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Valencia – Zwischen Türmen, Gassen und urbaner Kunst (Teil 1)

Über Pfingsten ging es für ein paar Tage nach Valencia. Kein straffes Besichtigungsprogramm, keine Kilometerjagd von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit. Stattdessen standen Entspannung, Fotografie und natürlich gutes Essen auf dem Plan. Valencia erwies sich dabei als genau die richtige Wahl: eine Stadt, die mediterrane Gelassenheit mit historischem Charme und überraschend viel urbaner Kreativität verbindet.

Den Auftakt dieser kleinen 4-teiligen-Serie machen einige Eindrücke aus dem historischen Zentrum: Beginnend mit einem Blick von einem der bekanntesten Wahrzeichen der Stadt, dem Glockenturm El Micalet (spanisch auch El Miguelete) der Kathedrale von Valencia. Der zwischen dem 14. und 15. Jahrhundert errichtete gotische Turm prägt bis heute die Silhouette der Altstadt. Nach dem Aufstieg über die berühmte Wendeltreppe mit ihren 207 Stufen eröffnet sich ein fantastischer Rundumblick über die Dächer Valencias bis hinaus in Richtung Mittelmeer.

Die ersten Bilder dieser Serie entstanden genau dort oben. Mit dem Leica Super-Elmar 21 mm ließ sich die Weite der Stadt hervorragend einfangen. Die roten Ziegeldächer, die Türme und Kuppeln der historischen Gebäude sowie die modernen Akzente am Horizont verschmelzen zu einem Stadtbild, das Geschichte und Gegenwart gleichermaßen widerspiegelt. Von hier oben wird deutlich, wie kompakt die Altstadt eigentlich ist und wie eng die einzelnen Viertel miteinander verwoben sind.

Nach dem Abstieg führte der Weg wieder hinein in das Labyrinth der Altstadtgassen. Für diese Aufnahmen kamen das Leica APO-Summicron 35 mm zum Einsatz. Besonders das Viertel El Carmen zog mich magisch an. Hinter beinahe jeder Ecke wartet ein neues Motiv: schmale Durchgänge, verwitterte Fassaden, kleine Plätze und immer wieder überraschende Details, die man erst auf den zweiten Blick entdeckt.

Auffällig sind dabei die zahlreichen Graffiti und Wandbilder. Anders als in vielen anderen Städten wirken sie hier selten wie reine Schmierereien. Vielmehr sind sie Teil des Stadtbildes geworden. Besonders interessant fand ich die kunstvoll gestalteten Rollläden der kleinen Geschäfte. Tagsüber geöffnet und oft unscheinbar, verwandeln sie sich nach Geschäftsschluss in eine riesige Freiluftgalerie. Figuren, Schriftzüge, Karikaturen und farbenfrohe Kunstwerke verleihen den Straßen eine ganz eigene Atmosphäre.

Was Valencia dabei besonders sympathisch macht, ist die Selbstverständlichkeit, mit der Geschichte und Gegenwart nebeneinander existieren. Zwischen jahrhundertealten Gebäuden findet man moderne Kunst, kleine Cafés und kreative Läden. Nichts wirkt aufgesetzt oder künstlich inszeniert. Die Stadt lebt und genau das spürt man bei jedem Spaziergang.

Euer Alex