Kategorie-Archiv: Leica M (Typ 240)

Photokina 2014! Oder wie ich lernte die Stille zu genießen.

Nun also Photokina… warum auch nicht?! Für mich war es das erste Mal auf der weltgrößten Messe rund um das Thema Fotografie. Um das Event (und so muss man es wohl ohne Zweifel nennen) richtig genießen zu können, haben wir dort gleich zwei Tage verbracht – Samstag und Sonntag. Vorteil dieser Aktion war ganz klar, dass man nicht wie verrückt durch die Gänge hechten musste, um sein Programm abzuarbeiten. Nachteil war, dass man am zweiten Tag seine Füße nicht mehr spürte, weil man eben zwei Tage durch die Gänge hechtete. Der pure Widerspruch also!

Die Messe fand in Köln statt – wie jedes mal (alle 2 Jahre). Das dortige Messgelände ist recht übersichtlich, gut aufgeteilt und stadtnahe, sodass man am Abend auch die eine oder andere Kneipe besuchen kann.

Also los! Anreise per Bahn… 6:50 Uhr Abfahrt von Freiburg, 10:30 Uhr Ankunft in Köln. Vom Bahnhof ins Hotel, dann zur Messe, der Wahnsinn beginnt. Erstes Ziel: Leica. Eh klar! Auf dem Weg dorthin schon viele Stände kurz besucht, die Menschenmassen scheinen noch beim Frühstück zu sitzen – angenehm entspannt. Kurz den Canon-Stand und das dortige Publikum „besichtigt“ – oh, die Canon-Damen trage alle rote Perücken. Hübsch? Doch eher peinlich! Zusätzlich gibt es eine Hochdruckluftmaschine, welche die Haare der Besucher flattern lässt und sie dabei fotografiert. Lustig? Naja…

Lange Röhren am Canon-Stand. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ 2.0

Lange Röhren am Canon-Stand. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ 2.0

Weiter… wo ist der Leica-Stand? Die Besucher werden mehr. Vorbei am Nikon Stand. Alles so hell, weiß, keine canon-roten Perücken, aber nikon-gelbe T-Shirts und Taschen. Sehr gut aufgeteilter Stand, übersichtlich, …sieht gut aus. Trotzdem soll es hier noch peinlich werden. Morgen!

Weiter… vorbei an Fuji, Cewe, Panasonic, … später. Jetzt will ich den roten Punkt. Erstmals Menschenmassen. Dann endlich angekommen. Halle 1. Leica. Wow… ein riesiger Stand! Hätte ich Leica nicht zugetraut. Sehr weitläufig und vor allem keine nervige Animations-Beschallung. Ruhe! Volle Konzentration auf das Bild. Im vorderen Bereich werden die Produkte unaufdringlich präsentiert: M, S, X, C, … Im hinteren Bereich sind Fotoausstellungen in einzelnen Raumsegmenten präsentiert – bei leicht abgedunkeltem Licht. Hier herrscht Ruhe, Besucher flüstern. Trotzdem wollen wir diesen Bereich erst später ausgiebig besuchen, uns als Rückzugsort und als Refugium der Ruhe in der Hinterhand behalten. Also probieren wir ein paar Leica-Produkte aus. Nehme mir das Super-Elmar-M 21er Objektiv vor und bin erstaunt, dass ich damit einfach so vom Stand weggehen kann und das Ding testen darf. Hier herrscht wohl das blinde Vertrauen. Dann natürlich die M (Edition 60) – eine Digitalkamera ohne Display… sieht gut aus. Sportoptiken und Taschen sehen wir uns auch noch an und ich frage beim Service nach, ob es denn eine Garantieverlängerung für die M geben wird (von 24 auf 36 Monate). Zum Jahresende komme da vielleicht was – ich solle einfach mal warten und mich freuen. Also freue ich mich erst mal! Über was und warum weiß ich nicht!

Der Leica Stand. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ 5.6.

Der Leica Stand. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ 5.6.

Wieder hinaus in die Bumbum-Zone. Wir sehen uns Panasonic an. Schick, aber sehr eng. Kompaktkameras sollte man nicht zu eng präsentieren – Unwohlzone! Der Versuch, etwas in die Hände zu bekommen scheitert. Aussichtslos.

Hunger! Erst mal essen! 15 € für einen Salat! Ok… wir sind ja auf der Photokina.

Dann geht es ins Untergeschoss. Haben oben noch großflächige Stände dominiert, scheint unten eher die „Ghetto-Zone“ zu sein. Wir traben durch die Menge, lassen uns gleiten. Dann stoßen wir auf einen Stand, der auch auf meiner Liste war: Oberwerth. Ein junges Unternehmen, welches Taschen fertigt. Nichts Ungewöhnliches also, wenn da nicht ein ziemlich eigensinniges Konzept dahinter wäre, das gefällt. Alle Teile kommen aus Deutschland (nur das Leder aus Italien), alles wird in Deutschland gefertigt! Das muss teuer sein! Ja, ist es auch… um die 400 bis 700.-€ muss man für die Taschen zahlen, die „Freiburg“ und „München“ heißen. Die Qualität überzeugt und wir konnten lange mit dem Firmenchef Herrn Immes sprechen. Wir brachten Verbesserungsvorschläge vor, probierten die Taschen aus, diskutierten und philosophierten. Sicher die schönsten 30 Minuten auf der Photokina. Ich versprach, dass ich mir nach meiner Billingham eine Oberwerth kaufen würde! Dann die Überraschung: die bauen auch Stative aus Holz. Wunderbar verarbeitet. Auch teuer, aber wunderschön.

Es geht wieder nach oben… zu Zeiss. Das neue Distagon T* 1,4/35 ZM wurde vor wenigen Tagen vorgestellt und ich wollte es an meiner M ausprobieren. Ein etwas seltsamer „Zeiss-Mann“ hinter dem Tresen reichte mir das Objektiv, nahm aber mein 35er gleich in Beschlag. Das Objektiv ist schön verarbeitet, aber viel zu groß. Fast schon klobig und nicht wirklich stimmig zur kleinen feinen M. Wo haben die Zeiss-Ingenieure da nur hingedacht – ach ja sorry, dass Objektiv wird ja von Cosina gebaut und nachher nur mit Zeiss beschriftet. Leider! Die Bildqualität dürfte aber stimmen. Die Art, wie man am Stand behandelt wird, gefällt aber nicht. Ergattern noch eine Zeiss-Stofftasche. Wenigstens etwas…

Als nächstes besuchen wir den kleinen Stand von Impossible. Ach schau an, ein alter Mann sitzt in der Ecke und repariert alte Polaroid-Kameras. Wie schön! Diskutieren lange über die Vorzüge der neuen Impossible-Instand-Filme mit einem Standbetreuer. Schräger Typ, aber total sympathisch. Er gibt uns Tipps, und wir wollen gar nicht mehr weg. Haben uns verliebt! Nicht in den Typen, sondern in die Art. Er schenkt uns noch zwei Filme und Buntstifte. Wir schmelzen dahin!

Reaktivierung alter Polaroid-Kameras. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ 2.5.

Reaktivierung alter Polaroid-Kameras. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ 2.5.

Müde… Rückzug in die Wohlfühlzone. Zurück zu den vielen Bildern am Leica-Stand. Wir schlendern durch die Ausstellungen. Wunderbare Bilder von Hoepker, Adams, Burri, Niedringhaus, Corbijn, u.v.a.m. Beeindruckend! Die Stille, das Licht, die Bilder – kein Bumbum! Entspannung! Es ist 17:00 Uhr und es reicht für den ersten Tag… Rückzug! Kraft und Energie tanken.

Konzentration auf Bilder am Leica Stand. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ 4.0.

Konzentration auf Bilder am Leica Stand. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ 4.0.

Zweiter Tag. Ausgeruht und voll motiviert. Gleich zu Nikon. Der Stand ist immer noch schick, aber heute steht ein junger Mann auf der Bühne (Profifotograf mit asiatischen Wurzeln und offensichtlich Amerikaner, „Ray Demski“ sein Name) der seine Bilder, aber vor allem sich selbst anpreist. Er brauche mit Nikon-Equipment nur 5 Sekunden für ein Spitzenbild. Was für ein Idiot! Peinlicher waren wohl nur die Perücken bei Canon. Egal… weiter! Kurz die D750 und die D810 angefasst. Schön groß die Teile. Da kommen Erinnerungen an meine DSLR auf. Blicke kurz auf meine kleine M, sie zwinkert zurück. Schön! Fühle mich irgendwie fehl am Platz zwischen all den autofokusgesteuerten Riesenapparaten.

Ruhe am Nikon-Stand. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ 5.6.

Ruhe am Nikon-Stand. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ 5.6.

Weiter zu Lytro. Die neue Illum wollte ich mir unbedingt ansehen. Bekomme aber keine Aufmerksamkeit von den Standbetreuern. Schreckt sie etwa meine Leica ab? Dann ergattere ich einen Sitzplatz am Tisch und will die verfügbare „Lytro-Dame“ fragen, ob ich die Kamera einfach mal in den Händen halten dürfe. „Nöööö, dürfe ich nicht! Dafür müsse sie mir erst das Konzept erklären“. Lasse sie reden und machen… nichts Neues kommt aus ihrem Mund. Werbesprüche! Das gedruckte Bild solle ich mal ganz schnell wieder vergessen, das sei von gestern! Wer liest denn heute noch Zeitschriften. Auffällig, dass sie einen gelben Bindi trägt (dieser Punkt zwischen den Augen, den indische Menschen tragen) – von Spiritualität und Bewusstsein für die wesentlichen Dinge im Leben ist hier wohl nicht mehr viel übrig. Egal. Endlich darf ich die Kamera anfassen. Oha, fühlt sich nach Plastik an. Sehr leicht, aber nicht wertig. Schade! Aber egal, bin eh fürs gedruckte Bild. Rückzug!

Bindi hin oder her, Lichtfeld vor oder zurück! Wir haben Hunger! Essen! Wieder Salat, wieder 15.-€. Never change a running system!

Weiter zu Whitewall. Ach schau an, die drucken Bilder aus und hängen sie an die Wand. Sollte ich der Lytro-Dame mal erzählen. Schöne Produkte, aber schrecklicher Stand. Zu wenig Platz für diese großen Bilder. Trotzdem bleiben wir eine ganze Weile dort.

Dann noch Samsung – wow, tote Hose! Was ist hier los? Ein beeindruckend großer Stand, aber keine Menschen. Seltsame Atmosphäre. Begrapschen kurz ein paar Kompaktkameras und dann schnell weiter.

Fuji – huchhhhh, endlich Bilder. Eine ganze Reihe schöner Naturaufnahmen flankieren den Stand. In der Mitte ein silberner BMW mit obligatorisch räkelnder Blondine (oder war sie brünett?). Muss das sein? Definitiv ist der Fuji-Stand einer der bestbesuchtesten Orte der Photokina. Unglaubliche Menschenmassen. Nahkampftechnik ist angesagt. Viele Hipster, die auf Retro machen! Schlechtes Standkonzept. Alles zu eng, zu wenige Kameras, zu wenige Betreuer. Oder ist dies das Konzept, um den Andrang größer erscheinen zu lassen?

Andrang am Fuji-Stand. Fotografiert mit Leica M und Summilux-M 50 mm @ 1.4

Andrang am Fuji-Stand. Fotografiert mit Leica M und Summilux-M 50 mm @ 1.4

Lieblingssport auf der Photokina: Sich gegenseitig fotografieren. Fotografiert mit Leica M und Summilux-M 50 mm @ 1.4.

Lieblingssport auf der Photokina: Sich gegenseitig fotografieren. Fotografiert mit Leica M und Summilux-M 50 mm @ 1.4.

Die "Fotodamen" von Fuji. Fotografiert mit Leica M und Summilux-M 50 mm @ 1.4.

Die „Fotodamen“ von Fuji. Fotografiert mit Leica M und Summilux-M 50 mm @ 1.4.

Lust auf mehr Bilder. Die Ausstellung von National Geographics ist wunderbar! Schöne Bilder. Platz, um sich zu bewegen, das Ambiente vielleicht eine Spur zu hell.

Besuchen noch Thinktank, Lowepro, Cewe, B&W, Pentax, Gitzo, Monochrome, Hasselblad, Sigma, u.v.a.m. Nichts Erwähnenswertes!

Das Riesenrohr von Sigma. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ 2.5.

Das Riesenrohr von Sigma. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ 2.5.

Die Füße schmerzen. Es ist wohl Zeit, dem Wahnsinn zu entrinnen. Game Over!

Was bleibt? Definitiv ist die Photokina eine Reise wert. Man muss sie gesehen und erlebt haben. Definitiv ist es hektisch und definitiv muss man sich ein gutes Konzept für seinen Besuch erstellen. Wir haben uns auf wenige Stände konzentriert, trotzdem kann man nicht umher, auch Dinge anzusehen, die man eigentlich nicht sehen will oder muss. Man muss sich wohl noch mehr auf die Bilder konzentrieren und die wunderbaren Ausstellungen besuchen. Produkte kann man sich viel besser im Laden um die Ecke ansehen. Was eine solche Messe aber ausmachen sind die persönlichen Gespräche und das Erleben der Begeisterung abseits der großen Stände. Ob wir in 2 Jahren wieder nach Köln fahren? Wir werden sehen… aber dann bitte weniger Bumbum!

LiK

Auf zur Photokina…

indexEigentlich unglaublich, dass ich mich schon so lange mit Fotografie beschäftige, aber noch nie auf der Photokina war. Nun ja….heuer ist es soweit. Am kommenden Samstag und Sonntag geht es zur Photokina nach Köln.

Vorgenommen habe ich mir den Besuch folgender Firmen/Stände: Leica, Artisan & Artist, Hasselblad, Phase One, Impossible, Monochrome, Zeiss, Gitzo, Pentax, Panasonic, Fuji, B & W, Cewe, Lytro, Lowepro, und WhiteWall.

Zudem gibt es noch sehr interessante Ausstellungen, u.a. 175 Jahren Fotografie, 125 Jahre National Geographics, u.v.a.m.

Und natürlich werden auch noch jede Menge anderer Dinge dazu kommen beim „Laufen“ durch die Hallen.

Einen ausführlichen Bericht werde ich dann in den Wochen nach der Photokina online geben (wird ein wenig dauern, da ich direkt anschließend beruflich unterwegs sein werde).

See you at…..Photokina!

LiK

Das wunderbare Burgund… Teil 3

Alle guten Dinge sind bekanntlich drei. Nun also der dritte Teil der Burgund-Serie. Schon wie in den vergangenen Teilen auch dieses Mal wieder eine bunte Mischung.

Den Anfang machen zwei Bilder von Fassaden… bunt, etwas schrill und heruntergekommen. Die Bilder wurden in Flavigny-sur-Ozerain gemacht, einem Ort, den der eine oder andere Filmliebhaber aus dem Film „Chocolat – Ein kleiner Biss genügt“ mit Juliette Binoche kennt.

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Fassade in Flavigny-sur-Ozerain – Fotografiert mit Summicron-M 35 mm @ 4.0.

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Fassade in Flavigny-sur-Ozerain – Fotografiert mit Summicron-M 35 mm @ 4.0.

Weiter geht es mit einem Bild, das bunter kaum sein könnte – aufgenommen in Dijon. Die bunte Wand mit den Bäumen davor ergab eine Mischung, in der die Umgebung Teil des Bildes wurde – wo hört die Realität auf und wo beginnt das Bild…  Mehrmals ging ich an dieser Fassade vorbei, bis ich den richtigen Winkel und die richtige Einstellung finden konnte.

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Bunte Fassade in Dijon – Fotografiert mit Summicron-M 35 mm @ 5.6.

Und dann natürlich wieder eine romanische Kirche – wie soll es anders sein im Burgund. Wer kennt sie nicht, die berühmte Abtei von Fontenay und die dazugehörige Abteikirche: ein Hauptschiff, zwei Nebenschiffe und völlige Leere. Genial!

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Seitenschiff der berühmten Abteikirche von Fontenay – Fotografiert mit Summicron-M 35 mm @ 5.0.

Und zum Abschluss noch ein paar Straßenbilder… wieder in Schwarz-Weiß. Alle Bilder wurden mit dem Summilux-M 50 mm fotografiert. Konvertierung in SW wieder in Darktable ohne große Bearbeitungsschritte.

Käseverkäuferin in der Markthalle von Dijon - Fotografiert mit dem Summilux-M 50 mm @ 1.4.

Käseverkäuferin in der Markthalle von Dijon – Fotografiert mit dem Summilux-M 50 mm @ 1.4.

Schuhkäufer oder - verkäufer? - Fotografiert mit dem Summilux-M 50 mm @ 4.0.

Schuhkäufer oder – verkäufer? – Fotografiert mit dem Summilux-M 50 mm @ 4.0.

Julius von Dijon - Fotografiert mit dem Summilux-M 50 mm @ 2.0.

Julius von Dijon – Fotografiert mit dem Summilux-M 50 mm @ 2.0.

Nun aber… nach drei Beiträgen, möchte ich das Thema „Burgund“ hier schließen. Ich hoffe, dem Einen oder Anderen haben die Bilder der letzten Wochen gefallen oder ihn gar inspiriert. Über Kommentare freue ich mich immer besonders.

Bis zum nächsten Beitrag…

LiK

Das wunderbare Burgund… Teil 2

Da das Sichten und Aufbereiten der Bilder aus dem Burgund langsam voran schreitet, hier nun ein zweiter Beitrag. Die nachfolgenden Bilder haben nicht wirklich einen inhaltlichen Zusammenhang (außer, dass sie alle aus dem Burgund stammen) – trotzdem bilden sie für mich eine recht schöne Einheit.

Beginnen wir mit einem Bild, das eigentlich nur als Zufallsprodukt entstanden ist. Ich stand an einer Straßenecke und wartete, dass Gabi die Akkus ihrer Filmkamera wechselt. Ein kurzer Blick nach oben lohnte sich – eine recht unspektakuläre Szene, die mir aber trotzdem gut gefiel.

Der Blick nach Oben - fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/4.0

Der Blick nach oben – Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/4.0.

Das nächste Bild entstand in einem kleinen Dörfchen entlang unserer Route. Wir waren auf der Suche nach einem Lokal fürs Mittagessen und da kamen wir an dieser Fassade vorbei – ich konnte nicht anders als schmunzeln und ein Foto davon zu machen. Verkehrte Welt? Vielleicht hätte das Bild an den Rändern noch etwas mehr Platz gebraucht – leider war die Straße aber so eng, dass ich mit dem 35er von der Gegenseite nur diesen Ausschnitt festhalten konnte.

Verkehrte Welt? - Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/5.0

Verkehrte Welt? – Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/5.0.

Kirchen, Kirchen, Kirchen, … davon bekommt man im Burgund wahrlich genug zu sehen. Trotz der zahlreichen romanischen Kirchen wurden wir nicht müde, diese abzulichten. Die Herausforderung dabei ist, nicht in das typische (klischeehafte) „Touristengeknipse“ abzugleiten und spannende Bilder zu machen. Ich hoffe, dies ist mir bei den zwei folgenden Bildern gelungen.

Romanischer Kirchenbau - Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/5.6

Romanischer Kirchenbau – Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/5.6.

Lichtflut - Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/5.6.

Lichtflut – Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/5.6.

Und dann gibt es abseits der Kirchen noch sehr viel Spannendes und „Heruntergekommenes“ zu entdecken…der Reiz des Moroden!

Morodes Frankreich - Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/5.6.

Morodes Frankreich – Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/4.0.

Soweit also der nächste Bericht zur Burgund-Reise – das Sichten und Aufbereiten ist aber noch lange nicht am Ende. Ich hoffe, in den nächsten Wochen mit weiteren interessanten Bildern aufwarten zu können. Wie immer freue ich mich über Kommentare.

LiK

Das wunderbare Burgund… Teil 1

Wie bereits hier angekündigt ging es die letzten 3 Wochen ins schöne Burgund. Von Freiburg aus ging es Richtung Westen – im Gepäck die Leica M, das Summilux-M 1:1.4/50 mm und das Summicron-M 1:2/35 mm. Dies soll hier kein Reisebericht werden, sondern einfach ein paar ausgewählte Stationen der Reise dokumentieren und im Speziellen einige fotografische Aspekte darlegen. In Summe entstanden in den 3 Wochen über 1.700 Bilder (!) – diese gilt es jetzt noch alle zu sichten, zu sortieren und dann aufzuarbeiten. Im Folgenden zeige ich eine erste (kleine) Auswahl.

Die erste Woche verbrachten wir im Morvan. Der Morvan (ein Naturpark) ist eine Region des Burgund, welcher sich vor allem durch eine sehr naturbelassene Landschaft und ausgedehnte Waldbereiche auszeichnet. Zudem zählt er zu den regenreichsten und feuchtesten Regionen Frankreichs. Damit ergab sich schon die Erkenntnis der erste Woche: hier regnet es fast immer! Da man sich durch das schlechte Wetter nicht vom Fotografieren abhalten sollte, ging es also raus. Von den zahlreichen Wanderungen und Tagesausflügen möchte ich eine Station herausheben: die Wanderung am Mont Beuvray. Die Bezeichnung „Mont“ ist für einen Hügel von 821 m zwar drastisch übertrieben, aber die Gegend hat es trotzdem in sich. Der ursprüngliche Grund unserer Fahrt zum Mont Beuvray waren archäologische Ausgrabungen der gallischen Siedlung Bibracte. Die Ausgrabungen wurden aber zum Nebenschauplatz, als wir den Wald sahen, der das Gebiet umgab: moosbewachsene Bäume, steile Hänge und ein leichter Nebel, der das Dickicht umstreifte. Wunderbar! Ein erstes Bilder will ich euch hier zeigen. Das Bild wurden bei ISO 800 gemacht; fotografiert wurde ausschließlich ohne Stativ (mit Stativ wäre die Wanderung sehr beschwerlich und die Flexibilität nicht mehr gegeben gewesen). In der Nachbearbeitung wurde nur sehr wenig gemacht – Kontrast leicht angehoben, Beschnitt leicht geändert und eine leichte Entrauschung angesetzt.

Der Nebel, der langsam in den Wald „hineinzieht“ – fotografiert mit Leica M und Summicron 35 mm @ f/5.6.

Für den zweiten Auszug habe ich ein paar Fotos zusammengestellt, welche ich in Städten und Dörfern gemacht habe. In vielen französischen Dörfern bilden die verwinkelten Gassen, die vielen alten (zerfallenen) Gebäude, die unzähligen Kirchen und die vielen Kaffees zahlreiche Fotomotive. Entsprechend hoch war auch hier die Anzahl der Bilder, die entstanden sind. Ein wenig dokumentieren die Bilder wohl auch den gesellschaftlichen und politischen Zustand des Landes (leider).

Der Zerfall Frabnkreichs mit Leica M und Summicron 35 mm @ f/2.0.

Der Zerfall Frankreichs (#1) mit Leica M und Summicron 35 mm @ f/5.6.

Der Zerfall Frankreichs (#2) mit Leica M und Summicron 35 mm @ f/5.6.

Der Zerfall Frankreichs (#2) mit Leica M und Summicron 35 mm @ f/5.6.

Schattenspiel fotografiert mit Leica M und Summicron 35 mm @ f/4.0.

Schattenspiel fotografiert mit Leica M und Summicron 35 mm @ f/4.0.

Heiligenbilchen fotografiert mit Leica M und Summicron 35 mm @ f/2.0.

„Heiligenbilchen“ fotografiert mit Leica M und Summicron 35 mm @ f/2.0.

Vielgelesene Bibel? Fotografiert mit Leica M und Summicron 35 mm @ f/2.0.

Vielgelesene Bibel? Fotografiert mit Leica M und Summicron 35 mm @ f/2.0.

Was Frankreich besonders auszeichnet sind die vielen Märkte. Solche „Ansammlungen“ bieten natürlich immer hervorragende Möglichkeiten die Menschen etwas genauer und länger zu beobachten. Für das Fotografieren drängte sich natürlich das Summilux 50 mm förmlich auf, dessen Fähigkeit Dinge „freizustellen“ bestens geeignet ist, um Portraits in Szene zu setzen. Die Kombination von Leica M und Summilux 50 mm kann als Traum für die Straßenfotografie bezeichnet werden – trotzdem muss bei der Fokussierung bei Offenblende sehr genau gearbeitet werden. Um Menschen in solchen Situationen abzulichten muss man all seine Energie in das schnelle und präzise Fokussieren stecken; das Komponieren des Bildes muss dann ohne großes Nachdenken (intuitiv) erfolgen. Die besten Situationen sind oft nur wenige Sekunden verfügbar. Also eine gute Übung, um mit seiner Leica eins zu werden. Ausgearbeitet habe ich die Bilder bewusst in Schwarz-Weiß, wie es sich für „Street-Photography“ (meiner Meinung nach) gehört.

Mutter und Tochter oder "wie ich zur ungekrümmten Gurke kam" - fotografiert mit Leica M und Summilux 50 mm @ f/2.0.

Mutter und Tochter oder „wie ich zur ungekrümmten Gurke kam“ – fotografiert mit Leica M und Summilux 50 mm @ f/2.0.

"Le guitariste" - fotografiert mit Leica M und Summilux 50 mm @ f/2.0.

„Le guitariste“ – fotografiert mit Leica M und Summilux 50 mm @ f/2.0.

Feilschen am Markt ist eine beliebte Beschäftigung - fotografiert mit Leica M und Summilux 50 mm @ f/2.0.

Feilschen am Markt ist eine beliebte Beschäftigung – fotografiert mit Leica M und Summilux 50 mm @ f/2.0.

Zurück zur wunderbaren Landschaft des Burgund. Das Burgund zeichnet sich sicher nicht durch eine spektakuläre Landschaft aus, aber die vielen grünen Landstriche, die Ackerlandschaften und die Waldgebiete in Kombination mit dem einzigartigen Licht ergeben oft Szenen, die man einfach fotografieren muss.

Lichtspiel vor Sonnenuntergang - fotografiert mit Leica M und Summicron 35 mm @ f/8.0.

Lichtspiel vor Sonnenuntergang – fotografiert mit Leica M und Summicron 35 mm @ f/8.0.

Vor dem Gewitter - fotografiert mit Leica M und Summicron 35 mm @ f/8.0.

Vor dem Gewitter – fotografiert mit Leica M und Summicron 35 mm @ f/8.0.

Sonnenblumenfeld - fotografiert mit Leica M und Summicron 35 mm @ f/8.0.

Sonnenblumenfeld – fotografiert mit Leica M und Summicron 35 mm @ f/8.0.

Fototechnisches: Für mich war die Reise durch das Burgund auch das erste umfangreichere Shooting mit der Leica M. Die Korsika-Reise vor ein paar Monaten konnte als „Warmschießen“ bezeichnet werden – 1.700 Bilder in 3 Wochen sind dann schon eine andere Hausnummer. Was gibt es nun zu berichten? Nun, die Anzahl der Bilder lag natürlich weit höher, da ich bereits unterwegs viel „ausgedünnt“ und Bilder beurteilt habe – ich schätze mal, dass ich knapp über 2.000-mal auf den Auslöser gedrückt habe. Seine Kamera lernt man auf so einer Reise natürlich sehr gut und intensiv kennen. Ich musste lernen, dass sich Live-View doch in der einen oder anderen Situation vernünftig einsetzen lässt, dass die M seit dem letzten Firmware-Update die Grün-Töne ganz wunderbar wiedergibt und, dass ich mich ruhig trauen kann, auch mal höhere ISO-Werte zu verwenden (von der 5D und 1Ds war ich immer auf Werte bis max. ISO 800 fixiert; bei der M zeigen sich ISO 1.600 und gar ISO 3.200 sehr gut verwertbar). Ich schaffte es auch einmal die M zum Absturz zu bringen (nach einer Reihe überbelichteter Bilder in Folge) – das Entfernen der Batterie verhalf ihr aber zu neuem Leben (ich denke in der Firmware schlummert wohl noch der eine oder andere Software-Bug). Unglaublich ist auch, wie leicht sich die Kamera trägt. Bei vielen Wanderungen hatte ich neben der Kamera nur ein Objektiv dabei – einfach umhängen, losrennen und fotografieren. Diese „Einschränkung“ führte dazu, dass ich mir vielfach lange überlegte wie ich gewisse Dinge in Szene setzen konnte. Definitiv ein Schritt nach vorne in meiner Kreativität. Verblüfft hat mich aber neben der Kamera vor allem meine Liebe zu den 35 mm. In den letzten Wochen habe ich ja bereits davon berichtet, im Burgund ist diese Liebe aber förmlich explodiert. Ich schätze mal, dass 95% der Bilder mit dem Summicron 35 mm entstanden sind. Das Summilux 50 mm mag ich unglaublich gerne, aber die Flexibilität der 35er-Brennweite sind einfach nur beeindruckend (und mit einer „Objektivwechselfaulheit“ hat dies nichts zu tun!). Es bleibt für mich die Erkenntnis, eine unglaublich flexible Kamera-Objektiv-Kombination in den Händen halten zu dürfen, an deren gesamtes (optisches) Potential ich mich langsam heran taste.

Und am Ende dann noch, dem Trend von „Selfies“ folgend, ein Selbstportrait – ok, das etwas andere Selbstportrait.

Selbstportrait der etwas anderen Art - fotografiert mit Leica M und Summicron 35 mm @ f/5.6.

Selbstportrait der etwas anderen Art – fotografiert mit Leica M und Summicron 35 mm @ f/5.6.

In den nächsten Wochen werde ich die zahlreichen Bilder sortieren, aufarbeiten und sicher im einen oder anderen Beitrag davon berichten. Über Kommentare freue ich mich natürlich immer sehr….

LiK

Drähte…

Seit einiger Zeit arbeite ich an Bildern von Drähten. Die Faszination dabei kann ich schlecht/nicht erklären. Bei einer Wanderung auf den Schönberg bei Freiburg entdeckte ich gespannte Drähte, so wie ich sie aus meiner Jugendzeit von diversen Bergwanderungen kenne – Grundstücke werden damit begrenzt oder weidende Tiere davon abgehalten, die Weide zu verlassen.

Draht fotografiert mit Leica M und Summilux @ f/1.4.

Draht fotografiert mit Leica M und Summilux @ f/1.4.

Draht fotografiert mit Leica M und Summilux @ f/1.4.

Draht fotografiert mit Leica M und Summilux @ f/1.4.

In Schwarz-Weiß abgebildet haben diese Drähte für mich schon fast etwas Majestätisches, völlig entkoppelt von der restlichen Welt. Ob die Serie erweitert und ergänzt wird, kann ich noch nicht sagen…vielleicht!

LiK

Spiegelbild…

Sich selbst im Spiegel zu fotografieren ist ja schon recht lustig. Andere zu fotografieren, wenn sie hochkonzentriert sind, ist aber noch viel schöner. Die Wahl der eigenen Position ist dabei nicht immer leicht – leicht schräg versetzt bringt aber meist das erwünschte Ergebnis (außer man will selbst abgebildet werden). So also auch heute am frühen Morgen geschehen… ich denke, ein recht interessantes Portrait – die Konzentration in den Augen ist schon faszinierend.

Spieglein, Spiegelein an der Wand... - aufgenommen mit der Leica M und Summilux 50 mm @ f/1.4.

Spieglein, Spieglein an der Wand… – aufgenommen mit der Leica M und Summilux 50 mm @ f/1.4.

Die Schärfe wurde im Bild sehr bewusst auf das hintere Auge bzw. die Augenbraue gelegt. Durch die Offenblende von f/1.4 ist die Tiefenschärfe nur wenige Millimeter groß – das Auge des Betrachters sollte also relativ schnell auf die wesentliche Partie des Bilder fokussieren. Die Trennung zwischen den beiden Spiegelhälften wurde bewusst zwischen die Knöchel der zwei Finger gelegt – sowohl das „reale Bild“ (links) als auch das Spiegelbild sollte nicht durch die vertikal laufende Linie gestört werden. Die Konvertierung ins Schwarz-Weiß soll die kühle Atmosphäre des Badezimmers unterstützen und betont zudem die wichtigen Teile des Bildes bzw. Gesichtes.

LiK