Kategorie-Archiv: Reisefotografie

Sommermärchen 2026 (Teil 5) – Bis Mont-Saint-Michel

Von Roscoff aus ging es weiter entlang der Küste in Richtung Osten, immer wieder vorbei an kleinen Städtchen, beschaulichen Häfen und einer Landschaft, die sich mit jedem Kilometer ein wenig veränderte. Die raue, felsige Küste der Bretagne, das weite Meer und dieses besondere Licht begleiteten uns auch auf diesem letzten Abschnitt unserer Reise.

Unser Ziel für diesen letzten Teil der Reise war der Mont-Saint-Michel. Schon aus der Ferne ist dieser außergewöhnliche Ort ein beeindruckender Anblick. Die mittelalterliche Abtei thront auf einem kleinen Felsen mitten in der Bucht und scheint bei bestimmten Licht- und Gezeitenverhältnissen beinahe zwischen Himmel und Meer zu schweben.

Besonders faszinierend ist das Zusammenspiel von Landschaft, Wasser und Licht. Die riesige Bucht verändert mit den Gezeiten ständig ihr Gesicht. Mal scheint sich das Meer weit zurückzuziehen, dann rückt das Wasser wieder näher an den Felsen heran. Eine Landschaft, die sich nicht nur im Laufe des Tages, sondern manchmal innerhalb weniger Stunden völlig verändert.

Fotografisch bietet dieser Ort unzählige Möglichkeiten. Gleichzeitig ist es einer dieser Plätze, an denen man die Kamera auch einmal sinken lassen sollte, um den Moment einfach zu genießen.

Mit dem Mont-Saint-Michel endet unsere kleine Reise entlang der französischen Atlantikküste. Von den alten Fischerstegen am Meer über die lebendige Hafenstadt La Rochelle bis hin zu den kargen Felsen der Bretagne durften wir unterwegs viele unterschiedliche Eindrücke sammeln.

Was bleibt, sind schöne Erinnerungen, viele Bilder und die Gewissheit, dass es auf solchen Reisen oft gar nicht darum geht, möglichst viel zu sehen. Vielmehr sind es die besonderen Lichtstimmungen, die kleinen Entdeckungen am Wegesrand und die ungeplanten Stopps, die eine Reise unvergesslich machen.

Ganz abgeschlossen ist unser Roadtrip damit allerdings noch nicht. In einem letzten, ergänzenden Beitrag möchte ich noch ein wenig auf die fotografische Seite der Reise eingehen: auf die verwendete Ausrüstung, meine Erfahrungen mit der Leica M11-P und dem 35er APO und natürlich auf das Fotografieren selbst. Denn neben den Orten und den besonderen Lichtstimmungen ist es auch immer spannend, wie die Bilder unterwegs entstehen und worauf ich dabei achte. Ein kleiner Blick hinter die Kulissen dieser Reise folgt also noch.

Euer Alex

Sommermärchen 2026 (Teil 4) – Bei Roscoff

Je weiter wir an der Küste nach Norden kamen, desto rauer und ursprünglicher wurde die Landschaft. Rund um Roscoff zeigte sich die Bretagne von einer besonders eindrucksvollen Seite. Karge, vom Meer geformte Felsen, dazwischen kleine Buchten und immer wieder der Blick hinaus auf den Atlantik. Eine Landschaft, die auf den ersten Blick fast spröde wirkt und gerade dadurch ihren besonderen Reiz entwickelt. Hier braucht es eigentlich nicht viel. Fels, Wasser, Himmel und das Licht.

Und dieses Licht war an diesen Tagen einfach traumhaft. Es legte sich weich über die Landschaft, ließ die Felsen immer wieder anders erscheinen und sorgte für diese ganz besondere Stimmung, die man an der Atlantikküste so intensiv erleben kann.

Wir sind einfach ein Stück an der Küste entlanggefahren, haben angehalten, wo es uns gefallen hat, und die Landschaft auf uns wirken lassen. Gerade solche Momente machen für mich den Reiz eines Roadtrips aus: kein festes Ziel, kein Zeitplan – nur die Straße, das Meer und die nächste interessante Stelle, an der man stehen bleiben möchte.

Roscoff und die Küste rundherum gehören für mich zu den Landschaften, die man nicht unbedingt beschreiben muss. Man muss sie eigentlich nur sehen.

Euer Alex

Sommermärchen 2026 (Teil 3) – Weiter in Richtung Norden

Nach La Rochelle ging es weiter: immer an der Küste entlang in Richtung Norden. Dabei waren es gar nicht unbedingt die großen Sehenswürdigkeiten, die uns besonders beeindruckten. Vielmehr waren es die kleinen Orte am Wasser, die schmalen Straßen, die alten Häuser und die vielen kleinen Häfen, die immer wieder zum Anhalten einluden.

Man fährt ein Stück, sieht irgendwo ein paar Boote zwischen den Häusern liegen und denkt: Hier müssen wir kurz schauen. Und genau diese ungeplanten Stopps waren für uns ein schöner Teil der Reise.

Die kleinen Häfen wirkten oft wunderbar ursprünglich. Fischerboote, alte Stege, Netze und jede Menge Spuren des täglichen Lebens am Meer. Dazu das besondere Licht der Atlantikküste, das sich ständig verändert: mal weich und fast silbrig, dann wieder kräftig und klar.

Und während wir langsam weiter nach Norden fuhren, wurde eines immer deutlicher: Die Atlantikküste hat unglaublich viele Gesichter. Große Strände, kleine Häfen, verschlafene Orte und immer wieder dieses faszinierende Zusammenspiel von Meer, Landschaft und Licht. Also ging es weiter. Immer der Küste entlang.

Euer Alex

Sommermärchen 2026 (Teil 2) – La Rochelle

Nach unserem ersten Halt am Atlantik ging es weiter nach La Rochelle: eine Stadt, die uns sofort begeistert hat. Maritimes Flair, alte Gassen, helle Steinfassaden und natürlich der beeindruckende alte Hafen machen den besonderen Charakter dieser Stadt aus.

La Rochelle blickt auf eine mehr als tausendjährige Geschichte zurück. Im 10. Jahrhundert zunächst als Fischerdorf gegründet, entwickelte sich die Stadt bereits im Mittelalter zu einem bedeutenden Handels- und Hafenplatz. Vor allem mit Salz und Wein wurde gehandelt. Der Reichtum dieser Zeit ist bis heute im Stadtbild zu spüren.

Das wohl bekannteste Motiv der Stadt findet sich am Vieux-Port: die drei mittelalterlichen Türme Tour Saint-Nicolas, Tour de la Chaîne und Tour de la Lanterne. Sie bewachten einst die Hafeneinfahrt; zwischen Saint-Nicolas und der Tour de la Chaîne konnte bei Bedarf sogar eine Kette gespannt werden, um den Zugang zum Hafen zu versperren.

Heute ist von der bewegten Geschichte vor allem die besondere Atmosphäre geblieben. Man schlendert durch enge Gassen, unter den für La Rochelle typischen Arkaden hindurch und steht wenige Minuten später wieder am Wasser. Die Mischung aus Geschichte und Meer macht die Stadt für uns so reizvoll.

Und natürlich ist es auch das Licht, das La Rochelle fotografisch so spannend macht. Das helle Gestein, das Wasser des Atlantiks und die wechselnden Lichtstimmungen ergeben immer wieder neue Motive. Ein wunderbarer Ort, um einfach durch die Stadt zu treiben, die Kamera dabei zu haben und sich überraschen zu lassen, was einem vor die Linse kommt.

Euer Alex

Sommermärchen 2026 (Teil 1) – Der Steg am Atlantik

Nun geht sie los, die kleine Serie von unserem Roadtrip im Sommer. Unser erster Halt führte uns an den Atlantik. Schon hier zeigte sich, wie sehr dieser Küstenabschnitt vom Wechsel der Gezeiten geprägt ist. Besonders fasziniert haben mich die alten Stege, die weit ins Meer hinausführen. Sie dienten den Fischern dazu, auch bei Ebbe hinaus aufs Wasser zu gelangen. Bei Niedrigwasser lagen sie allerdings fast vollständig trocken und wirkten dadurch beinahe wie freischwebende Wege, die ins Nichts führen.

Mit der Flut veränderte sich das Bild komplett. Dort, wo kurz zuvor noch Sand und Schlick zu sehen waren, reichte das Wasser nun bis an die Stege heran. Ein und derselbe Ort zeigte innerhalb weniger Stunden zwei völlig unterschiedliche Gesichter.

Auch fotografisch war dieser erste Halt etwas Besonderes. Das Licht war wunderbar weich und stimmungsvoll und brachte die Strukturen der Stege, das Wasser und den weiten Horizont sehr schön zur Geltung. Und dann waren da noch diese wunderbaren alten Häuser auf dem Weg zum Meer.

Euer Alex

Sommermärchen 2026 – Von La Rochelle bis nach Le Mont-Saint-Michel

Auch in diesem Jahr ging es auf einen Sommer-Road-Trip. Es ist also wieder Zeit für einen Sommer-Multi-Hyper-Maxi-Mehrteiler hier 🙂

Der Reiseverlauf: Von Südbaden aus sind wir Richtung Westen bis nach La Rochelle gefahren. Dann sind wir weiter nach La Turballe (2. Station). Unsere 3. Station war Roscoff und die 4. Station lag bei Le Mont-Saint-Michel. In Summe sind das ca. 2.500 Kilometer – mit den ganzen Tagestouren haben wir in den 3 Wochen um die 3.100 Kilometer gemacht. Auf der Hin- und Rückfahrt haben wir je einen Stop eingelegt.

Bei der Fotoausrüstung gibt es wenig Überraschung: Leica M11-P, 21er, 35er und 50er. Und ja, es kamen tatsächlich alle Objektive zum Einsatz. Den Großteil der Bilder machte ich aber mit dem 35er.

In den kommenden Wochen werde ich hier erste Bilder zeigen. Einen ersten Vorgeschmack gibt es mit diesem Bild.

Bis bald,

Euer Alex

Valencia – Die Stadt der Künste und Wissenschaften (Teil 4)

Zum Abschluss dieser kleinen Valencia-Serie verlassen wir die engen Gassen, die lebhaften Märkte und das warme Abendlicht der Altstadt und begeben uns in eine völlig andere Welt: die Stadt der Künste und Wissenschaften – Ciutat de les Arts i les Ciències.

Dieser futuristische Komplex wirkt auf den ersten Blick fast wie ein Filmset. Weiße, organisch geschwungene Baukörper, spiegelnde Wasserflächen und eine Architektur, die eher an Raumfahrt als an klassische Stadtplanung erinnert, prägen das Bild. Entworfen wurde das Ensemble von Santiago Calatrava und Félix Candela und entstand zwischen den 1990er-Jahren und den frühen 2000er-Jahren auf dem ehemaligen Flussbett des Turia, das nach einer verheerenden Überschwemmung in den 1950er-Jahren umgeleitet und später in einen langen Stadtpark verwandelt wurde.

Genau diese Umnutzung ist ein spannender Teil der Geschichte: Aus einem einstigen Fluss wurde eine grüne Lebensader und am Ende dieses Parks entstand eines der modernsten Architektur-Ensembles Europas. Zwischen Wissenschaftsmuseum, Opernhaus, Planetarium und Aquarium zeigt sich Valencia hier von seiner visionären Seite. Ein Ort, der bewusst nach vorne schaut und sich nicht an historische Formen klammert, sondern neue Welten entwirft.

Beim Spaziergang durch die Anlage wird schnell klar, wie sehr hier mit Perspektiven gearbeitet wird. Linien ziehen sich über den Boden, Bögen spannen sich über Wasserflächen, und überall entstehen Spiegelungen, die Architektur und Himmel miteinander verschmelzen lassen. Je nach Tageszeit wirkt der Komplex kühl und futuristisch oder warm und fast organisch, aber nie langweilig.

Fotografisch ist das Gelände ein Spielplatz der Formen. Genau hier kamen wieder beide Objektive zum Einsatz: das 21 mm Super-Elmar, um die monumentalen Strukturen in ihrer ganzen Weite einzufangen, und das 35 mm APO-Summicron, um Details, Reflexionen und kleinere Ausschnitte herauszuarbeiten. Zwischen extremen Weitwinkelszenen und intimeren Kompositionen pendelnd, zeigt sich die Anlage je nach Brennweite völlig neu.

Besonders spannend ist der Kontrast zu den vorherigen Teilen dieser Serie. Nach den engen Gassen, der dichten Marktatmosphäre und dem warmen, organischen Stadtgefühl wirkt die Stadt der Künste und Wissenschaften wie ein bewusster Gegenpol: glatt, geometrisch, ruhig und fast klinisch in ihrer Klarheit. Und doch fügt sie sich auf ihre eigene Weise perfekt in das Gesamtbild Valencias ein.

Mit diesem letzten Teil endet die kleine Reise durch Valencia. Vier sehr unterschiedliche Facetten, die am Ende doch dasselbe Bild zeichnen: eine Stadt, die lebt, experimentiert und immer wieder überrascht. Ich liebe Valencia!

Euer Alex