Kategorie-Archiv: Leica M (Typ 240)

Goodbye to the good old days!

Der alte Güterbahnhof in Freiburg steht in den letzten Atemzügen…die alten Gebäude werden der Reihe nach abgerissen und in den nächsten Jahren entsteht dort eine ganze Reihe von neuen Wohnanlagen, ein Campus der Uni, Forschungsinstitute und Studentenheime – ein neuer Stadtteil für Freiburg. Prinzipiell ist diese Entscheidung der Stadt Freiburg richtig (auch in Anbetracht der Wohnungsknappheit und der damit einhergehenden Mietpreise in Freiburg), trotzdem wird man die alte und marode Architektur vermissen. Seht die nachfolgenden Bilder als eine kleine Dokumentation/Reportage über die noch verbliebenen Reste – diese werden in den nächsten Wochen wohl auch verschwinden. Goodbye to the good old days!

L1001340L1001347 L1001353L1001362L1001369L1001373L1001403L1001341L1001382Besonders viel Wert habe ich wie immer auf den Beschnitt, aber auch auf die Entzerrung der Bilder gelegt. Gerade wenn man viele Aufnahmen sehr „frontal“ gestaltet, finde ich stürzende Linien als störend. Die oft angeschnittenen Objekte (z. B. Türen) verleihen den Bildern etwas von der Vergänglichkeit und Unvollständigkeit die zweifelsohne am Ort vorhanden ist/war.

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Schattenwurf

Immer wieder entdecke ich, wie faszinierend Schatten auf Häuserwänden sind. Schatten von gegenüberliegenden Häusern, aber auch Schatten von Bäumen. Besonders gut gefällt mir, wenn sich der Schatten mit dem eigentlichen Objekt vermischt. Ein Beispiel habe ich ja vor kurzem hier veröffentlicht. Neulich machte ich nun das unten abgebildete Foto. Eigentlich eher ein Schnappschuss im Vorbeigehen, den ich – zu Hause angekommen – nicht weiter beachtet habe. Dann aber konvertierte ich das Bild in Schwarz-Weiß, änderte etwas den Ausschnitt und speicherte das Bild erneut. Ich öffnete das Bild immer wieder in den letzten Tagen und betrachtete lange das darauf Abgebildete. Und irgendwie fesselt es mich! Der Baum, der sich mit dem Schatten vereint, und der Schatten Teil des Baumes wird. Die philosophische Interpretation überlasse ich jetzt anderen.

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Und immer wieder Wolken….

Was habe ich nur in letzter Zeit mit den Wolken?! Egal…der Himmel über Baden-Baden im Januar. Schön-dunkel, dunkel-schön, oder?

L1001198Gemacht wurde das Bild kurz nach Sonnenuntergang – daher auch die leicht rötliche Verfärbung am unteren Bildrand. Etwas düster, aber passend zur Jahreszeit.

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Kameratasche, Kameragurt und Really Right Stuff Bodenplatte

Nach einem Systemwechsel, wie ich ihn vor Kurzem vollführt habe, fragt man sich, ob das Transportmittel für die Kamera noch passend und ausreichend ist. Bei mir war es weniger die Notwendigkeit nach mehr Platz, sondern eher die Reduktion auf ein kleines Packmaß. Früher trug ich meine Kamera und die Objektive mit einem Lowepro-Rucksack durch die Gegend, was auch wunderbar funktioniert hat. Eine Leica M ist nun aber sehr klein und passt wunderbar in eine Umhängetasche. Ich machte mich also auf die Suche nach einer geeigneten Lösung. Konkret angesehen habe ich mir Lösungen von Billingham, Crumpler, Dörr, Domke, Kata, König, Kultbag/Mono, Lowepro, und Thinktank. Eine jede Menge also. In die konkrete Auswahl kamen dann folgende drei Produkte:

  • Billingham Hadley Small,
  • Domke F-5XB,
  • Thinktank Retrospective 5.

Jede dieser Taschen ist wunderbar und bietet für sich eine gute Lösung. Ich habe mich am Ende für die Billingham Hadley Small entschieden. Die Gründe dafür sind die perfekte Verarbeitung, die sehr steifen und festen Einsätze im Inneren der Tasche, der ausgezeichnete Schultergurt, die Schlichtheit des Aussehens und die Stabilität des Materials. Die Domke F-5XB machte auch einen sehr guten Eindruck, der etwas plumpe Schriftzug störte mich aber extrem. Die Thinktank Retrospective 5 war mir am Ende zu kompliziert konzipiert (zu viele Taschen, Fächer, etc.). Zudem birgt der Reißverschluss im Inneren der Tasche das Risiko, sich die Kamera zu zerkratzen.

Kurz ein paar Worte/Erfahrungen zur Billingham Hadley Small. Die Verarbeitung der Tasche ist ein Traum! Alle Nähte, Verschlüsse, etc. sind perfekt verarbeitet – sie wirkt extrem „wertig“. Das Material (ich habe mich für das klassische Canvas entschieden) wirkt robust und bei Weitem nicht so steif, wie ich es mir von Bildern erwartet habe – die Tasche schmiegt sich gut an den Körper an. Im Gegensatz zum neuen Material FibreNyte habe ich mich für Canvas entschieden, da es etwas weniger anfällig für elektrostatische Aufladung ist und daher den Dreck (speziell Staubfusel) nicht so stark anzieht. Zudem soll Canvas etwas robuster sein, was den Abrieb angeht. Farblich habe ich mich für das Schwarz mit braunen Lederrändern entschieden – einfach und schlicht wie eine Leica M. Das Innere der Tasche ist mit einem grünen Einsatz ausgelegt, welcher sich einfach entfernen bzw. herausnehmen lässt. Wie bereits angedeutet, ist der Einsatz fest und ausreichend steif, um die Kamera sicher zu halten und die Abtrennungen mit der notwendigen Festigkeit auszustatten. Sehr witzig ist der Verschluss der Tasche – die Laschen lassen sich durch Ösen leicht und schnell öffnen. Inzwischen hatte ich die Tasche bei unterschiedlichen Wetterbedingungen im Einsatz. Sowohl Regen, als auch Staub machen der Tasche nichts aus – der Inhalt bleibt trocken, sauber und geschützt. Auf Basis dieses Taschenmodells lässt sich Leica eine eigene, minimal kleinere Version fertigen (siehe Link), welche die Fronttasche durch einen Reißverschluss ergänzt. Zudem bietet die Leica-Version eine zusätzliche Bodenplatte, um den Inhalt besser zu schützen. Beide Features waren für mich nicht ausschlaggebend – daher habe ich mich für das Original entschieden. Für eine Billingham muss man aber bereit sein, etwas Geld auszugeben – mit 170.-€ ist die Tasche sicher kein Schnäppchen.

IMG_2490IMG_2480Neben der Tasche habe ich mich auch für den Kauf eines Kameragurts entschieden – der Originalgurt von Leica war mir etwas zu lieblos. Nach langer Recherche bin ich auf Luigi Crescenzi gestoßen, einen Römer, der seit Jahren Accessoires für die Leica M fertigt. Seine Webseite ist ein Erlebnis (nicht unbedingt im positiven Sinn), die Produkte genießen aber Kultstatus in der Leica-Gemeinde und gelten als perfekt verarbeitet. Nach einem kurzen Kontakt mit Luigi und seiner Tochter habe ich mich für einen Gurt entschieden und bestellt – innerhalb einer Woche wurde das Teil für mich gefertigt und verschickt. Ein Gurt aus der Hand von Luigi schlägt mit 60 bis 80.-€ zu buche, was für ein handgefertigtes Einzelstück durchaus in Ordnung ist.

IMG_2484Abschließend möchte ich noch ein paar Worte zur M-Bodenplatte von Really Right Stuff (RRS) sagen, welche ich seit ein paar Tagen besitze. Die Bodenplatte ersetzt die originale Leica-Bodenplatte und bietet den notwendigen Anschluss für das Arca-Swiss-System. Das Bild zeigt die originale Bodenplatte und die RRS-Bodenplatte. Man sieht, dass die RRS-Bodenplatte über das Stativgewinde befestigt wird, und nicht über den Verschluss bzw. das Gewinde der Leica Bodenplatte.

IMG_2491Die RRS-Bodenplatte ist gut verarbeitet (auch wenn das Leica-Niveau nicht ganz erreicht wird). Etwas schade finde ich, dass auf der Seite nur eine Aussparung für die Befestigung an der Leica M vorgenommen wurde und keine echte Öse (siehe Bild unten) – dies kann und wird bei langfristigem Gebrauch sicher dazu führen, dass die Belederung der M an dieser Kante abgeschrubbt bzw. beschädigt wird.

IMG_2495Ich werde die Bodenplatte daher nur ansetzen, wenn ich wirklich eine komplette Session mit dem Stativ mache oder den ganzen Tag unterwegs bin. Für mich stellt die Bodenplatte trotzdem eine Kaufempfehlung dar, da es derzeit nichts Vergleichbares mit der gleichen Stabilität und Verarbeitungsqualität gibt.

IMG_2497Soweit also der kleine Exkurs in die nützlichen Accessoires für die Leica M. Demnächst dann wieder mehr Bilder und weniger Technisches.

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Der Baum in Schwarz-Weiß…

Irgendwann musste es ja soweit sein – die ersten Versuche mit der Leica M und Schwarz-Weiß standen an. Bei einem frühlingshaften Spaziergang am Ufer der Dreisam entstand eine ganze Serie von Bildern – die mächtigen Bäume dort bieten hervorragende Motive. Die Konvertierung in SW erfolgte in Darktable (seit ein paar Tagen in der Version 1.4 verfügbar) – der Kontrast wurde zusätzlich etwas angehoben (sonst keine weiteren Bildbearbeitungsschritte vorgenommen!).

L1001145_02Meiner Meinung nach funktioniert das Bild erstaunlich gut. Der quadratische Beschnitt streicht den „tunnelförmigen“ Weg heraus und gibt dem Bild eine sehr eigene Dynamik. Das seitlich einfallende Licht bringt die feine Struktur in den Ästen der Bäume sehr gut zur Geltung. Nachdem ich mir von den Bildern nicht viel erwartet hatte, war ich von der Qualität und der Anziehungskraft, welche sie auf mich ausüben, doch überrascht. Schwarz-Weiß-Fotografie fasziniert mich doch immer wieder aufs Neue.

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Mauerwerk #2

Zweiter Streifzug durch meine alte Heimat – und wieder habe ich drei Bilder von verwachsenen Mauerwerken mitgebracht. Und das Projekt macht(e) mir soviel Spaß, dass ich mich dazu entschlossen habe, es auf meiner Hauptseite (www.lichtknoten.com) darzustellen. Bei der Titelfindung war mir Rob behilflich (danke dafür!) – die Bilder tragen nun den Namen „Erschöpfte Wände“. Finde ich sehr passend! In Zukunft wird das Projekt sicher durch zusätzliche Bilder erweitert werden – auch wenn ich unmittelbar andere Arbeiten verfolgen werde.

L1001113L1001118L1001123Aus fototechnischer Sicht ist das Projekt keine große Herausforderung, lediglich bei der Wahl des Bildausschnittes habe ich einiges ausprobiert. Das Spannende des Projektes liegt aber jenseits der Technik: die verwachsenen Wände erzählen Geschichten – je länger ich die Bilder ansehe, desto mehr interessante Details entdecke ich. Ich hoffe, dass Euch dieses kleine Projekt genauso Spaß gemacht hat wie mir. Mehr Bilder dann irgendwann…versprochen!

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Mauerwerk #1

Bin heute mal durch meine alte Heimat gezogen und habe mich auf die Suche nach interessanten Objekten gemacht. Gefunden habe ich außergewöhnlich viele ziemlich heruntergekommene Fassaden – vor allem alte Bauernhäuser. Was ein wenig nach Kuba aussieht, liegt mitten in Südtirol (in Lana). Was mich besonders fasziniert, ist der Farbreichtum der Fassaden, der durch natürliche Prozesse entstanden ist (Bewuchs, Schimmel, Moose, etc.). Etwas schwierig war die Ausrichtung der Kamera, aber auch der Beschnitt der Bilder in der Nachbearbeitung – die Fenster sind teilweise schräg und schief, und das Mauerwerk strebt nicht senkrecht nach oben. Bin dann mehr nach Gefühl als nach geometrischen Normen vorgegangen.

L1001086L1001089_01L1001106Fotografiert wurden die Fassaden wie gewohnt mit meiner Leica M und dem Summilux 50 mm ASPH. Bearbeitung wurde in Darktable vorgenommen (es wurde lediglich der Beschnitt geändert und der Kontrastregler etwas nach oben gezogen).

Irgendwie finde ich es schön, dass sich die Natur das Mauerwerk „zurückholt“ und mit einer natürlichen Patina überzieht.

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