Kategorie-Archiv: The Leica Meet

La grande bellezza – Teil 2

Und nun, wie versprochen, der zweite Teil der Mini-Serie aus Italien. Die folgenden Bilder zeigen vor allem Detailstudien, so wie ich sie oft erstelle und mag. Die ersten beiden Bilder wurden am Strand von Cannobio aufgenommen. Der abgerissene Holzstamm (wohl eine Stütze einer nicht mehr vorhandenen Konstruktion) zeugt von Vergänglichkeit. Die Form wirkt fast „mensch-gemacht“, wie ein kleines Kunstwerk. Die vier Stühle spinnen den Grundgedanken von „Vergänglichkeit“ weiter. Wo sind die Menschen, die sich die Stühle zurecht gerichtet haben?

Das dritte Bild wurde am Hafen von Cannobio fotografiert und wirkt auf mich sehr surreal. Die weit geöffnete Blende lässt den Hintergrund völlig unscharf wirken, die dunklen Wolken erzeugen eine fast unwirkliche Stimmung und das Geländer links verläuft von Vorne nach Hinten, vom Unscharfen ins Unscharfe. Die Anzeige suggeriert, dass in 10 Minuten etwas besonders passieren muss!  Die zwei folgenden Bilder wurden hoch oben über Cannero Riviera aufgenommen. Die Tür bildet den Seiteneingang zu einer kleinen Kirche und war etwas versteckt hinter Bäumen. Die Treppe wirkt auf mich, als wolle sie gar nicht zur Tür führen, sondern am liebsten an ihr vorbei. Das zweite Bild steht für die marode Infrastruktur in Italien: nur wenig funktioniert dort, (fast) alles ist kaputt – trotzdem lieben und leben die Menschen das Leben. Kaktus am Strand – muss mehr mehr sagen? Auch für diesen zweiten Teil kam „nur“ das Summicron-M 35 mm an der Leica M zum Einsatz. In Summe bin ich mit der Qualität dieser Kombination sehr zufrieden, auch wenn mir das Bokeh des 35er bei detailreichem Hintergrund (z. B. linke Seite des Kaktus-Bildes) zur unruhig wirkt. Dies habe ich ja bereits in meinem Beitrag „Objektiv betrachtet“ in 2015 beschrieben. Soweit also der zweite Teil, der nächste Woche durch einen dritten Teil abgeschlossen wird…

Euer Alex / LiK

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La grande bellezza – Teil 1

La grande belezza (Die große Schönheit) bezeichnet in meinem Fall die italienische Stadt Cannobio und Umgebung. Dort durfte ich eine ganze Woche verbringen und fand die eine oder andere Minuten, um Bilder von dieser herrlichen kleinen Stand, mit ihren engen Gassen und der Umgebung zu machen. Italien ist bei mir immer Schwarz-Weiß – zu sehr habe ich die alten Fellini-Filme im Kopf. Daher findet ihr in diesem Beitrag auch nur in SW ausgearbeitete Aufnahmen. Alle Bilder wurden mit der Leica M und dem Summicron-M 35 mm aufgenommen. Irgendwie habe ich gerade wieder eine solche „35er-Phase“. Die Brennweite ist einfach herrlich, um durch die Straßen zu ziehen und flexibel zu fotografieren.

Die engen Gassen bringen die Herausforderung mit sich, auf Gegenlicht bzw. schräg von oben einfallendes Licht reagieren zu müssen. Leider hatte ich nicht die Möglichkeit, gewisse Orte zu einem späteren Zeitpunkt, bei anderem/besserem Licht, noch einmal zu besuchen. Daher musste ich das beste aus der Situation Vor-Ort machen. Die extreme Grauwertdynamik in den Bildern ist natürlich etwas gewöhnungsbedürftig, spiegelt die Situation in den Gassen aber gut wieder.

Die ersten beiden Bilder unten zeigen die Stadt Cannero Reviera südlich von Cannobio. Berühmt ist die Stadt für ihren Badestrand – ich fand den Glockenturm und den Blick von Oben irgendwie spannender. Die letzten beiden Bilder sind dann wieder in Cannobio aufgenommen – direkt an der Promenade.

Der Überschrift könnt ihr entnehmen, dass dies der erste Beitrag einer kleinen Serie ist. Nächste Woche werde ich euch einige Bilder mit dem Fokus Richtung Details zeigen. Natürlich wieder in Schwarz-Weiß!

Euer Alex / LiK

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Projekt f/1.4

Bin heute durch die Weinberge von Feldberg gewandert und habe einige Bilder gemacht. Dabei stellte ich mir die Aufgabe, endlich wieder das Summilux-M 50 mm zu verwenden und dieses nur bei f/1.4 einzusetzen. Entstanden sind eine ganze Reihe von Bildern, von denen einige hier gezeigt werden sollen.

l1000052l1000059 l1000062 l1000063 l1000066 l1000068Nach einigen Wochen der „Summilux-Abstinenz“  war ich einfach nur hin und weg von der Qualität der Abbildung. Klar, der scharfe Bereich wird schon bei f/1.4 absolut scharf abgebildet (bis in die Ecken), aber dieser Unschärfebereich – wow! Dafür liebe ich dieses Objektiv so sehr und denke immer noch, dass es dem doppelt so teuren APO 50 mm überlegen ist oder zumindest seine ganz eigene Charakteristik hat.

Das Projekt f/1.4 ist übrigens jedem mehr als zu empfehlen. Nicht nur, dass man sich durch eine Festbrennweite einschränkt und dadurch seine Kreativität freisetzt, die Limitierung auf einen festen Blendenwert gibt diesem Prozess noch einmal einen zusätzlichen Schub. Einschränkung ist in der Fotografie eben doch etwas sehr Nützliches!

Alex

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Impressionen in Schwarz-Weiß…

So langsam scheine ich fotografisch wieder etwas mehr in Schwung zu kommen – die Urlaubswochen bieten dafür aber auch die notwendige Zeit und den Freiraum an. Anbei Bilder die ich letzte Woche bei einem Spaziergang durch die Weinberge in Feldberg gemacht habe. Die Trauben bewegen sich Richtung Lese und das Laub beginnt sich ganz langsam zu verfärben.

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Trauben. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/2.0.

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Laub. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/2.8.

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Holz. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/4.0.

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Ende. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/2.0.

Die Gegend um Feldberg bietet ganz hervorragende Motive zum Fotografieren. Die Lichtstimmung ist meist ausgezeichnet (besonders in den Abendstunden) und andere Fotografen finden sich hier kaum! Perfekte Voraussetzungen also…

LiK

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Jazz im Wald…

„Das erste mal ist es falsch, das zweite mal ist es Jazz!“ [Miles Davis]

Genau so fühlt sich dieses Bild an – irgendwie falsch, da stimmt etwas nicht! Je länger ich es betrachte, desto besser gefällt es mir. Komplex, nicht einfach, aber irgendwie besonders. Oder einfach nur ein Schuss in den Wald?!

Jazz im Wald. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/2.0.

Jazz im Wald. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/2.0.

Alex

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Nach langer Zeit ein Lebenszeichen…

Nach langer Zeit also ein Lebenszeichen. Ich hoffe ich wurde nicht vergessen in der Zwischenzeit! Privat hatte ich in den letzten Wochen und Monaten viel um die Ohren. Den Lebensmittelpunkt habe ich nun südlich von Freiburg im schönen Markgräflerland gefunden – eine kleine Ortschaft oberhalb von Müllheim mitten in den Weinbergen. Es werden also in Zukunft wieder mehr Landschaftotos auf euch zukommen. Als erste Einstimmung ein Bild mit der Leica M und dem Summicron-M 35 mm bei f/5.0 aufgenommen.

Abendstimmung im Markgräflerland.

Abendstimmung im Markgräflerland.

Euer LiK

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Zurück in die Zukunft – Leica und die M …

Wo soll die Reise hingehen? Diese Frage stellen sich derzeit wohl viele Kamerahersteller. Die spiegellosen Systeme mischen gerade den Markt auf und alles schielt auf die völlig überschätze A7(II, r,s). Und was macht Canon und Nikon? Verschlafen sie weiterhin die wichtigen Trends? Leica hat nur einen Anteil von ca. 1% am Weltkameramarkt und trotzdem setzten sie in der Vergangenheit so manchen Meilenstein … und verschliefen so manchen Trend. Doch wenn man die Kamerahistorie in einem größeren Zeitrahmen betrachtet (und Geschichte lebt davon!), so stellt man fest, dass Leica mit seiner Beharrlichkeit vielleicht nicht so schlecht lag und liegt. Die M ist plötzlich wieder modern. Das Design ist nicht Retro, sondern war schon immer so. Der Spiegel wurde nicht weggelassen, sondern war gar nie da! Die M als Trendsetter! Ich denke, nach ca. 50 Jahren ist es nun wieder so weit, und so mancher japanische Konzern orientiert sich am deutschen Unternehmen Leica – und wenn es nur das simple Design ist. Dieser Trend ist nicht neu und kann schon seit ca. 4-5 Jahren beobachtet werden (siehe Fuji) – trotzdem finde ich es bemerkenswert. Die Leica M ist pur, simpel und in ihrem Design und ihrer Funktion unverkennbar.

Die Leica M ist pur, simpel und in ihrem Design und ihrer Funktion unverkennbar.

Die Leica M ist ohne jeden Zweifel ein Luxusprodukt – erstklassig verarbeitet, teuer und sehr emotionsgebunden. Trotz dass die Leica M ein Nischenprodukt ist, bildet sie bei Leica das Zugpferd – die Cashcow! Die anderen Produkte von Leica können nicht mithalten: die Kompaktkameras bilden keine echte Einnahmequelle, da von Panasonic gebaut, die S (bis jetzt) zu teuer, die X hat zu geringe Stückzahlen und die T hat noch nicht so am Markt gegriffen wie erhofft … Aber halt, da war doch noch was: die Leica Q. Was für ein Start für ein neues Kamerasystem. Ich denke, damit hat nicht mal Leica gerechnet, denn die Q verkauft sich blendend.

Wo aber soll die Reise hingehen – wo sollen sich M, Q, T, X … hin entwickeln? Da ich kein Hellseher bin und keine Kristallkugel zu Hause habe, sind dies also alles nur Spekulationen. Beginnen wir mal bei der T. Ich bin mir nicht sicher, ob dieses System bei Leica eine Zukunft hat (und hier muss ich meine Meinung gegenüber früher etwas revidieren). Die Entwickler haben einen guten (wenn auch nicht perfekten) Job abgeliefert. Die T macht Spaß – siehe mein Bericht. Trotzdem konnte sie die Fotowelt nicht so recht überzeugen. Zu viel Design und zu wenig Fotografie! Machen wir vorerst hinter der T also ein großes Fragezeichen.

Zu viel Design und zu wenig Fotografie! Das ist die Leica T.

Die X hat für mich ohne jeden Zweifel eine Daseinsberechtigung – sie stellt den Einstieg in die Leica-Welt dar und einen direkten Link zur M her. Funktion und Design sind an der M angelehnt. Trotzdem habe ich das Gefühl, dass die Verkaufszahlen nicht so recht überzeugen können. Da die X aber den Einstieg in die hochpreisige Produktlinie von Leica bildet, stellt sie ein wichtiges Produkt für Leica dar. Ich denke also, dass eine überarbeitete Version erscheinen und die X weiterhin gepflegt werden wird.

Kommen wir zur M und damit zur Königin. Die M war schon mal tot, als Leica 1975 die Produktion einstellte. Und es war nur Walter Kluck, dem Leiter der kanadischen Leitz-Niederlassung in Midland, zu verdanken, dass die M in Kanada weiter produziert wurde. Inzwischen wurde die M wieder zum Zugpferd, Leica hat sich erholt und spielt am Kameramarkt zwar nur eine kleine, aber doch beachtliche Rolle. 2012 wurde die derzeit aktuelle M (Typ 240) präsentiert mit dem Ziel, ein modernes und zukunftssicheres System zu haben. Man wollte die Hardwareplattform für ca. 10 Jahre beibehalten und darauf aufbauend unterschiedliche Produktlinien entwickeln. Und man hielt bis jetzt Wort. Die neue Monochrom (Typ 246) basiert auf der gleichen Hardware wie die M – natürlich mit anderem Chip und neuerem Prozessor.

Und die M wird so bleiben! Man wird meiner Meinung nach kleine Überarbeitungen präsentieren – Auflösung anpassen (oder auch nicht!), Dynamikumfang, Prozessierung, Lichtempfindlichkeit, etc. Der neue Leica CEO Oliver Kaltner hat es beim Besuch der „Leica Meet“ Gruppe in Wetzlar treffend ausgedrückt:  “The Leica M will remain pure – like the Porsche 911”. Alleine diesem Statement entnehme ich, dass viele der derzeit kursierenden Gerüchte nicht stimmen können – die M wird weder einen elektronischen, noch einen hybriden Sucher bekommen, noch wird sie eingestellt werden. Denkbar ist aber, dass die Überarbeitungszyklen bei der M (und Monochrome) größer werden – derzeit haben wir eine neue M alle 3 Jahren (es wäre also demnächst wieder soweit), in Zukunft könnte ich mir eine neue M alle 4 Jahre vorstellen.

“The Leica M will remain pure – like the Porsche 911” [Leica CEO Oliver Kaltner]

ABER … Die M wird mit Sicherheit durch ein zweites Produkt flankiert werden. Und damit sind wir bei der Q. Ich denke, Leica wird in Kürze ein neues System vorstellen, welches auf der Q basieren und Wechselobjektive besitzen wird. Das neue System wird M-Objektive aufnehmen können und auch AF-Objektive (vielleicht auch die T-Objektive). Ob sie am Ende Q oder ganz anders heißen wird, ist eigentlich egal! Sollte Leica diesen Schritt machen, steht für mich die T auf wackeligen Beinen.

Ich gehe also davon aus, dass demnächst eine neue Q mit Wechselobjektiven erscheint (vielleicht unter anderen Namen) und innerhalb der nächsten 12 Monate eine neue M (mit dem Chip der Q, „Typ 260“?). Vielleicht kennen wir eines oder mehrere dieser Produkte bereits am 20. Oktober 2015, denn dann gibt es eine große Präsentation in Wetzlar.

Und danach? Hängt wohl stark davon ab, wie sich das neue System verkauft und welche neuen Technologien in den nächsten Jahren verfügbar sein werden. Auch, ob die M dann vom Thron gestoßen werden kann, hängt davon ab – nächste Diskussion und Spekulation also 2018/19.

Aber vielleicht kommt auch alles ganz anders…

Alex

Nachtrag: Am 18. Oktober fand sich auf der Leica-Webseite folgender Hinweis:

Bildschirmfoto vom 2015-10-18 11:36:52Interessant, oder? Hmmm….eine neue M? Wir werden sehen.

 

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