Restsingularität – Buchprojekt

Als passionierter Fotograf nimmt man sich für sein „Foto-Leben“ viele Dinge vor – zumindest mir kommen immer neue Ideen und Projekte in den Sinn, die ich irgendwann umsetzen möchte. Und schon sehr lange geistert ein Projekt durch meinen Kopf, das nun, nach über 10 Jahren, endlich realisiert werden konnte.

Kennt ihr ihn auch, den Blick in die leere Kaffeetasse? Und dann bilden sich diese wunderbaren Reste des Kaffeesatzes in Form von eigenartigen Figuren und Formen ab. Und was wäre, wenn man diese Reste versucht fotografisch einzufangen und sie zum Inhalt eines Buchprojektes macht? Die Ästhetisierung des Kaffeesatzes!

In den letzten Jahren bekamen nur sehr wenige Menschen von meinem Vorhaben mit. Jenen, denen ich die Idee schilderte, setzten meist einen etwas verwunderten Blick auf. Kaffeesatz?! Zwar interessant, aber wie sollte dies technisch überhaupt umgesetzt werden? Ich dachte lange über die Herangehensweise nach, knobelte verschiedene Lichtsetzungen aus … und natürlich bereitete mir auch der Kaffeesatz selber großes Kopfzerbrechen. Wie konnte Abwechslung in den Bildern geschaffen und die Spannung in einem Buch gehalten werden?

Die konkrete Umsetzung startete dann im Herbst 2014 – in 4 Monaten bereitete ich über 150 Kaffeesätze zu (keine Angst, der dazugehörige Kaffee wurde nicht immer getrunken), fotografierte diese und führte eine leichte digitale Nachbearbeitung durch. Anschließend erfolgte die Auswahl, sodass 47 Bilder übrig blieben. Die Bilder wurden gereiht, angeordnet und anschließend als Buch gelayoutet. Was nun vorliegt, ist das Ergebnis dieses Prozesses.

Restsingularität

Wenn man mit einem solchen Projekt so lange schwanger geht, will man es natürlich perfekt zu Ende bringen. Ich kontaktierte Verlage, bekam einige Absagen, führte aber auch sehr konkrete Gespräche. Es wurde aber schnell klar, dass meine Vorstellungen von Qualität und  Form mit den Vorstellungen der Verlage nicht einher gingen. Verlage müssen eben Kompromisse eingehen, um den Verkaufspreis nieder halten zu können und damit die Verkaufszahlen entsprechend hoch zu bringen. Also schlug ich einen anderen Weg ein und setze nun auf Print-On-Demand – das Buch wird nicht im Vorfeld gedruckt, sondern erst bei der eigentlichen Bestellung. Dieses Prinzip, kombiniert mit einem Vertrieb ohne Verlag (man spricht auch von Eigenverlag), ermöglicht die Umsetzung sehr individueller Bücher – ohne Kompromisse! Ohne Kompromisse bedeutet für mich: Ein Format von 30 cm x 30 cm; schwarzes Vorsatzpapier; schwarzes Leinencover mit Umschlag; 150 Gramm Papier, das ungestrichen und ohne Beschichtung von Mohawk Fine Art hergestellt wird. In Summe also ein Buch, das ich mit einem Verlag an meiner Seite so nie umsetzen hätte können.

Bleibt noch die Frage, wie das Buch vertrieben wird. Ich entschied mich dazu, das Buch per Online-Handel zu vertreiben und hier Amazon als Partner zu wählen. Ich bin zwar kein großer Fan von Amazon, aber damit lassen sich heute immer noch die meisten Menschen erreichen. Das Buch ist über die amerikanische Amazon-Seite und direkt über mich erhältlich (einfach kurzes Mail an mich schicken).

Natürlich hat ein solches Projekt auch seinen Preis. Ich lasse das Buch zum Selbstkostenpreis herstellen – für mich fällt also kein Gewinn ab. Trotzdem fallen durch den Herstellungsprozess und die verwendeten hochwertigen Materialien Kosten von 140 Dollar (ca. 125 Euro) an. Wenn man das Buch in den Händen hält, wird einem schnell klar, dass der Preis gerechtfertigt ist. Und beim derzeitigen Dollar-Kurs wird das Buch schon wieder fast zum Schnäppchen.

Ich hoffe, dass ihr das Projekt spannend genug findet, um es etwas näher zu betrachten. Werft also eure Facebook- und Twitter-Accounts an und leitet diese Webseite an möglichst viele Menschen weiter. Und vielleicht erwirbt der eine oder andere ja auch ein Exemplar – über Kommentare zum Buch freue ich mich schon jetzt.

Fakten zum Buch:
Titel: Restsingularität – Die Ästhetisierung des Kaffeesatzes
Autor: Alexander Reiterer
Seiten: 70
Form: Leinencover mit Umschlag
ISBN: 9781320712842

Bestellung:
Bestellung ist direkt über mich (via Überweisung) möglich. Einfach Mail schreiben!
Oder über die amerikanische Amazon-Seite:

[asa]1320712843[/asa]

5 Gedanken zu „Restsingularität – Buchprojekt

  1. Martin

    Hallo Alex,

    herzlichen Glückwunsch zu Deinem vbz. Buch!

    Der Beschreibung zu Deinem Buch entnehmend vermute ich mal, dass der geneigte Leser bzw. Betrachter sich gut tut in einer kontemplativen Weise – innerlich frei, weder denkend noch urteilend – auf das gezeigte versucht einzulassen. So scheint es mir bei dem wohl Gezeigten um deren „ureigene Schönheit“ in der Darstellung zu gehen, unabhängig und entfernt von jeglicher Begrifflichkeit.

    Martin

    Antworten
  2. Rob

    Ich mag den Geschmack von Kaffee nicht.
    Genauso geht es mir mit seinem Geruch.
    Also dachte ich mir, dass ich mit diesem Buch nicht viel anfangen kann.
    Doch nach dem ich die Entstehungsgeschichte deines Buches gelesen hatte.
    Die Mühe und Arbeit die in so einem Projekt steckt erst begriffen hatte, kam ich ins Grübeln.
    Also fing ich an in meinem Gedächtnis nach Erinnerungen zu kramen.
    Irgendetwas, dass ich mit Kaffee verbinde. Etwas das mir wichtig ist.
    Also schwelgte ich in Erinnerungen.
    Diese Erinnerungen holten mich in eine längst vergangene Zeit zurück.
    Sie sind durchsetzt mit dem Geruch von Kaffee und haben die Farbe frisch gemahlener Kaffeebohnen.
    Eine gute Zeit.
    Ich werde wohl meine erste Amazon-Bestellung machen müssen.

    Antworten
  3. Rob

    Das Buch wurde natürlich bestellt.
    Die Lieferung war schnell.
    Und wie ist es geworden?
    Lest selbst was ich dazu zu sagen habe.

    Es reicht schon wenn man sich beim Betrachten eines Bildes fragt: Wie hat er das gemacht?, um zu wissen das das Bild gut ist.
    Und meistens kommt dann auch das klassische, Das ist ja eigentlich einfach, nur blöd das ich nicht selbst darauf gekommen bin hinterher.
    Das Rätsel des Wie werden wir wohl nie lösen. Es wird ein Mysterium bleiben. Und es ist auch nicht wichtig.
    Die Sache mit dem … ist eigentlich einfach, ist gar nicht so einfach. Vielmehr ist es ein einfach aussehen lassen.
    Wenn man etwas meisterhaft beherrscht haben komischerweise viele den Eindruck das es leicht zu erreichen wäre.
    Nur der Selbstversuch macht schlauer.
    Genug einleitende Worte, kommen wir zu den Details.
    Die Bilder mit dem Hauptdarsteller Kaffeesatz sind abwechslungsreich und spannend inszeniert.
    Sie wirken wie Öl für den Interpretationsmotor. Durch sie beginnt er richtig gut zu laufen.
    Was jeder einzelne in diesen zurückbleibenden Kaffeeoasen wohl sieht?
    Darüber lässt sich herrlich schön diskutieren!
    Es ist ein Bildband zum Rumreichen, zum Durchblättern, zum Betrachten, zum Berühren.
    Ja zum Anfassen! Das herrliche Papier, auf dem der Druck vorliegt muß man einfach anfassen. Soetwas bekommt sonst nirgends zu fassen.
    Und während ich diese Zeilen schreibe läuft der Interpretationsmotor noch immer weiter.
    Wie wird das Buch in einigen Jahren aussehen?, frage ich mich.
    Die über die Motive streichelden Finger werden zweifellos Spuren hinterlassen haben.
    Wird man an ihnen die beliebtesten Bilder erkennen können?
    Am Besten man erlebt die Singularitäten des Zurückbleibenden selbst.
    Ästhetisch festgehaltener Kaffeesatz auch für Teetrinker.

    Antworten
    1. lichtknoten Artikelautor

      Hallo Rob,

      was soll Kunst? Diskussionen hervorrufen?! Ist mein Buch nun Kunst, weil man darüber diskutiert? Ich weiß es nicht…sollen andere beurteilen. Was mir aber wichtig ist, DASS man diskutiert! Und das scheint ja bei dir/euch der Fall zu sein. Dein Kommentar ist einfach nur schön und berührt extrem. Der Gedanke, dass mein Buch Teil einer Geschichte wird, dass man sieht, welche Bilder besonders betrachtet und „erfühlt“ wurden ist unglaublich spannend. Ich freue mich schon jetzt darauf, dein Buch eines Tages sehen zu können und zu erahnen, wo deine Blicke besonders lange verharrt sind.

      Alex

      Antworten
  4. Pingback: Jahresrückblick 2015 | Alexander Reiterer | Fotografie | Blog

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