capsule lässt sich ins Hauptfach legen. Die Zugriffszeit ist naturgemäß länger als bei einer Schultertasche, aber darum geht es nicht. Es geht darum, dass die Kamera sicher mitkommt, ohne dass man dafür einen separaten Kamerarucksack braucht.

Was die Capsule 1 nicht ist!

Kein Schnellzugriffssystem. Keine Lösung für aktives Shooting. Keine Alternative zur Schultertasche, wenn man den ganzen Tag fotografiert. Die Capsule 1 ist ein Transportschutz und als solcher ist es sehr gut. Es löst ein spezifisches, aber häufiges Problem: die Kamera sicher in einer nicht-fotografischen Tasche unterzubringen, ohne Kompromisse beim Schutz einzugehen. Was sie sich nicht ist: billig! 150 Euro sind zwar noch einigermaßen erträglich und (so hoffe ich) eine gute Investition. Vergleichbare Lösungen aus Fernost erhält man aber bereits ab 30-40 Euro.

Und nun ein paar Bilder von dem guten Teil.

 
 
 
  

Euer Alex

Das Bild für den Papierkorb…oder doch nicht?!

Ich habe mal wieder in meinem Archiv gestöbert und ein Bild entdeckt, das mich seit Tagen nicht mehr loslässt. Aufgenommen habe ich es 2003 in Island – analog mit der Canon EOS 3 auf Velvia-Film. Nun habe ich es in Lightroom bearbeitet, allerdings lediglich in Schwarz-Weiß umgewandelt.

Besonders der Vordergrund bereitet mir Kopfzerbrechen: Macht er das Bild erst vollständig, oder wäre es ohne ihn stärker?

Lange habe ich überlegt, ob das Bild in den Papierkorb gehört oder ob es sich lohnt, Zeit in die Bearbeitung zu investieren. Doch wenn mich ein Bild so sehr beschäftigt, hat es offenbar etwas an sich, das mich nicht mehr loslässt. Also bleibt es – und wird definitiv nicht gelöscht!

Euer Alex

Die wirklich wichtigen Dinge im Leben

Es gibt Dinge im Leben, die vergisst man ganz schnell wieder: die meisten Bücher die man gelesen hat, das ganze Zeug das man sich gekauft hat oder viele der Dinge die man irgendwann in der Schule gelernt hat (was absolut schade ist!). Dann gibt es aber Dinge, die man nie vergisst: dazu gehören auch die Geschenke die vom Herzen kommen. Etwas ganz besonders hat mein Vater mir geschenkt: eine Holzschüssel, die er selber gedrechselt hat – aus einem vollen Nußbaumblock! Zudem hat er den Prozess der Entstehung dokumentiert – genial!

Das gute Stück habe ich dann noch einmal abgelichtet. Die Bilder sollen hier nur die Schönheit und Perfektion dieses Objektes dokumentieren. Die Maserung des Holzes, den Verlauf der Farben und die Oberfläche die sich einfach nur sehr angenehm anfühlt. Besser geht es nicht! Danke dafür!

Euer Alex

Lebensprojekt – Jamie Livingston

Es gibt Projekte und Projekte. Wenige beeindrucken einen wirklich und ganz viele gehen in der Masse unter. Nicht so das Lebensprojekt von Jamie Livingston. Jamie hat 18 Jahre lang jeden Tag ein Polaroid gemacht. Bilder die seine Freude am Leben zeigen, Bilden die zeigen wie er krank wurde und Bilder die zeigen wie er schließlich aus dem Leben trat. Beeindruckend, nachdenklich, traurig!

Ein Blick lohnt sich: http://hughcrawford.com/photo-of-that-day-flat/.

Ebenfalls der Bericht hier ist lesenswert: https://ze.tt/ergreifendes-projekt-18-jahre-lang-jeden-tag-ein-polaroid-bis-zum-tod/

Euer Alex / LiK

Jahresrückblick 2014

Wie in den letzten beiden Jahren möchte ich auch heuer einen kleinen Blick zurück wagen und ein Resümee zum abgelaufenen Jahr ziehen. Ich möchten den Rückblick wieder in 3 Teile gliedern:

  • Technisches
  • Künstlerisches
  • Persönliches

Technisches: Beginnen wir wieder mit den technischen Errungenschaften des Jahres 2014. So spannend 2013 war, so langweilig war leider das abgelaufene Jahr. Technisch hat sich wenig bis gar nichts getan – abgesehen von ein paar minimalen Überarbeitungen am Kamerasektor. Die großen Zwei (Canon und Nikon) suchen immer noch vergebens nach einer klaren Linie und nach einer Antwort auf den Erfolg der spiegellosen Systeme. Sony schießt noch immer aus vollen Rohren (und ja, ich hatte es letztes Jahr in meinem Beitrag richtig prophezeit… es gab bereist dieses Jahr einen Nachfolger zur A7!) und keiner versteht so richtig, was die eigentlich machen und wollen. Ein paar interessante Entwicklungen gab es am Kompaktkamerasektor – große Sensoren und deutliche Abgrenzung zu den Smartphones scheint das Motto der Stunde zu sein. Damit einher geht auch, dass Kompaktkameras plötzlich im Preisbereich von 700 bis 1.000 € angesiedelt sind. Damit deutet sich schon an, dass es in Zukunft wohl kaum noch kleine Kameras unter 400 € geben wird. Was macht Leica? Einige Sondermodelle, eine Leica M ohne Leica-Logo, und noch ein paar kleine Dinge zum Spielen. Der eigentliche Knüller, um nicht von einem Super-Knüller zu sprechen, war aber die M60, eine M ohne Display! Finde diese extrem interessant, auch wenn es (zunächst?) nur ein Sondermodell ist. Ich lehne mich schon mal aus dem Fenster und prophezeie eine normale M ohne Display. Oder vielleicht gar die Möglichkeit, sich seine M selber konfigurieren zu können (SW- oder Farb-Chip, Schwarz oder Silber, mit oder ohne Display, …). Vielleicht, vielleicht aber auch nicht… sicher aber noch nicht 2015! Des weiteren hat Leica 2014 vor allem sein 100-jähriges Jubiläum und 60 Jahre M-System zelebriert. Beides führte zu ganz wunderbaren Ausstellungen, Ereignissen und zu einem Buchband, der wirklich alles sprengt, was es bis jetzt gegeben hat: „Augen auf! 100 Jahre Leica“. Mehr dazu dann später mal. Und sonst? Hmmm… nichts Aufregendes würde ich sagen.

Künstlerisches: Welche Fotos, Ausstellungen und Präsentationen haben mich dieses Jahr am meisten beeindruckt? Leider kam ich 2014 nur zu sehr wenigen Ausstellungen, trotzdem haben mich ein paar Fotografen vom Hocker gehauen. Ich entdeckte Trent Parke, einen australischen Magnum-Fotografen, der so wunderbar mit dem Licht spielt und mich dadurch beeindruckt hat. Seht euch dieses Bild an und staunt (Link)! Und dann ist da noch Julia Baier – wow, was für Fotos. Habe diese wunderbare Fotografin durch das Leica Projekt „10×10“ für mich entdeckt und je öfter ich in ihre Bilderwelt eintauche, desto mehr haut sie mich um! Und dann sind da noch die ganz großen Namen, die mich 2014 beschäftigt haben; allen voran Vivian Maier. Habe mich durch die Doku und das dazugehörige Buch recht intensiv mit ihrem Leben und ihren Bilder auseinandergesetzt und bin immer noch begeistert – unglaubliche Fotos und eine unglaubliche Lebensgeschichte. Schön war auch, dass es Neues von “Stella Polaris Ulloriarsuaq – The Shining Memory Of Mother Earth“, ein Projekt, das ich bereits letzte Jahr hier vorgestellt habe, gibt. Es lohnt sich also, dieses Juwel weiter zu verfolgen (siehe: Link.)

Persönliches: Am Ende des Jahres fragt man sich, was man so getrieben hat und, ob man auf der Stelle getreten hat oder sich auch einen Schritt nach vorne oder gar nach hinten bewegen konnte. Stand letztes Jahr noch eindeutig der Wechsel zu Leica im Mittelpunkt, so kann ich für 2014 klar sagen, dass ich angekommen bin. Der Wechsel fühlt sich immer noch richtig an, auch wenn mich einige für verrückt erklärt haben und meinen Wunsch nach einer Leica als „Phase“ abgetan haben. Fotografisch habe ich verstanden, wie ich mit Festbrennweiten abwechslungsreich fotografieren kann – was nicht heißt, dass es mir immer gelingen mag. Ich habe es schätzen gelernt, mit wenig Ausrüstung viel zu erreichen. In Punkto Effizienz konnte ich deutlich zulegen und es gelingt mir immer besser, Bilder zu produzieren, die ich vorab im Kopf habe. Als deutlicher Schritt nach vorne würde ich die Bilderserie „Abziehbilder“ (an einem besseren Titel arbeite ich noch!), die im Burgund entstanden ist, bezeichnen. Diese Richtung möchte ich weiter vertiefen und verfolgen. Naja, und dann ist da noch dieses Mammutprojekt, welches ich schon mal angedeutet habe und über welches ich 2015 sicher im Detail hier berichten werde. Ich hoffe, es 2015 zu Ende zu bringen. Generell scheint sich bei mir ein Trend Richtung „Projektarbeit“ abzuzeichnen – in den letzten Monaten habe ich 2-3 größere Projekte im Kopf ausgearbeitet und hoffe, sie auch irgendwann umsetzen zu können. Auch 2015 werde ich definitiv nicht ins Studio zurück gehen, und auch 2015 werde ich auf aufwendige Modelshootings verzichten (auch wenn ich es für dieses Jahr in Aussicht gestellt habe).

Mein wichtigstes Bild im Jahr 2014? Ohne jeden Zweifel das unten dargestellte Bild. Die Stimmung, in der ich dieses Bild gemacht habe, die Zeit und die Eindrücke haben sich bei mir festgesetzt – all das gibt dieses Bild perfekt wieder.

Also dann… auf ein gutes Jahr 2015!

Jahresrückblicke der letzten Jahre:

Euer LiK

Mein persönliches Bild des Jahres 2014. Aufgenommen mit der Leica M und Summicron-M 35 mm.

Mein persönliches Bild des Jahres 2014. Aufgenommen mit der Leica M und Summicron-M 35 mm.

Startbild auf der fotocommunity

Mitte der Woche bekam ich eine Mail, in der eine Gratulation formuliert war: mein Bild „Ghost“ wurde ausgewählt, um heute zwischen 15:00 und 16:00 auf der fotocommunity.de als Startbild dargestellt zu werden. Ich halte von der fotocommunity inzwischen zwar nicht mehr allzu viel (das Niveau ist in den letzten Jahren leider stark gesunken und kommerzielle Aspekte sind immer mehr in der Vordergrund gerückt worden) – freuen darf man sich darüber aber trotzdem. Hier ein Screenshot der Präsentation. fc

LiK

Jahresrückblick 2013

Am Ende des Jahres sollte man schon mal zurückblicken und ein Resümee zum abgelaufenen Jahr ziehen. Das letzte Jahr habe ich dies in Form eines Beitrages über die 3 Topthemen 2012 gemacht, heuer möchte ich etwas ausführlicher berichten und resümieren. Ich möchten den Rückblick in 3 Teile gliedern:

  • Technisches
  • Künstlerisches
  • Persönliches

Technisches: Beginnen wir also mit den technischen Errungenschaften des Jahres 2013 (und damit meine ich nicht die Landung der Chinesen auf dem Mond!). Aus fototechnischer Sicht fand ich das Jahr 2013 seit langem wieder spannend – „tümpelten“ die großen Firmen in den letzten Jahren eher vor sich hin, gab es heuer ein wahres Feuerwerk. Herausstreichen muss man sicher Sony, die derzeit die Strategie verfolgen, einfach alles, was den Ingenieuren einfällt, auf den Markt zu bringen – egal, ob es am Markt funktioniert oder nicht. Was hat man sich in den japanischen Labors dabei gedacht, eine Kamera in Form eines Objektives zu entwickeln, die für die Bedienung ein Smartphone benötigt? Für mich eine Fehlentwicklung ohne Chance, am Markt zu bestehen. Schon etwas besser hat man es bei der A7(r) gemacht – ein kompaktes spiegelloses System mit Vollformat-Sensor. Die A7(r) ist derzeit eine sehr reg diskutierte Kamera im Netz. Ich finde sie spannend, aber noch nicht restlos gelungen. Ich prophezeie daher schon mal einen Nachfolger für 2014. Und dann natürlich Nikon mit der DF. Persönlich finde ich die Kamera vom Konzept ziemlich misslungen. Trotzdem scheint sie bereits eine große Fangemeinde zu haben. Für mich ist das Konzept bei der DF nicht zu Ende gedacht worden – man ermöglicht das Anschließen alter Objektive an ein modernes Spiegelreflexsystem, baut aber keinen Schnittbildsucher ein; man ordnet sehr viele Steuerelemente in Form von Knöpfen und Reglern am Gehäuse an, führt diese Funktionen aber auch im Displaymenü an (doppelte Bedienelemente?!). Für mich alles sehr inkonsequent und inkonsistent. Nicht vergessen dürfen wir Canon: die haben nämlich überhaupt nichts Spannendes auf den Markt gebracht – Schockstarre so zu sagen. Erwähnenswert auch noch, dass Leica den Schweizer Mittelformatspezialisten Sinar übernommen hat und wenig später verkündet hat, dass es nun möglich ist, das S-System an das Mittelformatsystem von Sinar anzudocken. Sicher ein Nischenprodukt, aber durchaus spannend. Abgesehen von diesen Dingen gab es natürlich noch 1.000 andere Entwicklungen und Produkte, die uns beschäftigt haben.

Künstlerisches: Welche Fotos, Ausstellungen und Präsentationen haben mich dieses Jahr am meisten beeindruckt? Die Michel Comte Ausstellung im Kunsthaus Wien hat mich sehr beeindruckt, da sie mir einen Comte abseits von der Glitzerwelt zeigte – Fotos von Flüchtlingen, wunderbare Portraits und beeindruckende Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Für mich eines der Highlight des Jahres. Wie immer bewegen mich auch heuer wieder die Bilder des World Press Award – teilweise schockierend. Extrem gelungen finde ich die Zusammenstellung der „Zeit“ der Bilder 2013 – ein Video, das man sich nicht entgehen lassen sollte. Auch spannend war und ist der Oskar Barnack Award – klassische Reportagefotografie auf höchstem Niveau. Bei all den Ausstellungen und Bildern, die man über ein Jahr betrachtet, sucht man am Ende ein Projekt, das einem besonders in Erinnerung geblieben ist. Für mich ist dies definitiv „Stella Polaris Ulloriarsuaq – The Shining Memory Of Mother Earth“. Ein unglaubliches Projekt mit unglaublichen Bildern. Ansehen ist Pflicht! Beschäftigen musste man sich dieses Jahr auch mit dem Buchprojekt von Sebastiao Salgado: Genesis. Ein Projekt, das die schönen und unberührten Plätze dieser Welt aufsucht und dokumentiert. Wunderbare Schwarz-Weiß-Bilder, manchmal ein wenig zu sehr an der Grenze zum Kitsch – trotzdem mehr als sehenswert.

Persönliches: Nun fragt man sich natürlich, was man persönlich im abgelaufenen Jahr fotografisch umsetzen konnte. Für mich stand das Jahr ganz klar unter dem Motto: Wechsel. Ich musste und muss mich noch an meine neue Umgebung in Freiburg gewöhnen und habe im Herbst nach vielen Jahren auf Leica gewechselt. Ich befinde mich also noch sehr stark im „Kennenlernprozess“. Der Umgang mit der Kamera, die Umstellung auf Festbrennweiten und das Messsucherprinzip muss erprobt und aufgesaugt werden. Neue Fotomotive und Locations müssen gesucht und gefunden werden. Gleichzeitig stellte ich fest, wie viel Spaß mir das Fotografieren in der Natur macht (Landschaft, Street, etc.). Noch vor zwei Jahren konnte ich mich nur im Studio richtig austoben. Bedeutet dies der Abschied vom Studio? Ich denke, dass ich 2014 nicht ins Studio zurückkehren werde, aber ich möchte wieder das eine oder andere Portrait und Projekt mit Models machen – Freiburg bietet dazu ausgezeichnete Möglichkeiten.

Mein wichtigstes Bild im Jahr 2013? Sicher das unten dargestellte Foto. Aufgenommen wurde das Foto in Paris im Centre Pompidou. Das Bild erinnert mich immer an die wunderbaren Tage in Paris, die Stimmung im Museum und ein klein wenig an die Hektik, die mich damals umgab.

IMG_2293.geaendertSoweit also meine persönliche Sicht auf das Jahr 2013. Ich denke es war ein gutes Jahr – Veränderung zwingt einen, seine Komfortzone zu verlassen, und dies induziert wieder neue Inspiration und erzeugt neue Ideen. Somit können wir auf ein spannendes Jahr 2014 hoffen.

Euer LiK