Was bleibt da noch zu sagen? Gedanken zur neuen Leica M11

Jetzt bin ich aber ganz schön spät dran, ein paar Worte zur Leica M11 zu verschwenden. Vieles wurde in den letzten Wochen geschrieben, besprochen und diskutiert. Auf ein paar wenige Fakten möchte ich trotzdem eingehen (wie immer als sehr subjektive und persönliche Sicht).

Auflösung: 60 MP sind natürlich ein ziemlicher Hammer, aber immerhin, lässt sich nun auch die RAW-Auflösung in drei Stufen variieren. Ich finde das ziemlich clever und offensichtlich auch schön gelöst. Dass die niederen Auflösungen keinen nennenswerte Vorteil bei Rauschen und Dynamik bringen, spricht für die unglaublich hohe Qualität des Sensors im oberen Auflösungsbereich. Persönliche Bewertung: 60 MP hätte ich nicht gebraucht, aber aus derzeitiger Sicht stören sie mich nicht. Daher: Neutral.

Belichtungsmessung: Wahrscheinlich eine der größten Änderungen an der M11 ist die Art der Belichtungsmessung. Erstmals wird diese komplett (auch im Messsuchermodus) über den Bildsensor gemacht. Das führt dazu, dass sich der Verschlussvorhang öffnet, sobald die Kamera eingeschaltet wird. Früher war dies nur im LiveView der Fall. Dadurch soll sich die Einschaltezeit der M11 deutlich erhöht haben und irgendwo zw. 2 und 3 Sekunden liegen, was ich ziemlich viel finde. Persönliche Bewertung: Sollte für meine Art der Fotografie eigentlich unwichtig sein, wenn sich die Einschaltezeit aber deutlich erhöht, wäre dies aus meiner Sicht ein deutlicher Rückschritt. Die Hoffnung ist, dass Leica hier mit einer neuen Firmware mehr Tempo rein bringen wird. Daher: Negativ bis neutral.

ISO: Endlich haben wir in der M11 einen Basis-ISO-Wert von 64. Summilux ohne Filter, auch an einem schönen Sommertag mit viel Licht, wird dadurch möglich! Persönliche Bewertung: Eine kleine Verbesserung, die für mich extrem wichtig ist. Daher: Positiv.

Gehäuse: Die Bodenplatte ist nun Geschichte und bei der schwarzen Version der Kamera setzt Leica nun auf Aluminium und nicht mehr auf Messing. Das führt dazu, dass die schwarze Variante deutlich leichter ist. Man wird sehen, ob die höhere Wärmeleitfähigkeit von Aluminium zu Schwierigkeiten beim empfindlichen Messsucher führen wird. Aus meiner Sicht sollte das Leica aber bestens im Griff haben. Aluminium als Gehäusematerial ist heute bei vielen Kameras Standard und gilt als ausreicht stabil und fest. Die Lackierung der Kamera muss beobachtet werden – bisher war die Eloxierung auf Messing ja immer extrem robust. Persönliche Bewertung: Weniger Gewicht bei gleichbleibender Stabilität ist für mich ein Vorteil. Um die Farbe mache ich mir keine Gedanken. Daher: Positiv.

Und sonst so: Interner Speicher (positiv), Konnektivität (positiv), Akku (positiv).

Preis: Hmmm….8.350 €! Die M10 kostete bei der Einführung 6.500 €. Also wenn nicht Leica draufstehen würde, könnte man fast denken, dass das unverschämt ist, oder? Jemand hat neulich zu mir gesagt: „Man ist bereit den Preis zu zahlen oder eben nicht!“ Noch Fragen? Aber mal ein anderer Gedanke: Der Preis der M11 richtet sich eindeutig an der M10-R aus (exakt der gleiche Preis!). Hätte eine M11 weniger gekostet, hätte niemand mehr die M10-R gekauft, die offensichtlich zunächst im Programm bleibt. Kann es sein, dass Leica mittelfristig (sagen wir mal in 12 Monaten) eine M11s auf den Markt bringt, die dann etwas abgespeckt ist und im Bereich von 6.800 € kosten wird? Vergleichbares hat man mit der SL2 gemacht. Auch dort gibt es eine s-Variante, die sich offensichtlich wie die warmen Semmeln verkauft. In 24 Monaten könnte man dann die übliche P-Variante (M11P) auf den Markt bringen und hätte somit drei unterschiedliche Modelle für unterschiedliche M-Zielkunden. Nur ein Gedankenspiel!

Fazit: Ohne jeden Zweifel ist die M11 eine tolle Kamera und bringt vieles mit, was ich mir schon bei der M10 gewünscht habe. Alleine der niedere ISO-Basiswert, die Möglichkeit mit einem elektronischen Verschluss auch kürzer als 1/4.000 zu belichten und das niedere Gewicht würden einen Kauf für mich rechtfertigen. Wäre da nicht der Preis! Also warte ich erst mal ab…

Wenn ihr einen schönen Überblick von der M11 bekommen wollt, dann schaut euch das Video von Paddy an.

Euer Alex

Der Herr Adams: Musiker mit dem Hang zur Fotografie

Es gibt heute ja ziemlich viele Menschen die wohl mehrere Begabungen haben oder zumindest denken mehrere zu haben. Unter Musikern gibt es zum Beispiel überraschend viele Fotografen – bei Schauspielern ist es ganz ähnlich. Bryan Adams ist auch so ein Mensch. Er fotografiert wohl schon sehr lange und kam dann irgendwann auch zur Musik. Was vorher da war kann heute wohl keiner mehr sagen. Trotzdem kennen ihn die meisten Menschen als Musiker – da sich über Geschmack ja (nicht) streiten lässt, will ich hier nicht weiter auf die Musik die Herr Adams macht eingehen. Vor vielen Jahren habe ich aber eine Ausstellung von ihm gesehen und war sehr positiv überrascht. Und so bekam ich dann auch vor einigen wenigen Tagen einen Fotoband geschenkt, der das Werk von Herrn Adams zusammenfasst. Auf mehr als 300 Seiten wird ein guter Überblick gegeben – gemischt in Farbe und Schwarz-Weiß. Es dominieren die typischen Aufnahmen von Promis, aber halt: nicht die üblichen Bilder der gut-aussehenden Reichen dieser Welt, sondern meist sehr bodenständige Bilder, die auch etwas hinter die Fassade blicken lassen (so zumindest mein Eindruck).

Für mich ein Buch, das man nicht unbedingt besitzen muss, das aber trotzdem Spaß macht. Am Ende muss jeder selber entscheiden, ob er die Kunst des Herrn Adams nun gut oder schlecht findet – einen Blick in seine Arbeit lohnt sich in jeden Fall.

Euer Alex

Kontraste

Jemand hat mal zu mir gesagt, dass ein gutes Foto vor allem aus Kontrasten besteht: inhaltlich, farblich und natürlich von den eigentlichen Hell-Dunkel-Tönen. Das folgende Bild erfüllt nur eine Teilmenge dieser Anforderungen und ich wollte es hier auch gar nicht zeigen. Dann lag es aber ganz lange auf meinem Desktop gespeichert (gegen meine grundsätzliche Regel dort nichts zu speichern!) und je öfter ich es beiläufig geöffnet habe, desto besser gefiel es mir.

Aufgenommen wie immer mit der Leica M und dem Summicron-M 35 mm in der Nähe von Feldberg. Der Ausschnitt gehört zu einem kleinen Häuschen (vielleicht 3 mal 3 Meter groß), das verlassen in der Landschaft stand und keine richtige Funktion zu haben scheint. Jetzt ist es für mich das „Kontrasthäuschen“ und weiß endlich warum es dort steht.

Euer Alex

Vergraben…

Im Moment bemerke ich, dass ich fast bei jedem Bild das ich mache versuche einen Link zur aktuellen Situation des „Eingesperrt-Sein“ herstellen will. Alle Maßnahmen die derzeit gesetzt werden, sind natürlich richtig und notwendig, nach zwei Jahren wünscht man sich nun aber einfach ein wenig Freiheit zurück. Einfach mal wieder ganz ohne Angst etwas Essen gehen, ins Kino oder auf ein Konzert gehen können. Naja, vielleicht klappt es Ende 2022 ja damit! Bis dahin grabe ich mich mal unter meiner Decke ein! Bin dann mal weg…

Das Bild entstand auf einer Wanderung von Feldberg nach Müllheim. Wie üblich ist es mit meiner Leica M und dem Summicron-M 35 mm aufgenommen. Fast wäre ich an dem Schätzchen vorbei gelaufen, aber dann habe ich es doch noch entdeckt. Keine 10 Meter vom Weg entfernt in der Wiese vergraben. Das gute Stück wartet dort auf bessere Zeiten!

Euer Alex

Die neue „Laika“ – Spekulation zur Leica M11

Derzeit sprechen Leica-Jünger ja nur noch über den 13. Januar 2022 – also morgen, dem Tag an dem (vermutlich) die neue Leica M11 vorgestellt werden wird. Mein Tochter (6 Jahre alt!) hat mir zu Weihnachten (vermutlich, weil ich auch seit Monaten nur noch von DIESER neuen Leica spreche) eine echte „Laika“ geschenkt. Aus meiner Sicht DIE einzige echte Alternative zur kommenden M11.

Was wünsche ich mir aber von der M11? Ich bin mal in mich gegangen und habe versucht aufzuschreiben, was die neue M11 können muss, um unwiderstehlich für mich zu sein:

  • ISO-Werte weit unterhalb von 100 (am besten in Richtung 50), um auch mit f/1.4 bei praller Sonne ohne ND-Filter arbeiten zu können.
  • Verschlusszeiten kürzer als 1/4.000 – gerne auch mit elektronischem Verschluss (auch hier spielt das Thema „Offenblende“ eine Rolle).
  • bessere Akkuleistung als die M10, vergleichbar mit meiner M240.
  • geringeres Gewicht (unterhalb von 600 g ohne Akku wäre super! Meine M240 wiegt um die 680 g mit Akku!).
  • höhere Auflösung (klasse wäre es, wenn man die Auflösung der RAW anpassen könnte) zw. 40 und 60 MP.
  • Preis auf dem Niveau einer M10 🙂

Mal sehen was Leica morgen bringen wird (erste Spekulationen gehen ja durchaus in die richtige Richtung!). Das Event gibt es übrigens live im Netz zu sehen.

Ein sehr schönes „Spekulationsvideo“ findet sich hier:

Euer Alex

Durch den Wind…

In diesen verrückten Zeiten kann man eigentlich nur durch den Wind sein. Aber wie soll man dieses Gefühl in ein Bild hüllen. Anbei ein Versuch!

Der Kopf fühlt sich durcheinander. Oben ist manchmal unten und unten eben manchmal oben. Alles sehr surreal! Bald wird es wieder konkreter, schärfer, weniger Rauschen, … auf nach 2022.

Euer Alex