Nach den ruhigen Gassen, den historischen Fassaden und der urbanen Kunst wird es im dritten Teil deutlich lebhafter. Unser Ziel ist die berühmte Markthalle von Valencia: Der Mercat Central. Ein Ort, an dem sich das tägliche Leben der Stadt in all seinen Farben, Gerüchen und Geräuschen entfaltet.
Schon beim Betreten der Halle wird klar: Hier geht es nicht um Touristenattraktionen, sondern um das echte Valencia. Händler preisen lautstark ihre Waren an, Kunden diskutieren über die Qualität der Fische, Taschen rascheln, Gläser klirren und irgendwo lacht immer jemand. Dazwischen türmen sich Obst, Gemüse, Gewürze, Schinken und Meeresfrüchte in einer Vielfalt, die man kaum auf ein Bild bekommt.
Für Fotografen ist die Markthalle ein Paradies und gleichzeitig eine kleine Herausforderung. Das Licht scheint sich hier nämlich nicht entscheiden zu können, was es eigentlich möchte. Durch die großen Fenster und die kunstvollen Glasflächen fällt Tageslicht in die Halle, gleichzeitig sorgen künstliche Lichtquellen für weitere Akzente. Helle Bereiche wechseln sich mit dunklen Ecken ab, Farben reflektieren von allen Seiten und ständig läuft jemand durchs Bild.
Während moderne Kameras in solchen Situationen hektisch Augen, Gesichter, Tiere, Fahrzeuge und vermutlich sogar den nächsten Kaffee automatisch erkennen, stehe ich mit dem Messsucher mitten im Gewühl und drehe konzentriert am Fokusring. Menschen kommen von links, von rechts, bleiben kurz stehen und verschwinden wieder. Motive tauchen auf und sind oft schon wieder weg, bevor der Finger den Auslöser erreicht.
Die Leica M zwingt dazu, langsamer zu werden und genauer hinzusehen. Statt wahllos Serienbilder zu produzieren, beobachtet man die Szene, wartet auf den richtigen Moment und versucht, die Bewegungen der Menschen vorherzusehen. Nicht jeder Treffer sitzt perfekt. Manche Bilder landen direkt im digitalen Papierkorb. Aber die gelungenen Aufnahmen fühlen sich oft ein wenig mehr „erarbeitet“ an.
Besonders spannend sind die Begegnungen zwischen den Marktständen. Händler, die seit Jahrzehnten hier arbeiten. Kunden, die offensichtlich jeden Verkäufer persönlich kennen. Touristen, die staunend vor den Auslagen stehen. Überall entstehen kleine Geschichten, die sich ständig verändern und nur für wenige Sekunden existieren.
Im nächsten Teil verlassen wir den Trubel wieder und widmen uns einer ganz anderen Seite Valencias. Doch zunächst bleiben wir noch einen Moment zwischen den Marktständen stehen und genießen das wunderbare Chaos.














Euer Alex

















































