Archiv für den Autor: Alex

Fotografieren mit dem Huawei Mate 10 Pro – Teil 3

Nun also noch ein kleiner Abschlussbericht nach einiger Zeit der Verwendung des Huawei Mate 10 Pro. Noch immer begeistert mich die Kamera dieses Smartphones sehr und noch immer finde ich die Bilder des SW-Chips einfach umwerfend. Ich merke auch, dass ich das „Phone“ zunehmend als Kamera einsetze und auch Spaß daran habe, auch wenn es die Leica M natürlich in keinster Weise kompensieren/ersetzen kann.

Nachfolgende einfach ein paar Bilder meines letzten Waldspazierganges.

Besonders gut finde ich die Zeichnung des Schwarz und natürlich die Detailauflösung. Im praktischen Einsatz hat sich nun auch nach etwas intensiverer Nutzung gezeigt, dass sich die App gut nutzen lässt, die eingebauten Automatismen am besten aber alle deaktiviert werden. Auslöseverzögerung und Handhabung sind aber nach wie vor für mich herausragend…

Jetzt ist aber gut mit den Berichten zu einem Smartphone und wir konzentrieren uns hier wieder auf die Bilder – denn auf die kommt es ja schließlich an.

Alex

Die Waldkönigin…

Bereits vor einiger Zeit, bei einer Wanderung bei Lana (Südtirol) habe ich eine wahrlich schräge Fassade entdeckt. Gelb, verwaschen und völlig heruntergekommen. Welch ein geniales Objekt. Leider sind nur wenige Bilder entstanden, zwei davon zeige ich euch hier.

Die Waldkönigin. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/4.0.

Schräg, schräger, … Fotografiert mit Leica M und Simmicron-M @ f/4.0.

Die Bilder sind wie immer kaum bearbeitet. Beide Aufnahmen habe ich jedoch perspektivisch leicht korrigiert und die Verzeichnung entfernt. Gerade bei Aufnahmen von Fassaden finde ich es unglaublich schön, ein perfekt entzerrtes Bild zu bekommen. Die Farben wurden im Übrigen gar nicht angepasst – die Farbe der Oberfläche ist wirklich derart gelb.

Euer Alex

Fotografieren mit dem Huawei Mate 10 Pro – Teil 2

In den letzten Wochen habe ich relativ viel mit dem Huawei Mate 10 Pro und der entsprechenden Kamera probiert und meine Erfahrung gesammelt. Eine interessante Funktion ist, die Blende nachträglich zu verändert bzw. eine entsprechende Veränderung zu simulieren. Über den Menüpunkt „Große Blende“ lässt sich diese Funktion aktivieren. Nachdem das Foto gemacht wurde, zeigt ein Symbol am oberen Rand, dass die Aufnahme mit dieser Funktion generiert wurde – ein Klick darauf aktiviert einen Schieberegler mit dem sich dann die Blende bis zu 0.95 öffnen/simulieren lässt. Dieser Prozess basiert darauf, dass die Software das Objekt analysiere und mit der entsprechenden „Unschärfe“ ausstattet. Der Bildpunkt von dem die Schärfe in Richtung Unschärfe „gezogen“ wird, kann ebenfalls gewählt werden, sodass relativ viel Gestaltungsspielraum besteht. Ein (aus meiner Sicht) perfektes Beispiel zeig diese Aufnahme.

Unschärfe im Hintergrund durch App gesetzt.

Dass es sich aber um eine reine Bildbearbeitung handelt, kann man gut erkennen, wenn man auf die Details achtet. Die feinen Härchen am Kopf werden nicht sauber selektiert und die Unschärfe verläuft dort etwas „unselektiv“. Besonders markant wird dies, wenn man Bereiche im Bild vorliegen hat, welche eine ähnliche Textur wie der Hintergrund aufweisen. Gut zu erkennen ist dies im folgenden Bild.

Unschärfe im Hintergrund durch App gesetzt mit Problemen (siehe hinterer Arm).

Die vertikalen Streifen des Pullovers verlaufen in direkter Linie mit dem Fensterrahmen der örtlich weit dahinter liegt. Dies verwirrt die Software wohl so sehr, dass die Unschärfe auch auf dem Pullover verstärkt wird und dadurch ein etwas seltsamer Bildeindruck entsteht.

Prinzipiell ist dies also ein sehr schönes und nützliches Feature, welches aber mit großer Vorsicht einzusetzen ist.

LiK/Alex

 

Fotografieren mit dem Huawei Mate 10 Pro – Teil 1

Ja ich weiß…jetzt auch noch Smartphone-Fotografie! Nein, so ist dieser Beitrag nicht angedacht und ich will nicht mehr (oder weniger) als meine Erfahrungen zum Huawei Mate 10 Pro und dessen Anwendung in der Fotografie ein wenig teilen …und ich möchte auf keinen Fall eine Diskussion lostreten, ob DAS Smartphone nun prinzipiell zum Fotografieren taugt oder nicht. Daher kurz vorneweg mein Standpunkt dazu: Das Smartphone hat unser Leben und unsere Gesellschaft verändert, wie kaum ein Gerät davor (lässt es sich in diesem Zusammenhang mit dem Auto vergleichen?) und es ist inzwischen in einem Entwicklungsstadium angekommen, wo es tatsächlich für viele Dinge ganz wunderbar eingesetzt werden kann. Natürlich lassen sich damit auch Fotos machen – gute und zweifelsfrei ganz viel schlechte/uninteressante (wie das Internet und die zahlreichen Flickr-Streams belegen). Der Prozess der Entstehung eines Bildes (und damit meine ich den kreativen Prozess, den Moment des Auslösens und den Augenblick, in dem wir Licht auf den Film oder den Sensor lassen) ist aber vollkommen anders. Man „knips“ mehr als man fotografiert, man überlegt weniger und „fängt einfach ein“. Für viele Menschen kann dies genau der richtige Ansatz sein, für mich fehlt dabei ein großer Teil dessen, was mich an der Fotografie so fasziniert – der Blick durch den Sucher, die Wahl der richtigen Einstellungen und dann das Auslösen als magischer Moment. Klar, all dies lässt sich (in Teilen) auch mit einem Smartphone erleben, das ganz große Gefühl kommt dabei (zumindest bei mir) aber nicht rüber. Und Fotografie hat ganz viel mit Gefühl, Emotion und Ausdruck zu tun. Trotzdem gibt es Momente bei denen meine geliebte M zu Hause faul in der Tasche liegt, das Smartphone als treuer Begleiter in der Hosentasche steckt. Warum dieses Instrument also nicht auch für die Fotografie einsetzen? And here we are….!

Da der Wechsel auf ein neues Smartphone fällig war, hatte ich also die Qual der Wahl und entschied mich für das Huawei Mate 10 Pro – auch, aber nicht nur, wegen der Eigenschaften der eingebauten Kamera(s). Vor allem das Vorhandensein von zwei getrennten Bild-Chips, von denen einer ein reiner Monochrom-Chip ist, weckte bei mir Begeisterung. Leica hatte bei der Entwicklung des Kamera-Teils des Smartphone seine Finger mit im Spiel, also konnte man wohl eine gewisse Qualität erwarten. Einige wenige Recherchen im Internet zeigten mir dann, dass Huawei nicht alles falsch gemacht zu haben scheint und die Kameras wohl zu den besten am Markt gehört. Die Foto-App die von Leica mitgestaltet wurde und daher minimalistisch und übersichtlich ausfällt, begeisterte mich zudem von Anfang an. Die Entscheidung war also schnell gefällt. Ich will hier keine Screenshots der Kamera-App einstellen und auch keine Bilder vom Mate 10 Pro, diese findet ihr im Internet in großer Anzahl.

Nach kurzem „Einarbeiten“ ging es raus in den milden Winter. Einige kurze Spaziergänge durch die Weinberge oberhalb von Feldberg reichten aus, um die Kamera zu testen und zu sehen was sie leisten kann. Alle Bilder sind im „Pro-Modus“ entstanden, in dem die Kamera keine spezielle Bearbeitung der Bilder vornimmt. Die Verschlusszeit und eine Belichtungskorrektur lässt sich leicht vornehmen und so macht es durchaus Spaß etwas auszuprobieren.

Bekanntes Motiv aus früheren Sessions.

Der Stein in den Weinbergen.

Blick über Feldberg.

Details in den Weinbergen.

Der Blick hinauf.

Gemütliches Plätzchen oberhalb von Feldberg.

Extrem positiv ist mir die kurze Auslöseverzögerung der Kamera aufgefallen. Damit lässt sich sehr schnell und praktisch verzögerungsfrei auf Situationen reagieren. Die Kamera-App ist wunderbar und erlaubt es ohne lange Einarbeitungszeit mit der Kamera zu agieren. Die Farbbilder oben zeigen, dass eine sehr neutrale Zeichnung und Farbgebung vorherrscht – nichts wird überzeichnet oder unnötig verstärkt. Mit solchen Farben lässt es sich gut leben. Positiv fällt auch auf, dass die Detailwiedergabe schon unglaublich hoch ist – Huawei verrechnet ja den Output aus beiden Kamerachips zu einem Bild und kombiniert daher das Beste aus RGB- und Monochrom-Chip.

Natürlich war ich am meisten auf die Bilder bei Verwendung der Monochrom-Kamera gespannt. Und ich kann sagen, sie hält was ich mir erwartet hatte.

Blick über Feldberg.

Weg durch die Weinberge.

Das Kreuz am Himmel.

Wolkenspiel.

Weinreben.

Detail an der Weinrebe.

In Summe überzeugt mich die Bildqualität. Relativ vorsichtig muss man mit der Belichtung umgehen (vor allem bei Verwendung der Monochrom-Kamera), da eher über- als unterbelichtete Bilder entstehen (die beiden letzten Bilder zeigen dies recht deutlich). Die angenehme Funktion schnell eine Belichtungskorrektur anzubringen macht die Arbeit hier aber sehr einfach. Die Details bei der Monochrom-Kamera sind, wie erwartet, noch einmal deutlich höher als bei der RGB-Kamera. Der Kontrastumfang überzeugt aber, auch bei Gegenlicht.

Wir werden also sehen, wie oft ich das Smartphone als Kamera einsetze. Definitiv werde ich euch wohl auch mit Bilder aus dem Smartphone in Zukunft etwas „nerven“ – auf euer Urteil bin ich schon gespannt.

Alex

Jahresrückblick 2017

Und alle Jahre wieder: der Jahresrückblick! Lasst uns also kurz inne halten und über

  • Technisches,
  • Künstlerisches und
  • Persönliches

sprechen.

Technisches: Letztes Jahr war ja sehr langweilig, was neue Fotoprodukte angeht. Dafür gab es in diesem Jahr einen wahren Überhammer (aus meiner persönlichen Sicht): Die Leica CL. Irgendwie war es doch vorhersehbar und dann doch wieder überraschend, dass diese wunderbare Kamera so plötzlich vor der Tür stand. Klein und fein und offensichtlich mit den richtigen Genen ausgestattet, scheint es die richtige Kamera zur richtigen Zeit zu sein. Einer meiner Vorsätze für das neue  Jahr: Diese Kamera testen!

Künstlerisches: In diesem Jahr haben mich vor allem zwei Künstler wahrlich umgehauen. Schon fast vergessen und wieder entdeckt habe ich Josef Koudelka. Welch unglaubliche Wucht von seinen Bildern ausgeht wurde mir erst kürzlich (wieder?) klar. Seht euch einfach mal dieses Bild an – unglaublich, oder? Und dann wurde ich durch ein Geschenk durch das Buch Schwarz. Wald. Land. regelrecht elektrisiert. Josef Carlson beschreibt darin den Schwarzwald in düsteren Schwarz-Weiß-Aufnahmen. Das Ganze ist verpackt in einem sehr ansehnlichen Buch, welches den if Design Award 2017 gewonnen hat. Es lohnt sich definit ein Blick.

Persönliches: Meine Findungsphase dauert wohl noch an, denn so richtig vorwärts gekommen bin ich fotografisch in diesem Jahr nicht. Woran das liegt? Sicher an der fehlenden Zeit, an den Dingen, um die ich mich sonst auch noch kümmern muss, aber sicher auch an mir selber. Das gute dabei ist aber, dass da ganz viele Ideen in meinem Kopf „rumgeistern“, die umgesetzt werden wollen – es besteht also Aussicht auf mehr Output in 2018. Und leider habe ich es auch in diesem Jahr nicht geschafft mein Projekt „A Dash of Sadness“ fertig zu stellen. Es bleibt also noch einiges zu tun…im neuen Jahr!

Jahresrückblicke der letzten Jahre:

Euer LiK/Alex

Warschau in Farbe

Wie versprochen, möchte ich nun in einem dritten (nicht geplanten) Teil zwei Bilder aus Warschau zeigen, welche ich in Farbe ausgearbeitet habe. Das Licht dort war sensationell – gelblich und fast etwas fremd und irreal. Bewusst habe ich das Gelb durch den Weißabgleich etwas verstärkt, sodass die Bilder eine sehr eigene Sprache bekommen. Anfangs dachte ich mir, dass ich einfach nur etwas zu extrem an den Reglern gedreht hatte, als ich mir die Originale aber ansah, wurde mir klar, dass die Stimmung wirklich sehr farb-intensiv gewesen ist. Fast malerisch, wie ein Gemälde wirken die Aufnahmen.

Schlussendlich kann ich mich (wie so oft) nicht entscheiden, ob nun Schwarz-Weiß oder Farbe besser wirkt. Ich denke, beide Varianten haben ihre Berechtigung. Aber irgendwie ist „der Osten“ für mich halt immer Schwarz-Weiß (hat wohl auch mit den herrlichen Bildern von Alexander Rodtschenko zu tun).

Alex

Warschau in Schwarz-Weiß – Teil 2

Wie angekündigt, will ich euch nun im zweiten Teil der „Warschau-Bilder“ weitere Aufnahmen zeigen und Infos zu Ausarbeitung geben. Aber erst mal zu den Bildern…

Kapitalismus 2.0. Fotografiert mit Leica Leica M und Summilux-M 50 mm @ f/2.8.

Springbrunnen im Gegenlicht. Fotografiert mit Leica Leica M und Summilux-M 50 mm @ f/5.6.

„The Metropolitan“ des Architekten Sir Norman Foster. Fotografiert mit Leica Leica M und Summilux-M 50 mm @ f/5.6.

Innenansicht des „The Metropolitan“ des Architekten Sir Norman Foster. Fotografiert mit Leica Leica M und Summilux-M 50 mm @ f/5.6.

Beförderungsmittel. Fotografiert mit Leica Leica M und Summilux-M 50 mm @ f/2.0.

Stillstand. Fotografiert mit Leica Leica M und Summilux-M 50 mm @ f/2.8.

Hinteransicht des „The Metropolitan“. Fotografiert mit Leica Leica M und Summilux-M 50 mm @ f/2.8.

Ausschnitt des „The Metropolitan“. Fotografiert mit Leica Leica M und Summilux-M 50 mm @ f/2.8.

Stadtplatz. Fotografiert mit Leica Leica M und Summilux-M 50 mm @ f/5.6.

Prachtstraße. Fotografiert mit Leica Leica M und Summilux-M 50 mm @ f/5.6.

Warum Schwarz-Weiß? Als ich mich Richtung Osten nach Warschau aufgemacht habe, war für mich klar: die Stadt ist heruntergekommen, die Menschen arm und alles vermutlich sehr Schwarz-Weiß! Dann kam ich in Warschau an und der Weg vom Flughafen ins Hotel bestärkte mich in dieser vorgefertigten Meinung. Der Weg von der Peripherie in das Innere von Warschau, zeigte mir dann aber deutlich, wie sehr die Menschen hier am Aufbruch arbeiten. Häuser werden fein herausgeputzt, die Straßen sind sauber und der Kapitalismus hat die Menschen in Beschlag genommen. Herausragend war aber das Licht an jenem Tag: extrem schräg einfallend, leicht gelblich und sensationell warm! Dadurch entstand ein stimmiger Kontrast, den ich so noch nicht erlebt hatte. Trotzdem habe ich die Bilder nun in Schwarz-Weiß hier gezeigt. Die Bilder habe ich nur marginal bearbeitet: manchmal leicht beschnitten und den Kontrast minimal angehoben.

Und als kleine Draufgabe, möchte ich euch in einem separaten Beitrag, hier bereits gezeigte Bilder, doch noch in Farbe ausgearbeitet darlegen: als Hommage an das Licht!

Alex