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Valencia – Abenteuer in der Markthalle (Teil 3)

Nach den ruhigen Gassen, den historischen Fassaden und der urbanen Kunst wird es im dritten Teil deutlich lebhafter. Unser Ziel ist die berühmte Markthalle von Valencia: Der Mercat Central. Ein Ort, an dem sich das tägliche Leben der Stadt in all seinen Farben, Gerüchen und Geräuschen entfaltet.

Schon beim Betreten der Halle wird klar: Hier geht es nicht um Touristenattraktionen, sondern um das echte Valencia. Händler preisen lautstark ihre Waren an, Kunden diskutieren über die Qualität der Fische, Taschen rascheln, Gläser klirren und irgendwo lacht immer jemand. Dazwischen türmen sich Obst, Gemüse, Gewürze, Schinken und Meeresfrüchte in einer Vielfalt, die man kaum auf ein Bild bekommt.

Für Fotografen ist die Markthalle ein Paradies und gleichzeitig eine kleine Herausforderung. Das Licht scheint sich hier nämlich nicht entscheiden zu können, was es eigentlich möchte. Durch die großen Fenster und die kunstvollen Glasflächen fällt Tageslicht in die Halle, gleichzeitig sorgen künstliche Lichtquellen für weitere Akzente. Helle Bereiche wechseln sich mit dunklen Ecken ab, Farben reflektieren von allen Seiten und ständig läuft jemand durchs Bild.

Während moderne Kameras in solchen Situationen hektisch Augen, Gesichter, Tiere, Fahrzeuge und vermutlich sogar den nächsten Kaffee automatisch erkennen, stehe ich mit dem Messsucher mitten im Gewühl und drehe konzentriert am Fokusring. Menschen kommen von links, von rechts, bleiben kurz stehen und verschwinden wieder. Motive tauchen auf und sind oft schon wieder weg, bevor der Finger den Auslöser erreicht.

Die Leica M zwingt dazu, langsamer zu werden und genauer hinzusehen. Statt wahllos Serienbilder zu produzieren, beobachtet man die Szene, wartet auf den richtigen Moment und versucht, die Bewegungen der Menschen vorherzusehen. Nicht jeder Treffer sitzt perfekt. Manche Bilder landen direkt im digitalen Papierkorb. Aber die gelungenen Aufnahmen fühlen sich oft ein wenig mehr „erarbeitet“ an.

Besonders spannend sind die Begegnungen zwischen den Marktständen. Händler, die seit Jahrzehnten hier arbeiten. Kunden, die offensichtlich jeden Verkäufer persönlich kennen. Touristen, die staunend vor den Auslagen stehen. Überall entstehen kleine Geschichten, die sich ständig verändern und nur für wenige Sekunden existieren.

Im nächsten Teil verlassen wir den Trubel wieder und widmen uns einer ganz anderen Seite Valencias. Doch zunächst bleiben wir noch einen Moment zwischen den Marktständen stehen und genießen das wunderbare Chaos.

Euer Alex

Valencia – Wenn die Altstadt im Abendlicht erstrahlt (Teil 2)

Nachdem wir im ersten Teil bereits die verwinkelten Gassen der Altstadt erkundet haben, bleiben wir noch ein wenig im Herzen Valencias. Denn gerade in den späten Nachmittags- und Abendstunden entfaltet die Stadt einen ganz besonderen Zauber.

Wenn die Sonne langsam tiefer sinkt und die Hitze des Tages nachlässt, verändert sich die Atmosphäre in den engen Straßen spürbar. Das harte Licht des Mittags weicht warmen Gold- und Orangetönen, die sich an den Fassaden spiegeln und selbst unscheinbare Ecken in kleine Bühnen verwandeln. Für Fotografen beginnt jetzt die vielleicht schönste Zeit des Tages.

Die schmalen Gassen wirken im Abendlicht fast wie natürliche Lichtkanäle. Sonnenstrahlen finden ihren Weg zwischen den Häusern hindurch und zeichnen helle Linien auf das Kopfsteinpflaster, während nur wenige Meter weiter bereits tiefe Schatten warten. Dieses Wechselspiel aus Licht und Dunkelheit verleiht den Straßen eine besondere Tiefe und sorgt ständig für neue Motive.

Auch die urbane Kunst gewinnt in diesen Stunden noch einmal an Ausdruckskraft. Die zahlreichen Wandgemälde, Graffiti und kunstvoll gestalteten Rollläden scheinen förmlich zu leuchten. Farben werden intensiver, Kontraste weicher. Viele der Werke erzählen kleine Geschichten, manche sind humorvoll, andere gesellschaftskritisch oder einfach nur dekorativ. Gemeinsam prägen sie den unverwechselbaren Charakter der Altstadt und machen jeden Spaziergang zu einer kleinen Entdeckungsreise.

Besonders faszinierend ist dabei die Vielfalt. Hinter jeder Ecke wartet etwas Neues: ein großformatiges Wandbild, eine kunstvoll bemalte Tür, ein verstecktes Detail an einer Hauswand oder ein Geschäft, dessen geschlossener Rollladen nach Feierabend zum Kunstwerk wird. Valencia zeigt hier eine kreative Seite, die sich nicht in Museen oder Galerien versteckt, sondern ganz selbstverständlich Teil des täglichen Lebens ist.

Während die Straßen langsam ruhiger werden, füllen sich die Plätze mit Menschen, die den Abend genießen. Aus Bars und Restaurants dringen Stimmen und Gelächter, irgendwo spielt Musik, und über allem liegt dieses warme mediterrane Licht, das man nur schwer beschreiben kann. Es ist eines dieser Lichter, die man nicht nur sieht, sondern spürt.

Ein paar Worte noch zur Ausrüstung: Das APO-Summicron 35 mm an der M11-P ist für mich schlicht eine Traumkombination (wie schon so oft hier geschrieben). Schärfe, Kontrast, Farben: da passt einfach alles. Eigentlich. Denn in den engen Gassen Valencias ertappte ich mich mehr als einmal dabei, einen halben Schritt zurückzugehen. Und noch einen. Und noch einen. Bis irgendwann eine Hauswand oder ein parkendes Auto freundlich, aber bestimmt signalisierte: „Weiter zurück geht heute leider nicht.“ In genau diesen Momenten hätte ein 28-mm-Objektiv vermutlich die elegantere Lösung dargestellt. Die zusätzliche Weite wäre in manchen Situationen Gold wert gewesen. Trotzdem: Mein 35er wird nirgendwo hingehen. Dafür liebe ich den Bildwinkel einfach zu sehr. Es ist ein wenig wie bei einem guten Freund, der gelegentlich einen kleinen Tick hat. Man weiß genau, dass er nicht perfekt ist, aber gerade deshalb möchte man ihn nicht missen.

Euer Alex

Eine Stadt wie ein Atemzug – Zu groß, um ihn ganz zu fassen: Seoul. Teil 1

Seoul: 25 Millionen Leben, die sich in Straßen ergießen, in U-Bahnen verdichten, in Neonlichtern flimmern. Und irgendwo dazwischen: ich. Mit meiner Leica. Immer ein wenig zu langsam für den Moment, der schon wieder weitergezogen ist.

Ich bin nicht in Seoul, um anzukommen. Nicht wirklich. Die Tage sind gezählt, die Termine eng getaktet, die Wege oft vorgegeben. Und doch gibt es diese Zwischenräume, Minuten, manchmal nur Sekunden, in denen die Stadt sich öffnet. Nicht für lange, nicht vollständig, aber gerade genug, um einen Blick zu erhaschen.

Fotografie wird in solchen Momenten zu etwas anderem. Weniger Planung, weniger Perfektion. Mehr Instinkt. Mehr Loslassen. Ich laufe nicht durch Seoul, ich treibe. Zwischen Hochhäusern und kleinen Gassen, zwischen der Ruhe eines Tempels und dem unaufhörlichen Puls der Straßen. Alles scheint gleichzeitig zu passieren, und doch ist jeder Moment unwiederbringlich.

Vielleicht ist das der Kern meiner Woche in Seoul: das Flüchtige festzuhalten, ohne zu glauben, man könne es besitzen. Fünf Tage in denen ich nur an den Abenden Zeit habe mich mit der Stadt zu beschäftigen. Aber da ist auch dieser eine Tage ohne Termine, nur für die Stadt!

Das hier ist der Anfang einer kleinen Serie. Sie wird keine vollständige Geschichte erzählen. Dazu ist Seoul zu groß, zu vielschichtig, zu lebendig. Aber vielleicht entsteht etwas anderes: ein Mosaik aus Momenten. Unvollständig, subjektiv, ehrlich.

Eine Woche. Eine Kamera. Ein Objektiv. Ich. Und eine Stadt, die sich für mich nach dieser Woche nicht ganz greifen lässt. Raus in die Straßen, hinein in dieses Meer aus Bewegung, Licht und Geschichten. Wir beginnen mit einem Überblick von Oben: aus luftigen 485 m Höhe vom Lotte World Tower (Gesamthöhe: 555 m). Zartes Gelb gekoppelt mit hartem Kontrast dominiert die Bildsprache – gewollt, was sonst!

Euer Alex

Die 500 sind voll! – „My Leica and me“

Nun ist es soweit: Dies ist der 500. Beitrag! Unglaublich!? Der erste Beitrag ging übrigens am 28.10.2010 online. Fast genau 14 Jahre später (!) sind wir nun also hier angekommen.

In Konstanz ist ein neues Bild für die Rubrik „My Leica and me“ entstanden…Fand die Schrift auf dem Schaufenster so witzig, dass ich sie fotografiert habe – dann noch mein Spiegelbild darin…passt doch für die 500, oder?

Euer Alex

Ein Sommermärchen in Frankreich – Teil 1 (Beginn am Atlantik)

Und endlich geht es los – die ersten Bilder von der Sommerreise sind bearbeitet. Nachfolgend zeige ich euch 8 Bilder vom Strand von Labenne. Wunderschöne Gegend, die vor allem bei Surfern sehr beliebt ist. Der Wind und die Wellen dort sind der Hammer! Der Strand ist weitgehend menschenleer und gerade in den Morgen- und Abendstunden lässt sich dort ganz wunderbar fotografieren.

Alle Bilder wurden mit der Leica M11-P und dem APO35er gemacht. Bei der Bearbeitung habe ich nur sehr vorsichtig an den Reglern gedreht, da die Bilder aus der M11-P bereits in einem hervorragenden Zustand kommen.

Euer Alex

Côte d’Azur – Teil 3

Bevor es noch einmal in die engen Gassen von Nizza geht, zeige ich euch ein paar Bilder die auf einer Wanderung nördlich der Stadt entstanden sind. Der Reiz lag dabei vor allem auf dem Kontrast zwischen den hellen Felsen und dem blauen Himmel und Meer. In Teilen hatte diese Landschaft sehr abstrakte Züge, die ich versucht habe (oft) sehr minimalistisch abzubilden.

Euer Alex