Schlagwort-Archiv: Leica M (Typ 240)

Nachtrag zum Leitz-Park & Wetzlar

Natürlich sind am Leitz-Park und in Wetzlar auch viele Bilder mit meiner M240 entstanden. Ein paar davon möchte ich hier auch zeigen. Und zur Abwechslung einfach mal eine Mischung aus Farb- und Schwarz-Weiß-Bildern. Alle Bilder sind mit dem Summicron-35 gemacht worden (nicht das APO! 🙂 ).

Euer Alex

Leica M11 und APO-Summicron 35 mm

Als ich in Wetzlar war, wollte ich unbedingt die Möglichkeit nutzen einmal die M11 und das APO-Summicron 35 mm ausführlich zu nutzen. Ich meldete mich also einige Woche vorher bei Leica und ließ mir Kamera und Objekt reservieren. Hat dann auch alles wunderbar funktioniert! Nachfolgend also ein „Eindrucksbericht“ – wie immer sehr subjektiv!

Die Leica M11 hatte ich einmal bereits in Konstanz in der Hand, jetzt durfte ich sie aber 2 Stunden lang testen und damit eine kleine Wanderung machen. Für mich fühlte sich die Kamera vertraut an. Was mir aber sofort aufgefallen ist, war die Lackierung und das Gefühl die Kamera in den Händen zu halten. Der Lack ist rau und damit deutlich rutschfester, was erst mal sehr gut ist. Er macht die Kamera aber etwas gewöhnungsbedürftig. Ich kann auch nicht sagen, wie stabil und kratzfest der Lack ist. Ein leichtes Kratzen mit dem Fingernagel über den Lack hinterließ keine bleibenden Spuren, den Abrieb des Fingernagels sah man aber deutlich. Natürlich ließ sich dieser leicht abwischen, aber trotzdem frag ich mich wie schmutz-anfällig diese neue Oberfläche ist. Feedback von M11-Nutzern im Leica-Forum deutet darauf hin, dass der Lack super resistent ist und man sich keine Sorgen machen muss, dass hier schnell Kratzer/Schmutz sichtbar wird.

Ebenfalls auffällig ist das neue Auslösegeräusch. Weniger mechanisch und mehr elektronisch, aber eben deutlich leiser! Nicht besser oder schlechter, nur eben anders. Daran gewöhnt man sich aber sehr schnell. Deutlich spürbar ist das reduzierte Gewicht der schwarzen M11. Meine M240 fühlt sich im Vergleich an wie ein Ziegelstein! Die Bedienung ist meiner M sehr ähnlich – die Menüstruktur hat sich leicht geändert, aber alles ist schlüssig und macht Sinn. An die Bedienung mit den drei Knöpfen musste ich mich gewöhnen – nach ca. 30 Minuten war ich aber so geübt, dass es keine „Vergreifen“ mehr gab. Richtig toll finde ich das neue Daumendrehrad, dass jetzt auch als Druckknopf verwendet werden kann – keine Belichtungskorrekturen mehr die fälschlicherweise angebracht werden (passiert bei meiner M240 relativ oft).

Hier ein paar Bilder der M11 und meiner M240.

An der M11 hatte ich das APO-Summicron 35 – ein Objektiv, dass man derzeit sehr schwer findet und für welches von den Leica-Shops aktuell eine Lieferzeit von min. 12 Monaten genannt wird. Spannend ist, dass dieses Objektiv eine Naheinstellgrenze von 30 cm hat, also deutlich unter den 70 cm einer Leica M. Zwischen 70 cm und 30 cm lässt sich aber nur über den Live-View fokussieren. Das klappt recht gut, aber für Menschen mit dem Bedarf nach einer Lesebrille, doch auch anstrengend sein kann.

Nachfolgend ein paar Bilder, die natürlich zeigen, was die M11 so kann, aber vor allem eine Machtdemonstration des Objektivs sind. Ich habe versucht Vergleichsbilder mit meiner M240 und dem Summicron-M 35 ASPH zu machen. Die Bilder sind alle komplett unbearbeitet; ich habe aber alle Bilder auf die gleiche Größe reduziert. Achtung: Die Bilder haben keine ästhetischen Anspruch und sollen nur der Evaluierung von Kamera und Objektiv dienen.

M11 mit APO Summicron-M 35 mm
M240 mit Summicron-M 35 mm
M11 mit APO Summicron-M 35 mm
M240 mit Summicron-M 35 mm
M11 mit APO Summicron-M 35 mm
M240 mit Summicron-M 35 mm
M11 mit APO Summicron-M 35 mm
M240 mit Summicron-M 35 mm

Was sofort ins Auge fällt, ist der unterschiedliche Weißabgleich. Die M240 tendiert im Wald immer zu einem sehr kühlen (fast „bläulichen“) Weißabgleich; die M11 hingegen legt das Bild sehr viel wärmer an. Dies war tatsächlich durchgehend bei allen Bildern der Fall und damit wohl eine generelle Tendenz. Ein „kühler“ Weißabgleich im Wald stört mich bei der M240 seit Jahren, lässt sich aber natürlich bei der Aufnahme oder Nachbearbeitung leicht und schnell korrigieren. Alle anderen sichtbaren Eigenschaften werden wohl deutlicher vom Objektiv als von der Kamera geprägt. Die Detailschärfe und der Mikrokontrast (hier im Web schwer zu beurteilen) sind beim APO einfach deutlich höher. Was richtig gut beurteilbar ist, ist das Bokeh. Bild 3 kann man dafür gut nutzen – ich bilde dazu den Hintergrund in einem vergrößerten Ausschnitt noch einmal ab.

M11 mit APO Summicron-M 35 mm
M240 mit Summicron-M 35 mm

Ich denke dieses Bild spricht Bände – das APO zeichnet im Hintergrund so weich und plastisch ab, dass es einfach nur eine Freude ist!

Zurück zur Kamera: es lohnt hier ein detaillierter Blick auf das zweite Beispiel. Das zweite Bild aus der M240 wirkt fast etwas verwackelt; dies liegt aber einfach an der reduzierten Auflösung bei diesem extremen Ausschnitt. Was aber die eigentliche Sensation ist: das M11-Bild wurde mit ISO 6.400 gemacht, wohingegen das M240-Bild mit ISO 800 gemacht wurde. Ich würde mal sagen, das Rauschen ist vergleichbar!

M11 @ ISO 6.400
M240 @ISO 800

Was kann ich draus für mich ableiten?

  • Wenig überraschend ist die M11 natürlich meiner 10 Jahre alten M240 deutlich überlegen. Gerade in den hohen ISO-Bereichen spielt sie in einer ganz anderen Liga.
  • Alle Änderungen an der M11 im Vergleich zu M10 und M240 machen aus meiner Sicht Sinn. In Summe wirkt die M11 einfach auf der höhe der Zeit und fühlt sich doch immer noch wie eine echte M an.
  • Das APO Summicron 35 mm ist sensationell und wird nicht umsonst von allen Kritikern gefeiert. Ein Traumobjektiv!
  • Muss man eine M11 haben? Ich würde sagen: Nein! Aber: Sie macht verdammt viel Spaß. Ich warte mal die M11-P ab und dann sehen wir weiter 🙂
  • Muss man das APO haben? Ich würde sagen: Nein! Aber: Wenn Schärfe bei gleichzeitigem traumhaften Bokeh gewünscht ist, dann führt kein Weg an diesem Objektiv vorbei. Und gerade in Kombination mit der M11 fühlt es sich sehr gut an. Soll ich mich schon mal auf die Warteliste bei Leica setzen? Warum nicht!

Euer Alex

Bei Leica in Wetzlar

Letztes Wochenende war ich in Wetzlar bei Leica Camera. Der letzte Besuch ist immerhin 4 Jahre her. Höchste Zeit, dort mal wieder vorbei zu schauen!

Was habe ich dort denn so getrieben?

Zunächst wollte ich mir den Leitz Park inklusive des neuen Museums ansehen und ich wollte natürlich die M11 mal ausprobieren; am besten mit dem APO 35 mm dran! Ob es geglückt ist lest ihr nächste Woche hier!

Euer Alex

Die Krux mit der Schwarz-Weiß-Umsetzung

In letzter Zeit kämpfe ich etwas mit der Schwarz-Weiß-Umsetzung. Das liegt daran, dass ich mehr experimentiere und dadurch einige Knöpfe sicher ein wenig zu stark betätige. Früher habe ich sehr viel „sanftere“ Schwarz-Weiß-Bilder produziert – der Kontras war dann oft zu nieder und viele Bearbeitungen treffen heute nicht mehr meinen Geschmack.

Ich habe nachfolgend einfach mal ein Bild aus der Lago-Maggiore-Serie verwendet und die wesentlichen Bearbeitungsschritte nachgezeichnet.

Originalbild aus der Leica M.
Einfache Umsetzung in Schwarz-Weiß.
Verstärkung des lokalen Kontrast, Verschiebung des Schwarzpunktes und Anpassung des Ausschnitts.
Weitere Kontrastanpassung.

Am Ende ist es natürlich auch Geschmacksache, ob einen die Bearbeitung eines Bildes gefällt oder nicht. In diesem Fall finde ich die Umsetzung richtig gut und ich bin auch sehr glücklich mit dem Ergebnis. Ob die letzte Kontrastverstärkung noch notwendig lasse ich mal so stehen – der Unterschied ist marginal.

Ein zweites Bild mit dem ich sehr viel mehr zu kämpfen hatte/habe folgt nun. Wir starten wieder mit Original und dann folgen einzelne Bearbeitungsschritte.

Originalbild aus der Leica M.
Einfache Umsetzung in Schwarz-Weiß.
Verstärkung des lokalen Kontrast, Verschiebung des Schwarzpunktes und Anpassung des Ausschnitts.
Aufhellen des Bereichs um der alten Dame.

Was hier natürlich auffällt und auch stört, ist, dass im letzten Schritt nicht nur die alte Dame aufgehellt wird (was ja notwendig ist), sondern auch andere Bereiche mit vergleichbaren Grauwerten. Die Lösung wäre natürlich das Schaffen einer Maske, um die alte Dame dann gezielter aufzuhellen. In diesem Fall habe ich den leichten und schnellen Weg gewählt – der wohl nicht der beste ist.

Euer Alex

Auf dem Markt…

Märkte bilden ja die perfekte Umgebung um Bilder zu machen…die Menschen sind voll konzentriert und lassen sich durch eine kleine schwarze Kamera nicht ablenken. Also nichts wie ran!

In solchen Situationen muss man schnell sein. Der Ausschnitt kann selten perfekt gewählt werden und auch der Fokus sitzt manchmal leicht falsch – aber gerade diese „Imperfektion“ bildet den Reiz solcher Aufnahmen. Alle Bilder wurden mit der Leica M und dem 35er gemacht.

Euer Alex

Formen und Linien

In den letzten Tagen habe ich noch etwas mit den Bildern der letzten Wochen gespielt. Zwei Bilder will ich euch zeigen, die in die Rubrik „Formen und Linien“ passen würden.

Dieses erste Bild zeigt eigentlich nicht viel und doch lässt es mich nicht los. Die Farbgebung habe ich etwas in Richtung Blau gezogen – es wirkt dadurch etwas mystisch und erinnert mich an die Filme der 70er Jahr.

Das zweite Bild von einem Treppengeländer ist von der Formsprache her extrem reduziert. Ich habe es nach Schwarz-Weiß konvertiert, obwohl es auch in Farbe wunderbar funktioniert. In dieser Version wirkt es aber noch ein Stück reduzierter.

Euer Alex

Lago Maggiore – Das Bild des Urlaubs

Wenn man mehrere Wochen am Stück fotografiert, fragt man sich beim Sichten der Bilder ja immer, welches nun das beste Bild ist. Ob ein Bild gut oder schlecht ist, kann man ja meist nicht beurteilen (zumindest ich nicht!), sondern nur, ob es einen anspricht oder eben nicht. Das folgende Bild habe ich zufällig beim „Vorbeigehen“ gemacht, dachte mir aber schon vor Ort, dass es ein sehr interessantes Objekt ist. In Schwarz-Weiß wirkt das Ganze aber noch viel besser und irgendwie spiegelt das Bild so viel wieder, was uns als Gesellschaft in den letzten zwei Jahren passiert ist.

Für mich ist es also das Bild des Urlaubs! Auch wenn es ein sehr trauriges Bild ist.

Euer Alex