Die Schönheit des Zufalls

Der Regen kann einen ja ganz schön frustrieren. Über Tage und Wochen nur Regen – gefühlt! Ein kräftiger Sturm beförderte viele Regentropfen an unsere Fensterscheiben. Dieses entstandene Chaos lies sich wunderbar festhalten. Die Bilder mögen zufällig wirken, trotzdem lösen sie bei mir eine ganz eigene Stimmung aus, die einem eindeutigen Gradienten folgt: Melancholie! Nicht bedrückend, sondern angenehm und in genau der richtigen Dosis, um den Regen ertragen zu können – ja, ihn vielleicht sogar ein klein wenig zu genießen.

Das letzte Bild musste einfach sein. Es entstand zufällig beim Fokussieren. Plötzlich waren nicht mehr die Tropfen scharf, sondern mein Spiegelbild. Darin könnte man jetzt sehr viel reindeuten und rauslesen – das lassen wir (ich!) aber ganz schnell wieder sein.

Alex

4 Gedanken zu „Die Schönheit des Zufalls

  1. Martin

    Hallo Alexander,

    der Regen kann frustrieren, und nicht nur der. Nun gibt es die Diversität, ein ein gutes Stichwort aus Deinem vorhergehenden Beitrag- gerade jetzt und auch in der Fotografie und das Foto dabei ist so passend, im übertragenen Sinn.

    So schreibe ich nun etwas, was mir nahe geht, und was Du im Austausch mit mir mit geprägt hast. Angefangen hat es mit unserem Gedankenaustausch über die Fotografie mit Leica M-Kameras, was einen so nicht da gewesenen beginnenden Prozess für mich bedeutete. Hat es doch meine Art der Fotografie vollkommen verändert – Reduktion, ein, zwei Festbrennweiten und wachsen der Kreativität.

    Gegenwärtig haben sich doch wiedererwartend die äußeren Bedingungen bei mir geändert. Augen-OP auf beiden Seiten, keine Akkommodation mehr wegen der künstlichen Linsen und die Korrekturlinsen brachten nur positive Veränderungen entweder im Nah- oder Fernbereich mit dem Scharfstellen. So macht bei einem Ausschuss von weit über achtzig Prozent bei Offenblende, aber auch durchaus bei geschlosseneren Blenden , die Messucherfotografie keine Freude mehr. Augenoptiker, Leica und Mitarbeiter im Leicastore haben mir hier auch entsprechend meine Empfindungen beim Sehen/Scharfstellen bestätigt und dies eigentlich als KO-Kriterium für den Messsucher ausgewiesen.

    Der Entschluss ist gefallen: Ich habe bisher bis auf das Summicron und etwas Zubehör meine Leicaasurüstung verkauft. Bei Leica wäre nur die SL2 ein wirklicher Ersatz für mich gewesen. Die Q2 mit einer Brennweite von 28 mm und dem Beschneiden sagt mir auf Dauer nicht zu. Hätte sie 35 mm oder gar 50 mm als Ausgangsbrennweite, ja dann … – aber das ist so nicht.

    Ein hoher Preis bei der SL2, insbesondere bei den Objektiven, erhöhtes Gewicht und kein Schwenkdisplay haben mich dann doch bewogen, zurück zu Canon zu wechseln.

    So ist meine Leicaausrüstung nun fast verkauft und ich habe mir eine Canon EOS R5 gekauft. Ausschlaggebend war der exzellente Sucher mit über 5,7 MP, genau wie bei der SL. Die Sucher der abgespeckten Rs sind qualitativ deutlich unausgewogener. Dazu gab es ein RF 50 f/1.2 und ein RF 24-105 f/4. Jetzt warte ich noch auf ein RF 35 f/1.2 …

    Was hat sich geändert: Durch das Gewicht und die Göße sicherlich das Handling – wäre aber auch bei der SL2 so. In Bereichen aussserhalb der Komfortzone hilft das schwenkbare Display ungemein – hat die SL2 nicht. Das Wichtigste aber ist, dass der Ausschuss jetzt bei zehn Prozent oder weniger (je nach Einsatz des AF) liegt und die Aufnahmen gestochen scharf sind. Der Fokus sitzt auf den Punkt genau.

    Was ist geblieben: Die Reduktion – ich werde es weiterhin pflegen, mit nur einer, maximal zwei Brennweiten hinaus zu gehen. Das konzentriert sich dann, na, auf was, … und da ist sie wieder, ein Teil der Veränderung die eingetreten ist.

    Ich wünsche Dir – aus beschriebenen Umständen – weiterhin viel Freude mit Deiner M und den Objektiven und geniesse es damit so zu fotografieren, so lange Du es kannst!

    Herzliche Grüße,
    Martin

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    1. lichtknoten Artikelautor

      Hallo Martin,

      ich finde das sehr beeindruckend, wie du trotz Rückschlägen nicht aufgibst und weiter an der Fotografie festhältst. Am Ende zählt nicht das Werkzeug, sondern nur das Ergebnis und vor allem der Prozess dorthin. Ob das Bild mit Leica oder Canon gemacht wurde ist letztlich egal – solange du den Prozess genießen kannst und Spaß daran hast. Ich kann die Entscheidung also voll nachvollziehen. Persönlich hätte ich mich für die Q2 entscheiden und hätte den Suche dann einfach auf 35 oder 50 mm umgestellt – auch wenn das am Ende in den gleichen RAW-Bildern mündet.

      Ich hoffe aber, dass du hier als treuer Kommentator erhalten bleibst! Würde mich freuen.

      Alex

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      1. Martin Pitsch

        Hallo Alexander,

        die Fotografie ist so interessant und in ihren Möglichkeiten wohl unbegrenzt vielfältig dass es keinen Grund zum Aufgeben gibt. Schauen, Aufmerksam sein und ausprobieren auf ein immer Neues hin – und Du weist: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne … und so auch in den Abschnitten mit der Fotografie. Diesen Anfang – nicht nur hier – nehme ich immer wieder gerne an.

        Und ja, ich bleibe als Leser und Kommentator hier erhalten. Deine Art der Fotografie interessiert mich. Hast Du mich doch damit auch immer wieder auf ein Neues oft inspiriert!

        Martin

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        1. lichtknoten Artikelautor

          Lieber Martin,
          so muss es sein – nach vorne schauen und den Mut nicht verlieren!
          Alex

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