Kategorie-Archiv: Leica

Regen, Wind und … Marathon

In den letzten Jahren habe ich ja schon einige Marathon fotografisch begleitet. Aber der 29. März 2015 sollte ein ganz spezieller Tag sein. So einen Lauf stellt man sich immer unter Sonnenschein vor…Menschen die am Straßenrand die Läufer anfeuern und begeisterte Läufer die im Lichte des Frühlings ihre Kilometer abstrampeln. Nun ja! Am 29. März war nun alles anders: Außentemperatur um die 7°C, leichter Regen bereits am Start und ein Wind, der sich später zum Orkan auftürmte und über Europa fegen sollte. Niemand ist zu beneiden, der bei diesem bescheidenem Wetter einen Marathon laufen soll/will/muss. Trotzdem kamen über 11.000 „Verrückte“ nach Freiburg und liefen! Die Zeiten standen dabei natürlich nicht mehr im Mittelpunkt. So mancher Läufer verlief sich bei diesem Wetter sogar, lief bereits beim Halbmarathon ins Ziel, kehrte um, und brachte den Marathon zu Ende. Ein stürmischer Tag im wahrstem Sinne des Wortes!

Ich begleitete die Läufer und schoss mit meiner Leica M ein paar Bilder. Dabei konzentrierte ich mich auf die speziellen Momente des Laufs: ich wollte herausarbeiten wie anstrengend so ein Lauf doch ist, die Geschwindigkeit und den Kampf in den Mittelpunkt stellen. Fünf Bilder möchte ich euch zeigen.

Das erste Bild entstand bei einer Versorgungsstation, wo es für Läufer (und Fotografen!) Trinken gab.Ich wartete einige Zeit ab, bis sich ein Läufer so bewegte wie ich es mir vorstellte. Ich fokussierte bereits vorab auf die Trinkbecher, sodass ich im richtigen Moment nur noch abdrücken musste. Die Bearbeitung in Schwarz-Weiß lässt die leichte Unschärfe etwas weniger ins Gewicht fallen und fokussiert das Auge des Betrachter etwas mehr auf den Becher und die Hand des Läufers. Trotz aller Unzulänglichkeiten des Bildes ein schöner und emotionaler Moment.

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Durst! Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/2.0.

Die nächsten beiden Bilder haben das Ziel die Geschwindigkeit eines solchen Laufes in den Vordergrund zu stellen. Ein Marathon ist kein Sprint, trotzdem ist die Geschwindigkeit beachtlich. Also habe ich mich neben der Strecke positioniert und die Kamera mit den Läufern mitgezogen. Dabei wählte ich eine Belichtungszeit, die im Bereich von einer viertel bis achtel Sekunde lag. Ziel war nicht die scharfe Abbildung der Läufer, sondern die Darstellung der Dynamik. Besonders das zweite Bild mit seinen Farben ist meiner Meinung nach richtig gut gelungen.

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Speed #1. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/4.0.

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Speed #2. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/4.0.

Die nächsten beiden Bilder entstanden im Ziel, unmittelbar nach Einlaufen des MaraToni. Mit 4:30 Stunden blieb er zwar einiges über seiner erhofften Zeit, aber er bewältige Wind, Regen und den Streckenverlauf bravourös. Die Strapazen und die Anstrengung wird deutlich – Bilder sagen mehr als 1.000 Worte. Besonders das zweite Bild, mit seinem Kontrast zwischen lächelnder Staffelläuferin und unzufriedenem Marathonläufer finde ich gut getroffen.

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Ausgepowert! Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/3.5.

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Zufreiden?! Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/3.5.

Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass sich das Wetter wohl nur selten nach dem Sportevent richtet. Hätte der Marathon nur 2 Tage später stattgefunden, hätte er wohl abgesagt werden müssen (Orkan Niklas)! So sind wir alle froh, dass alles gut gegangen ist und die Läufer inkl. MaraToni heil und gesund im Ziel angekommen sind.

LiK

Neues von der Surrealografie

In den letzten Wochen hatte ich etwas Zeit mich wieder mit meiner neuen Liebe, der Surrealografie, zu beschäftigen. Wenn jemand nicht weiß, was das ist, bitte diesem Link folgen. Es ging also wieder in den Wald, und es wurde experimentiert – gezogen geschwenkt, gewackelt! Kurzum: ich hatte meinen Spaß mit der Kamera, dem Ergebnis und mit mir selbst. Zwei Bilder will ich wieder hier zeigen…keine leichte Kost, nehmt euch Zeit hinein zu tauchen. Es lohnt sich!

Die Fortsetzung der Surrealografie #1.

Die Fortsetzung der Surrealografie #1.

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Die Fortsetzung der Surrealografie #2.

Beide Bilder sind sich sehr ähnlich, sind aber doch auch sehr verschieden (ich weiß, klingt sehr philosophisch!). Ich möchte an dieser Stelle nicht interpretieren, aber speziell das zweite Bild wirkt auf mich wie das Segment einer Spirale. Fast wie die Ringe eines sehr alten Baumes: the Circle of Life. Ok, jetzt höre ich wirklich auf!

LiK

Meckern auf hohem Niveau – Das Leica Super-Elmar-M 1:3,4/21 mm ASPH.

Wie bereits letzte Woche geschrieben, hatte ich am Bodensee ausgiebig Zeit mein neues Objektiv Leica Super-Elmar-M 1:3,4/21 mm ASPH zu testen und es kennen zu lernen. Das Objektiv wird an meiner Leica M (Typ 240) betrieben (für jene Leser, welche diesen Blog nicht regelmäßig verfolgen). Ich möchte nachfolgend keinen Testbericht wiedergeben, sondern einfach meine sehr persönlichen Beobachtungen schildern.

Vorneweg sei erwähnt, dass die optische Qualität des Objektives hervorragend ist – in vielen Tests, Blogbeiträgen und Artikeln wird dies belegt und beschrieben. Es gibt also nichts zu meckern, außer man meckert auf extrem hohem Niveau. Was ich gerne tun möchte! Ich kenne den Weitwinkelbereich zwischen 17 und 24 mm relativ gut aus meiner Canon-Zeit und weiß daher gut wie man diesen Brennweitenbereich einsetzen kann und darf und auf was man besonders achten sollte.

Verzeichnung

Ich muss zugeben, dass durch meine bevorzugte Nutzung der Brennweitenbereiche von 35 mm und 50 mm, Bilder mit dem neuen 21er auf mich durchaus einen etwas seltsamen Eindruck machten. Ich fragte mich relativ schnell, warum denn plötzlich alles so flach wirkt, und wo denn die Leica-typische „3D-Darstellung“ bleibt. Ein Tele-Objektiv verdichtet den Raum und sorgt dafür, dass alles sehr plastisch wirkt; ein Weitwinkel hingegen lässt auch kurze Distanzen plötzlich unendlich wirken. Dadurch kommt es plötzlich zu einer Verzerrung des Bildes, welche sich primär auf die Tiefen-Wahrnehmung auswirkt. Durch die kurze Brennweite entstehen aber auch baulich bedingte Abbildungsfehler des optischen Systems, welche zu einer lokalen Veränderung des Abbildungsmaßstabes führen. Die Maßstabsänderung beruht auf einer Änderung der Vergrößerung mit zunehmendem Abstand des Bildpunktes von der optischen Achse. Diese Verzeichnung ist rotationssymetrisch um das sog. Verzeichnungszentrum. Soweit zur Theorie. Was bewirkt dies aber? Diese Abbildungsfehler erzeugen wahrnehmbare Verzerrungen im Bild. Parallele Linien laufen dadurch nicht mehr parallel, senkrechte Linien laufen nicht mehr senkrecht oder horizontale nicht mehr horizontal. Die nachfolgende Abbildung verdeutlicht den Effekt eindrucksvoll.

Bei Objektiven mit Verzeichnung wird ein Rechteck nicht maßstabsgetreu abgebildet. Quelle: Wikipedia.

Bei Objektiven mit Verzeichnung wird ein Rechteck nicht maßstabsgetreu abgebildet. Quelle: Wikipedia.

Warum sind nun nicht alle Objektive von dieser Verzeichnung betroffen? Sind sie leider doch! Je kleiner die Brennweite, desto deutlicher der Verzeichnungseffekt. Beim Fischaugenobjektiv ist dieser Effekt sogar gewünscht.

Die gute Nachricht ist nun, dass man die Verzeichnung relativ gut rechnerisch beseitigen kann. Kennt man das geometrische Modell des Objektives, so kann man die Verzeichnung leicht beseitigen. Das unten stehende Bild zeigt die Verzeichnung eines 20-mm-Objektivs bei einer Fokussierung auf eine Entfernung von einem Meter. Die Zahlen an den Isolinien geben den Betrag der Korrektur in Mikrometern an. Die Länge der Pfeile entspricht der fünfzehnfachen Länge der Korrektur. Die Koordinaten u und v sind die Bildkoordinaten bezogen auf die Bildmitte (Quelle: Wikipedia). Es zeigt sich also deutlich, dass die Verzerrung zum Rand hin deutlich ansteigt und Extremwerte in den Ecken erreicht.

Verzeichnung eines 20-mm-Objektivs. Quelle: Wikipedia.

Verzeichnung eines 20-mm-Objektivs. Quelle: Wikipedia.

Heute arbeiten Hersteller meist mit einer kamera-internen Reduktion der Verzeichnung. Dazu wird das Objektiv entsprechend codiert (gekennzeichnet) und damit von der Kamera automatisch identifiziert. Die hinterlegten Korrekturwerte können dann bereits beim Schreiben des Bildes angebracht werden. Bei vielen Herstellern erfolgt diese Korrektur übrigens auch bei RAW-Bilder (man sollte also den Begriff „Raw“ nicht unbedingt als Indiz dafür nehmen, dass es tatsächlich völlig unbearbeitete Bilder sind). Leica scheint hier übrigens eine andere Linie als die großen Hersteller aus Asien zu fahren. Speziell Canon, Nikon und besonders Sony korrigieren in der Kamera unglaublich viele Dinge – der Fotograf bekommt also ein deutlich verändertes/bearbeitetes RAW-File geliefert. Man sollte sich bei einer Leica-M also bewusst sein, dass man mit der baulich bedingten Verzeichnung leben muss, oder in der Nachbearbeitung selber Hand an legen muss. Als Beispiel sei auf das Bild unten verwiesen.

Verzeichnung bei einem 21 mm Objektiv ist nicht ungwöhnlich, besonders nicht wenn Objekte im oberen oder unteren Bereich positioniert werden.

Verzeichnung bei einem 21 mm Objektiv ist nicht ungewöhnlich. Besonders auffällig, wenn vertikal verlaufende Objekte im oberen oder unteren Bereich positioniert werden (z. B. Stelzen des Pier).

Man erkennt deutlich, dass man sehr vorsichtig damit umgehen sollte, vertikal oder horizontal verlaufende Objekte in den oberen oder unteren Bereich des Bildes zu setzen, besonders in die entsprechenden Ecken. Das Pier im Bild wird deutlich verzerrt, die senkrechten Stelzen kippen förmlich nach außen. Viele Bildbearbeitungsprogramme korrigieren diese Effekte bereits beim Importieren der Bilder, sodass auch hier der Fotograf bevormundet wird. Da ich mit Darktable arbeite, kann ich sehr individuell entscheiden, ob ich eine Korrektur anbringen will oder nicht (andere Software lässt dies natürlich auch zu, versteckt die Option nur manchmal etwas zu gut). Ein guter Weg Objektive zu korrigieren/kalibrieren ist beispielsweise die Generierung von Korrekturprofilen mit Hugin und die entsprechende Nutzung der Profile in Darktable (ich werde diesen Prozess in den nächsten Woche hier im Blog im Detail beschreiben).

Vignettierung

Neben der Verzeichnung ist sicher die Vignettierung der auffälligste Effekt, der mit abnehmender Brennweite immer stärker wird. Auch die Vignettierung kann bei bekanntem geometrischen Modell des Objektives gut korrigiert werden und wird dementsprechend von vielen Herstellern bereits beim Speichern der Bilder automatisch korrigiert – so auch von Leica. Bereits in den Raw-Daten ist die Vignettierung weitgehend beseitigt. Das Leica Super-Elmar-M 21 mm vignettiert im übrigen nur sehr minimal (dies kann man auch den entsprechenden Messdiagrammen entnehmen). Daher soll auf diesen Effekt hier nicht weiter eingegangen werden. Das Ausmaß der Vignette ist übrigens stark von der Blende abhängig. Je großer die Blende (kleine Blendenzahl) desto geringer die Vignettierung (siehe Abbildung, Quelle: Markus Schopfer, Wikipedia).

Blende

Die Vignettierung stellt heute bei den meisten Objektiven kein großes Problem dar. Zusätzlich ist die Vignettierung zu einem stilistischen Mittel geworden und wird oft sehr bewusst eingesetzt.

Gegenlicht

Für jemanden der gerne direkt zur Sonne ausgerichtet fotografiert, ist das Verhalten des jeweiligen Objektives bei Gegenlicht extrem wichtig. Die Linsen- und Glasqualität spielt besonders bei Gegenlicht eine wichtige Rolle. Verfärbungen, Schleier und Schlieren sind  das gewohnte Bild bei billig gefertigten Objektiven. Wie nicht anders zu erwarten spielt das Leica Super-Elmar 21 mm hier in der absoluten Top-Liga. Leica verbaut die besten Glassorten in ihren Objektiven, und so ist es nicht verwunderlich, dass Gegenlicht eine ganz wunderbare Lichtstimmung erzeugt. So soll es sein! Beobachten kann man dies im unten stehenden Bild.Unterhalb der Sonne kann ein leichter roter Schleier beobachtet werden (verstärkt wohl auch durch die Lichtbrechung/-verfärbung an der Wolke) – nicht weiter störend. Das Verhalten des Objektives insgesamt aber sensationell.

extremes Gegenlicht macht dem Super-Elmar-M 21 mm nichts aus.

extremes Gegenlicht macht dem Super-Elmar-M 21 mm nichts aus.

Chromatische Aberration

Was sich bei dieser Gegenlichtaufnahme aber relativ gut beobachten lässt ist das Auftreten von Chromatischer Aberration. Der Brechungsindex von Glas hängt von der Wellenlänge des Lichtes ab. Dies wird Dispersion genannt und verursacht die sog. chromatische Aberration. Im Bild sichtbar wird dies durch Farbsäume, also Verfärbungen an Kanten und Schärfenebenen. Meist entstehen rote oder grüne Farbsäume vor oder hinter der eigentlichen Schärfenebene. Im oberen Bild sieht man diesen Effekt im Bereich der weiß schimmernden Wasserfläche (vordere Bildmitte). Chromatische Aberration ist ein Effekt von dem die Leica M stärke betroffen ist als Spiegelreflexkameras, da das Auflagemaß (Abstand Sensor zu Befestigung des Objektiv) geringer ist und die Lichtstrahlen daher wesentlich flacher auf den Sensor treffen. Leica hat diesem Umstand bei der M (Typ 240) durch eigene Mikrolinsenelemente, welche über dem eigentlichen Sensor sitzen, speziell geformt wurden und dadurch eine entsprechende Lichtbrechung unterstützen, Rechnung getragen. Trotzdem hat besonders die verwendete Brennweite einen ganz erheblichen Einfluss auf diesen die Chromatische Aberration. Chromatische Aberration kann mit heutiger Bildverarbeitungssoftware aber relativ gut beseitigt werden. Ein Absenken des Rotkanals bzw. des Rotanteils im Bild reicht meist schon aus.

Das Problem mit dem Sucher

Die Leica M und ihr optischer Sucher ist nun mal nur für Brennweiten bis zu 28 mm ausgelegt. Bei kürzeren Brennweiten muss ein externer Sucher oder der Live View (LV) verwendet werden. Klappt auch alles wunderbar! Bei der Verwendung des LV ergab sich für mich aber ein eindeutiges Aha-Erlebnis. Die Leica M erlaubt nämlich einen eigenen Belichtungsmodus für den LV zu konfigurieren, der bei aktiviertem LV genutzt wird. Arbeitet man beispielsweise immer mit der mittenbetonten Belichtungsmessung, wählt in der Konfiguration für den LV aber die Mehrfeldmessung, so kann man zwischen den zwei Modi durch aktivieren des LV blitzschnell umschalten. Gerade mit einem Weitwinkel macht oft eine Mehrfeldmessung mehr Sinn als eine mittenbetonte Messung. Ein lästiges Umstellen des Belichtungsmodus entfällt also, wenn man die Lösung mit dem LV nutzt. Genial und einfach!

Und was bleibt am Ende?

Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass das Fotografieren mit einem Weitwinkel Übung braucht. Wie jede andere Brennweite, muss auch der Weitwinkel besonnen und gekonnt eingesetzt werden. Auf keinen Fall sollte es zu einer inflationären Nutzung dieser Brennweite kommen: weniger ist oft mehr. Ab und an ein Bild mit einem Weitwinkel lockert eine Präsentation auf und beeindrucken den Betrachter. Zu viele Weitwinkelbilder stumpfen den Betrachter aber schnell ab. Spannung lässt sich durch eine bewusste Nutzung des Vordergrundes erzeugen; auch hier empfiehlt sich aber ein vorsichtiges Herantasten und eine sehr gezielte Nutzung dieser Strategie.

Das Leica Super-Elmar-M 1:3,4/21 mm ASPH. ist aber definitiv eine Bereicherung und ein durchgehend beeindruckendes Objektiv. Nur sehr wenige Lichtsituationen bringen es ein wenig aus dem Tritt (z. B. extremes Licht erzeugt leichte chromatische Aberration) – der Vergleich mit anderen Objektiven anderer Hersteller dieser Brennweite zeigt aber deutlich wie gut und ausgereift das optische Konzept und die entsprechende Konstruktion ist. Leica hat sich mit diesem Objektiv viel Zeit gelassen – das Ergebnis kann sich sehen lassen. Hut ab!

Ich hoffe diese Zeilen haben euch Spaß gemacht und ihr habt genau so viel gelernt wie ich dabei.

LiK

Bodensee

Wie bereits angekündigt waren wir letztes Wochenende für 4 Tage am Bodensee. Untergebracht in Meersburg im Fischerhaus, was absolut zu empfehlen ist. Von dort aus sind es ca. 30 m zum See (also praktisch in Wurfweite).

In den 4 Tagen produzierte ich um die 200 Bilder. Es ging mir dieses mal aber um das Austesten des neuen 21er Objektives und weniger um perfekte Bilder (ok, danach streben wir doch immer). Und so verbrachte ich einen vollen Tag damit nur mit dem 21er zu „spielen“ und es an seine Grenzen zu treiben. Gegenlicht, Seitenlicht, Verzeichnung je nach Blickwinkel, etc. Dazu werde ich in den nächsten Tagen einen eigenen Bericht schreiben – ihr könnt als gespannt sein.

Hier nun ein paar Bilder (eines davon mit dem 21er aufgenommen).

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Selbstportrait mit Tapete. Fotografiert mit Leica M und Summilux-M 50 mm @ f/2.0.

Eingenpaktes Geländer in Konstanz. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/2.0.

Eingepacktes Geländer in Konstanz. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/2.0.

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Untersichsein. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/2.0.

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Spaßverderber. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/2.0.

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Einsames Vergnügen. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/2.0.

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Das Chaos der Natur. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/5.6.

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Abendstimmung am Bodensee. Fotografiert mit Leica M und Super-Elmar-M 21 mm @ f/8.0.

Das letzte Bild zeigt schon ein wenig das Potential des Super-Elmar….aber so viel Platz, der so schwer zu füllen ist!

LiK

Best of „\temp“

Seit einigen Jahren habe ich eine ziemlich blöde Angewohnheit: Wenn ich nach einer Fototour nach Hause komme, kopiere ich erst mal alle Bilder in ein Verzeichnis mit dem Namen „temp“ (steht für „temporär“). Ich kopiere von dort dann jene Bilder in spezielle Verzeichnisse die richtig gut sind – manchmal bleiben aber auch gute/interessante Bilder im Verzeichnis liegen. Mit der Zeit wird die Sache natürlich mehr als unübersichtlich. Zeit also,  einen Blick in dieses Verzeichnis zu werfen und zu prüfen, ob nicht doch der eine oder andere interessante Schuss dabei ist.

Seht die nachfolgenden Bilder als ein nicht-zusammenhängendes Konglomerat von Einzelaufnahmen. Gut oder Schlecht? Hmmm…bildet euch selbst eine Meinung.

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Diagonal. Fotografiert mit Leica M und Summilux-M 50 mm @ f/4.0.

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Schmuckstück. Fotografiert mit Leica M und Summilux-M 50 mm @ f/4.0.

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U-Turn. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/2.0.

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Undurchsichtig. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/2.0.

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Ausgerichtet. Fotografiert mit Leica M und Summicron-M 35 mm @ f/4.0.

LiK

Schwach geworden – Zuwachs für die M!

Und da schreibe ich vor einigen Wochen noch davon, dass ich meinen Objektivpark 2015 nicht ändern werde. Alles sollte so bleiben wie es war! Und dann kam dieses Hammerangebot von Leica Meister Camera in Hamburg. Soll man trotzdem ein Jahr warten und dann deutlich mehr zahlen, für ein Objektiv, das früher oder später mit Sicherheit erworben werden soll? Ich nahm Kontakt mit dem Meister auf, beriet mich mit ihm und erbat mir einige Tage Bedenkzeit. Ich hatte noch nie ein gebrauchtes Objektiv gekauft – sollte ich es wagen? Dann aber sollte es doch passieren – ich sagte zu! Erwarb eines der eindrucksvollsten Objektive im Bereich von 21 mm, das Super-Elmar-M 1:3.4 / 21 mm. Das Objektiv wurde schnell geliefert und wie vom Meister versprochen, wies es weder Gebrauchsspuren noch Kratzer auf – sah alles wie neu aus. So etwas kann man wohl als Schnäppchen bezeichnen!

21 mm bedeuten für das Kleinbild einen horizontalen Bildwinkel von 80 Grad. Umgesetzt wurde das Objektiv mit Hilfe von 8 Linsenelementen, davon 2 asphärische Flächen. Bei einer Länge von 43 mm, bringt das gute Stück 280 Gramm auf die Wage. Von vielen wird dieses Objektiv als das weltbeste 21er bezeichnet – was zwar beeindruckt, aber auch wieder egal ist! Jetzt muss erst mal Freundschaft geschlossen werden und wir müssen uns kennen lernen. Die Leica M ist mit ihrem Messsucher nur bis zu einer Brennweite von 35 mm ausgelegt; 21 mm bedeuten nun, dass ein externer Sucher oder der Live View verwendet werden musste. Ich entschied mich für einen externen Spiegelsucher (der mit einer eigenen Aufbewahrungstasche in Leder ausgeliefert wird!).

In meiner Canon-Zeit hatte ich das 17-40er öfter vor meine Kamera geschnallt – es gehört eindeutig zu meinen Lieblingsobjektiven. Und nicht selten wurden davon die 17 mm verwendet. So rechnete ich also damit, dass mich 21 mm nicht sonderlich beeindrucken und mir das Arbeiten gewohnt von der Hand ging. Hatte ich schon vergessen, was 21 mm bedeuteten? 80 Grad Öffnungswinkel bringen einfach verdammt viel der Umgebung auf den Chip. Und so muss ich zugeben, dass ich bei den ersten Fotos nicht schlecht staunte und mir wurde schnell bewusst, dass ich das Arbeiten mit einem Weitwinkel schier verlernt hatte.

Anbei ein paar Bilder vom  Objektiv an der Kamera inkl. des aufgesteckten Spiegelsucher.

Leica M mit Super-Elmar-M 1:3.4/21mm.

Leica M mit Super-Elmar-M 1:3.4/21mm.

Leica M mit Super-Elmar-M 1:3.4/21mm und Spiegelsucher.

Leica M mit Super-Elmar-M 1:3.4/21mm und Spiegelsucher.

Spiegelsucher mit eigener Lederaufbewahrungstasche.

Spiegelsucher mit eigener Lederaufbewahrungstasche.

Noch kann ich wenig sagen über das neue Mitglied in der M-Familie. Einige wenige Runde haben ich bereits mit dem Objektiv durch Freiburg gedreht, versucht es zu verstehen und habe versucht die Grenzen auszuloten. Und ein erstes Bild kann ich euch auch bereits zeigen.

Hochhaus in Freiburg. Fotografiert mit der Leica M und Super-Elmar-M 21 mm @ 5.0.

Hochhaus in Freiburg. Fotografiert mit der Leica M und Super-Elmar-M 21 mm @ 5.0.

Mehr Erfahrung, mehr Bericht und mehr Bilder gibt es dann in den nächsten Wochen – Mitte März steht ein mehrtägiger Ausflug an den Bodensee an. Ein erster ernstzunehmender Test für das 21er.

LiK

Mauerwerk #3

Vor einem Jahr habe ich hier eine Serie gestartet, in der ich alte und verwachsene Wände dokumentiere. Diese Wände sollten aber nicht irgendwo stehen, sondern in dem Dorf anzufinden sein, in dem ich aufgewachsen bin: in Lana. Die Bilder wurden damals unter dem Titel „Erschöpfte Wände“ veröffentlicht (Rob war mir, wie immer, bei der Suche nach einem Titel eine kongeniale Hilfe):

Nun geht die Reise also weiter: Teil 3! Nicht ganz so bunt, nicht ganz so schrill, aber wieder mit tollen Farben, wie ich finde.

L1006286_01 L1006299 L1006323_01 L1006332 L1006304_01Langsam scheint sich also ein schönes Langzeitprojekt zu entwickeln. Ich bleibe jedenfalls dran und halte euch am Laufenden.

LiK