Drechseln hautnah

Vor einiger Zeit hatte ich hier berichtet, welch wunderbare Holzschüssel mein Vater gedrechselt hat. Den Beitrag findet ihr hier. Nun hatte ich endlich die Gelegenheit, ein paar Bilder vom Prozess des Drechseln zu machen. Der Raum ist klein, die Maschine groß und so mussten wir uns dort drinnen zu viert (Vater, Maschine, Kamera und ich) eben arrangieren. Alle Bilder wurden mit der Leica M und dem Summicron-M 35 mm gemacht. Und alle Bilder sind bei voll offener Blende (f/2.0) entstanden. In der Nachbearbeitung wurde nur die Umwandlung in Schwarz-Weiß vorgenommen und bei einigen Bildern habe ich einen leichten Beschnitt gemacht.

Die Bildkomposition war auf Grund des geringen Platzes sehr herausfordernd. Fast immer musste ich mich an die Wand oder in die Ecke drücken, um überhaupt einen vernünftigen Bildausschnitt hinzubekommen. Das hat auch dazu geführt, dass Teile in den Bildern stark angeschnitten sind. Am Ende war dies aber wohl genau die richtige Limitierung, um spannende Bilder zu bekommen. Mehr Platz ist eben nicht immer das Beste!

Nächste Herausforderung war das Licht. Es gab leichtes Gegenlicht vom Fenster, das aber zum Glück genau von der Seite auf die Drechselmaschine strahlte. Eine kleine Lampe an der Maschine warf bei einigen Bildern einen kleinen Spot – dieser war Fluch und Segen gleichzeitig. Er sorgte für eine schöne Lichtstimmung, ließ aber andere Teile des Bildes völlig „absaufen“.

Die Bilder die ich euch hier zeige, sind in zwei Sessions zu jeweils ca. 15 Minuten entstanden. Wenn die Maschine mal läuft und die Späne fliegen, dann muss es eben schnell gehen. Das Ganze war aber eine großartige Erfahrung und ein wunderbarer Moment! Danke also an Mensch & Maschine!

Euer Alex

4 Gedanken zu „Drechseln hautnah

  1. Rob

    Also die Bilder gefallen mir sehr gut.
    Nur, wie fast alle SW-Bilder in letzter Zeit, wirken sie etwas grau und dunkel.
    Liegt vielleicht an meinem günstigen Notebook.
    Aber ohne zusätzliches künstliches Licht und wahrscheinlich einer fünften Person war einfach nicht mehr rauszuholen, denke ich.
    Also gut gemacht.

    Antworten
    1. lichtknoten Artikelautor

      Hi Rob,

      danke für den Kommentar. Mit meiner SW-Umsetzung hadere ich in letzter Zeit auch. Dass die Bilder der letzten Wochen etwas dunkel sind, liegt daran, dass ich sie alle unterwegs am Notebook bearbeitet habe und nicht auf meinem großen Schirm zu Hause. Ich habe mal versucht einige Bilder aufzuhellen, dann übersteuern mir aber die hellen Bereich völlig. Wenn ich mal Zeit habe experimentiere ich ein wenig rum, aber kann nicht versprechen, dass sie besser werden. Und das Licht in der Hütte beim Drechseln war schon extrem!

      Alex

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  2. Martin

    Hallo Alex,

    sehr schöne, nuanciert herausgearbeitete Aufnahmen. Die schwarzweiße Umsetzung ist passend und gibt den Blick auf das Wesentliche frei. Die offenblendigen Aufnahmen führen den Blick.

    Ein schöner Ansatz für fotografisches Arbeiten, eine kleine Geschichte zu erzählen.

    Herzliche Grüße,
    Martin

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    1. lichtknoten Artikelautor

      Hallo Martin,

      besten Dank für den Kommentar. Ja, ich muss öfter Geschichten erzählen – die Fotos machen dann mehr Sinn und fesseln! Nur leider ist das Finden von Geschichten nicht immer leicht, wo sie doch an jeder Ecke warten 🙂

      Alex

      Antworten

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