Archiv für den Autor: Alex

Verregnete Tage – Ana #3

Vor einiger Zeit hatte ich ja von unserer Tochter berichtet und die Schwierigkeit kleine Kinder mit ihren schnellen Bewegungen fotografisch einfangen zu können (Links zu den Beiträgen findet ihr am Ende dieses Beitrages). Da es in den letzten 4 Tagen nur geregnet hat (typisch für Ostern!), ich mir aber fest vorgenommen hatte die Kamera zumindest für ein paar Stunden in die Hand zu nehmen, musste also Ana wieder mal ran und mir die entsprechenden Motive liefern. Ihr macht es sichtlich Spaß sich vor der Kamera zu bewegen und sie folgt inzwischen auch perfekt meinen Anordnungen (zumindest beim Fotografieren). Dementsprechend gelang es mir auch eine kleine Bildgeschichte umzusetzen und vier Bilder zu einer Serie zusammenzustellen.

Ana und das Essen. Fotografiert mit Leica M und Summilux-M 50 mm @ f/1.4.

Ich wählte die 50 mm, da ich damit vom anderen Tischende den perfekten Bildausschnitt komponieren konnte. Licht kam von einem großen Fenster von der Seite, sodass ich bei f/1.4 locker mit ISO 200 fotografieren konnte. Als Köder diente eine Ananas!

Die Bildausarbeitung habe ich exakt gleich wie bei meinem letzten Beitrag durchgeführt. Dieses ganz spezielle Schwarz-Weiß gefällt mir bei Portrait extrem gut, da es die Haut sehr angenehm zeichnet und für eine sehr ausgewogene Tonwertwiedergabe sogt.

Ana hatte sichtlich Spaß mich mit der Leica vor dem Gesicht zu beobachten. Was will man mehr…

Euer Alex

 

Kinder vor der Kamera – Ana #1

Ana #2

„Schiibi – schiibo, wem soll die Schiiebe goh“

Vor einer Woche am 3. März 2017 fand das traditionelle Scheibenschlagen in Feldberg statt. Witzig, da wir diesen Brauch auch aus Südtirol kennen. Wir nutzen den Abend, um das Spektakel anzusehen – dieses Jahr noch passiv, irgendwann sicher auch aktiv!

Also drehte ich die Kamera auf ISO 1.600, Blende 2 und auf ging es.

Herausgekommen sind Bilder, welche die Stimmung recht gut wieder geben. Das halbe Dorf war versammelt und hielt die Scheiben ins Feuer, um sie anschließend über eine Rampe in die Luft zu „schlagen“ – mal gelang dies besser, mal schlechter.

Feuer zu fotografieren ist nicht ganz einfach – der Weißabgleich muss natürlich im Nachgang geregelt werden. Am Ende entscheidet der eigene Geschmack, ob man die Bilder mehr ins Gelbliche oder ins Rötliche gleiten lässt. Den Fokus richtig zu setzen ist die nächste Kunst – es ist ja ziemlich dunkel und das schwache Licht des Feuers reicht nicht wirklich aus, um die Umgebung wahrzunehmen. Mit etwas Übung gelingt aber auch dies relativ gut.

Also dann…“Schiibi – schiibo, wem soll die Schiiebe goh“.

Alex

Flüchtige Landschaften #2

Vor einiger Zeit hatte ich in einem Bericht davon geschrieben, dass ich oft gar nicht zum Fotografieren komme, da ich viel unterwegs bin. In den letzten Wochen war dies wieder der Fall. Also habe ich mein Smartphone gezückt und durch die Scheibe des fahrenden Zuges ein paar Bilder gemacht. Eines möchte ich euch hier zeigen.

Flüchtige Landschaft: Der Bahnhof.

Rob schrieb damals in seinem Kommentar, dass ihn die Bilder traurig stimmen. Ich denke die meisten Menschen sitzen lieber zu Hause bei ihren Lieben als in einem Zug oder einem Bus – positiv stimmt mich aber immer, dass es nach einer langen anstrengenden Reise immer ein Heimkommen gibt!

Wer den ersten Beitrag zu diesem Projekt sucht, findet ihn hier:

Flüchtige Landschaften…

Alex

Winterschlussverkauf!

Nachdem ja alle hoffen (oder?), dass uns der Winter langsam verlässt, will ich noch zwei Bilder zeigen, welche ich in den eisigen Monaten gemacht habe. Als Bindeglied könnte „Holz“ fungieren, etwas philosophischer vielleicht auch „Winterschlussverkauf!“. In diesem Sinne: Frühling bitte melden!

Holz in Feldberg. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 m @ f/4.0.

Abschmelzender Schnee. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 m @ f/2.0.

Alex

Gastbeitrag: „Kreatives Fotografieren“ von Antje Meier

In unregelmäßigen Abständen gibt es auf meinem Blog Beiträge anderer Fotografen.

Der nachfolgende Text ist ein Gastbeitrag von Antje Meier. Mehr über die Autor findet ihr am Ende des Beitrages. Das Copyright des Textes und der Bilder liegt bei Antje.

Kreatives Fotografieren

Seit ein paar Jahren befinde ich mich in einem Prozess, in dem ich mit meiner Kamera als Werkzeug experimentiere und darüber nachdenke und lese, was es eigentlich heißt, kreativ zu sein und kreative Bilder zu schaffen.

Fotografieren bedeutet „mit Licht malen“, und da finde ich mich in Gesellschaft der Impressionisten des vorigen Jahrhunderts wieder, denen das Licht und die Stimmungen wichtiger waren als eine genaue Abbildung eines Motivs. Obwohl das Wort Fotografie von seiner Herkunft also abstrakte stimmungsvolle Fotografie zulässt, war Fotografie am Anfang gleichbedeutend mit einer „Abbildung der Wirklichkeit“. Meiner Meinung nach gibt es keine „objektive“ Fotografie. Wenn ich z. B. mit einem Fotofreund unterwegs bin und das gleiche Motiv fotografiere, kommen wir mit total verschiedenen Bildern nach Hause. Wir sehen also unterschiedliche Elemente und gebrauchen unterschiedliche Kameraeinstellungen. Fotografie ist meiner Meinung nach in hohem Maße von der Persönlichkeit und Erfahrungen des Fotografen abhängig und eine Deutung der Wirklichkeit.

Aus dieser Erkenntnis heraus nehme ich mir die Freiheit, die Wirklichkeit, die ich sehe und beobachte, auf meine eigene Weise zu deuten. Wirklichkeit bedeutet nicht nur, Motive zu sehen, sondern auch die Stimmung zu fühlen und meine Gedanken wahrzunehmen. Kreativität bedeutet für mich, auf meine Intuition und Gefühle zu hören. Regeln z. B. der Komposition sind nicht mehr so wichtig. Alles ist erlaubt: Ein „Point-of-Interest“ kann in der Mitte oder ganz am Rand des Bildes liegen. Es ist möglich, ein Bild ohne einen scharfen Bereich zu schaffen, ich kann die Kamera bewegen, mehrere Belichtungen in einem Bild machen oder aus einer ungewohnten Position heraus fotografieren. Es gibt unzählige Möglichkeiten!

Manchmal sehe ich hauptsächlich Farben, oder Linien, Formen, Struktur oder Licht, nicht mehr die Landschaft oder Person. Ob der Berg, den ich sehe, Rotsethorn (vor meiner Haustür) oder Feldberg heißt, spielt dann keine Rolle.

Oft ist das Sehen, das genaue Beobachten, der Anfang des kreativen fotografischen Prozesses. Sobald etwas Interessantes auftaucht, beginne ich, mir ein Bild von dem möglichen fertigen Foto zu machen und zu überlegen, welche Technik und Einstellungen ich verwenden muss, um dieses Bild zu schaffen.

Eine andere Möglichkeit eines kreativen Prozesses kann genau entgegengesetzt sein: In meinen Gedanken taucht eine Idee eines Bildes oder einer Serie auf. Nun muss ich gründlich planen, damit ich diese Idee verwirklichen kann. Ein Beispiel sind Bilder, welche ich kürzlich am Strand gemacht habe. Die Idee war, eine Serie zu fotografieren, die meine Sehnsucht zum Meer, zur Weite und Freiheit ausdrückt. Viel Vorbereitung war nötig, bevor ich endlich mit dem Fotografieren beginnen konnte. Diese Bilder sind nicht weniger kreativ als Bilder, die spontan und ohne vorherige Planung entstanden sind.

Die Autorin:

Antje Meier ist eine deutsche Fotografin mit Schwerpunkt auf Naturfotografie und experimentellem Gebrauch der Kamera. Sie lebt an der Westküste von Norwegen, wo die mächtigen Gebirgs- und Fjordlandschaften zu einer „Leinwand“ werden, auf der sie die unterschiedlichen Lichtstimmungen einfängt. Antje hält Workshops, z. B. über das Fotografieren von Nordlicht, Fotografieren auf einem Gletscher und über den kreativen Gebrauch einer Kamera. Sie ist zu finden unter http://antjefoto.no oder auf Facebook https://www.facebook.com/antjemfoto/

Der Baum und das seltsame Licht

Wie hier ja bereits berichtet, waren wir vor einigen Wochen am Vitra-Gelände in Weil am Rhein. Als wir dort ankamen, war starker Nebel vorhanden. Langsam lichtete sich dieser aber und die Sonne trat hervor. Für wenige Minuten herrschte eine etwas seltsame, fast unwirkliche Lichtstimmung. Die Landschaft war leicht gelb eingefärbt und vom gefrorenen Nebel vereist. Die abgebildete Aufnahme gelang mir in diesen Minuten. Der Baum steht direkt an der Zufahrtsstraße zum Vitra-Museum. Leider ist er nicht isoliert, sodass man den richtigen Punkt finden muss, um in von seiner Umgebung etwas „loslösen“ zu können. In der Nachbearbeitung wurde lediglich der Kontrast etwas angepasst und das Bild quadratisch beschnitten. Auch wenn die Komposition denkbar einfach ist, finde ich die Aufnahme sehr gelungen – einfach, quadratisch, gut!

Der Baum im seltsamen Licht. Aufgenommen mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/8.0.

Alex

Ana #2

Vor einiger Zeit hatte ich ja von Kindern vor der Kamera berichtet. Natürlich läuft dieses Projekt weiter und wird mich mit Sicherheit noch viele Jahre begleiten – so hoffe ich! Kinder zu fotografieren macht natürlich unglaublich viel Spaß, vor allem wenn es die eigene Tochter ist. Die Kleine ist schnell und unberechenbar – habe ich schon erwähnt, oder? Die folgenden Bilder entstanden im Vitra-Haus in Weil am Rhein (ca. 30 Min. von Müllheim entfernt). Dort gibt es eine ganz wunderbare Spielabteilung, wo die Kleinen malen, zeichnen oder einfach nur kuscheln können. Umgeben ist man dabei von wunderbaren Designobjekten – mehr Freude und Spaß geht fast nicht!  Alle drei Bilder entstanden mit der Leica M und dem Summicron-M 35 mm bei f/2.0. Das erste Bild könnte natürlich eine Spur besser horizontal ausgerichtet sein. Die leichte „Schieflage“ drückt die Spontanität der Situation aber besser aus (daher habe ich es so belassen). Blende 2.0 bedeutet natürlich, dass man extremes Augenmerk auf den Schärfenpunkt setzen muss. Ich gehe bei bewegten Objekten immer so vor, dass ich auf eine feste Distanz scharf stelle (z. B. 0.7 m) und das Objekt dann in den Schärfepunkt „wandern“ lasse. In den meisten Fällen gelingen damit scharfe Bilder auch bei weit geöffneter Blende.

Alex