Kategorie-Archiv: Buch

Streets of Seoul – Mein persönliches Fotobuch

Nach meiner Reise nach Seoul stand für mich relativ schnell fest, dass die entstandenen Bilder nicht einfach auf einer Festplatte verschwinden sollten. Die Stadt hat mich fotografisch enorm fasziniert: das Nebeneinander von Tradition und Moderne, die unzähligen kleinen Straßenszenen, das Licht, die Menschen und die vielen Details, die man oft erst auf den zweiten Blick entdeckt.

Deshalb habe ich mich entschieden, aus meinen Aufnahmen ein ganz persönliches Fotobuch zu gestalten – nicht als Projekt für Kunden oder für die Öffentlichkeit, sondern ausschließlich für mich selbst. Ein Buch, das die Erinnerungen an diese besondere Reise bewahrt und die Atmosphäre der Stadt möglichst authentisch transportiert.

Für das Buch habe ich sämtliche Bilder noch einmal neu bearbeitet. Dabei entstand eine Bildsprache, die irgendwo zwischen Schwarz-Weiß- und Farbfotografie liegt. Die Fotos wurden in eine monochrome Darstellung überführt und nur mit einer sehr dezenten Restfärbung versehen. Dieser Ansatz verleiht vielen Motiven eine besondere Ruhe und Konzentration auf Formen, Licht und Kontraste. Einige Bilder gewinnen dadurch deutlich an Ausdruckskraft, während andere in ihrer ursprünglichen Farbigkeit vielleicht sogar etwas stärker wirken. Gerade dieser Wechsel macht für mich jedoch einen Teil des Reizes aus.

Produziert wurde das Buch von WhiteWall. Meine Wahl fiel auf mattes Fotopapier in Kombination mit einer hochwertigen Textilbindung und einem Textileinband. Schon beim ersten Durchblättern war klar, dass diese Entscheidung die richtige war. Die Haptik des Einbands, die Verarbeitung und insbesondere die Wirkung der Bilder auf echtem Fotopapier hinterlassen einen ausgesprochen hochwertigen Eindruck.

Besonders positiv überrascht hat mich die Gesamtanmutung des Buches. Die Schwarz-Weiß-Bearbeitung mit den subtilen Farbakzenten kommt auf dem matten Papier sehr stimmig zur Geltung. Kontraste wirken angenehm ausgewogen, und die Bilder entfalten eine gewisse Tiefe, die ich mir für dieses Projekt erhofft hatte.

Natürlich bleibt bei einem solchen Projekt immer Raum für Verbesserungen. Einige wenige Bilder sind etwas heller ausgefallen als erwartet. Vermutlich liegt die Ursache in einer nicht perfekt abgestimmten Monitorkalibrierung meinerseits im Vergleich zum Druckprozess von WhiteWall. Das ist jedoch eher eine Randnotiz und beeinträchtigt den Gesamteindruck nur minimal.

In Summe bin ich mit dem Ergebnis sehr zufrieden. Das Buch fühlt sich genau so an, wie ich es mir vorgestellt hatte: hochwertig, persönlich und mit einer Bildsprache, die die Stimmung meiner Tage in Seoul einfängt. Es ist eines dieser Projekte, die zeigen, dass Fotografien erst dann wirklich lebendig werden, wenn sie den Bildschirm verlassen und als gedrucktes Werk in den Händen gehalten werden können.

Unterhalb dieses Beitrags findet ihr die komplette Galerie aller Bilder aus dem Buch sowie einige Eindrücke des fertigen Fotobuchs selbst.

Euer Alex

Buchtipp: Alex Webb – The suffering of light

Heute habe ich wieder einmal einen Buchtipp für euch – und zwar das Buch „The Suffering of Light“ von Alex Webb. Zugegeben: Am Anfang war ich etwas skeptisch. Mit der Zeit habe ich mich jedoch intensiver mit dem Buch beschäftigt. Und ja, nicht jedes Bild spricht mich gleichermaßen an, aber einige sind schlicht grandios. Besonders beeindruckend ist Webbs Können immer dann, wenn er ohne natürliches Licht auskommen muss und nur sehr wenig künstliches Licht zur Verfügung hat. Die Stimmung, die er unter diesen Bedingungen zu erzeugen vermag, ist einfach gewaltig.

Mehr Infos zu Webb und seinem Werk findet ihr hier:

https://de.wikipedia.org/wiki/Alex_Webb

https://www.magnumphotos.com/photographer/alex-webb

Viel Spaß beim Stöbern…

Euer Alex

Buchtipp: Leica M (70 Jahre)

Im Jahr 2024 ist die Leica M 70 Jahre alt geworden. Von Leica gab es dazu erstaunlich wenig zu sehen (wahrscheinlich, weil gleich ein Jahr später – 2025 – 100 Jahre Leica gefeiert werden) – egal, es erschien aber ein wunderbares Buch: Leica M. Das Buch wird direkt über die Leica Shops vertrieben und war bereits kurz nach dem Erscheinen recht schwer zu bekommen. Schließlich habe ich ein Exemplar ergattert und es an ein paar wenigen Wochenenden verschlungen.

Das Buch ist eine wunderbare Mischung aus historischen Fakten, technischen Infos, Gedanken von Fotografen zur Leica M und spannenden Bildern. Gerade die technischen Darstellungen sind faszinierend, weil sie in dieser Form und Detailtiefe aus meiner Sicht noch nie publiziert wurden. Die Entwicklung der M8 und die parallele zum R-System sind spannend. Gerade wenn man technisch interessiert ist und sich in eine solche Entwicklung hineinversetzen kann, bleibt man ganz oft mit offenen Mund sitzen.

Für mich also ein Buch, dass jeder Fotoliebhaber im Regal stehen haben sollte – nicht nur Leica-Fotografen.

Euer Alex

Buchtipp: „Elegia Fantastica“ von Emanuele Scorcelletti

Nach langer Zeit habe ich wieder mal einen Buchtipp für euch: Elegia Fantastica von Emanuele Scorcelletti. Ein wunderbares Buch, das zum Träumen einladet. Kurz aus dem italienischen Vorwort für Euch übersetzt:

Die tiefe Verbindung von Emanuele Scorcelletti mit der Region Marche in Italien ist der Ausgangspunkt eines künstlerischen Projekts, das er seit mehreren Jahren verfolgt und das er Elegia Fantastica genannt hat. Diese introspektive Reise zu Orten der Vergangenheit wird von einem ästhetischen Ansatz getragen, der uns von der Realität von gestern (Erinnerungen) zum Unsichtbaren von heute (Visionen) führt. Dabei verwandelt er eine intime emotionale Erfahrung mit den Orten seiner Kindheit und seinen inneren Landschaften in eine Reflexion über kollektives Gedächtnis und Übertragung.

Das Buch hat mir meine Frau geschenkt (danke an dieser Stelle!) und sie hat es im Leica Shop in Frankfurt erworben, wo kürzlich auch eine Ausstellung zum Buch stattgefunden hat. Schöner Nebeneffekt dieser Geschichte: ich habe ein Buch mit Originalunterschrift (siehe zweites Bild oben) – Freude!!!

Euer Alex

Buchtipp: „Habitat“ von Tom Hegen

Dieses Buch habe ich im Leica Shop in Konstanz durchgeblättert und mich sofort verliebt. Was für geniale Aufnahmen. Die Bilder wurden allesamt aus der Luft aufgenommen – meist perfekt vertikal nach unten. Dadurch entfalten die Bilder eine gewisse „Abstraktheit“ und sind einfach nur wunderschön anzusehen. Der Grund dieser Bilder ist natürlich meist nicht so schön – sie zeigen ja die Natur, wie sie vom Menschen verändert wurde. Gerade deshalb lohnt das Buch. Mehr zu sehen von Tom Hegen gibt es hier. Das Buch war übrigens ein Geburtstagsgeschenk von meinen Eltern – Danke dafür!

Euer Alex

Buchtipp: „Anderswo“ von Petra Barth

Heute will ich wieder mal ein Buch erwähnen, das ich absolut faszinierend finde. Es ist „Anderswo“ von Petra Barth. Das Buch handelt vom Abschied und nähert sich dem Thema auf ganz unterschiedliche Weise. Es geht um Riesen durch Afrika, aber auch um den Tod. „Sensible“ Schwarz-Weiß-Bilder – einfach großartig.

Die Bilder entstanden über eine Zeit von 15 Jahren (2005 bis 2020) und haben mich komplett um. Mehr zur Fotografin findet ihr hier.

Euer Alex

Der Herr Adams: Musiker mit dem Hang zur Fotografie

Es gibt heute ja ziemlich viele Menschen die wohl mehrere Begabungen haben oder zumindest denken mehrere zu haben. Unter Musikern gibt es zum Beispiel überraschend viele Fotografen – bei Schauspielern ist es ganz ähnlich. Bryan Adams ist auch so ein Mensch. Er fotografiert wohl schon sehr lange und kam dann irgendwann auch zur Musik. Was vorher da war kann heute wohl keiner mehr sagen. Trotzdem kennen ihn die meisten Menschen als Musiker – da sich über Geschmack ja (nicht) streiten lässt, will ich hier nicht weiter auf die Musik die Herr Adams macht eingehen. Vor vielen Jahren habe ich aber eine Ausstellung von ihm gesehen und war sehr positiv überrascht. Und so bekam ich dann auch vor einigen wenigen Tagen einen Fotoband geschenkt, der das Werk von Herrn Adams zusammenfasst. Auf mehr als 300 Seiten wird ein guter Überblick gegeben – gemischt in Farbe und Schwarz-Weiß. Es dominieren die typischen Aufnahmen von Promis, aber halt: nicht die üblichen Bilder der gut-aussehenden Reichen dieser Welt, sondern meist sehr bodenständige Bilder, die auch etwas hinter die Fassade blicken lassen (so zumindest mein Eindruck).

Für mich ein Buch, das man nicht unbedingt besitzen muss, das aber trotzdem Spaß macht. Am Ende muss jeder selber entscheiden, ob er die Kunst des Herrn Adams nun gut oder schlecht findet – einen Blick in seine Arbeit lohnt sich in jeden Fall.

Euer Alex