{"id":5540,"date":"2026-10-31T10:00:00","date_gmt":"2026-10-31T09:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/?p=5540"},"modified":"2026-10-25T10:44:46","modified_gmt":"2026-10-25T09:44:46","slug":"drei-jahre-mit-der-leica-m11-p-eine-liebeserklaerung-mit-kleinen-einschraenkungen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/?p=5540","title":{"rendered":"Drei Jahre mit der Leica M11-P: Eine Liebeserkl\u00e4rung mit kleinen Einschr\u00e4nkungen?"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Im November 2023 habe ich meinen ersten Bericht \u00fcber die Leica M11-P ver\u00f6ffentlicht. Damals war ich gerade von meiner Leica M (Typ 240) auf die neue Kamera umgestiegen und ziemlich begeistert. Die M11-P war f\u00fcr mich der logische n\u00e4chste Schritt: mehr Aufl\u00f6sung, bessere M\u00f6glichkeiten bei wenig Licht, ein geringeres Gewicht und nat\u00fcrlich das vertraute Bedienkonzept der Leica-M-Serie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Jahr sp\u00e4ter folgte der n\u00e4chste Bericht. Der Titel lautete \u201eDie Z\u00e4hmung einer zickigen Diva\u201c und brachte meine damaligen Erfahrungen eigentlich ganz gut auf den Punkt. Die Kamera konnte fantastische Bilder liefern, hatte aber zwischenzeitlich mit einigen Firmwareproblemen zu k\u00e4mpfen. Nach einem Update lief sie dann endlich so, wie ich es mir von Anfang an erwartet hatte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nun sind fast drei Jahre vergangen. Die M11-P hat mich auf Reisen begleitet, war bei vielen Gelegenheiten dabei und ist zu einem selbstverst\u00e4ndlichen Werkzeug geworden. Es ist also an der Zeit, noch einmal zur\u00fcckzublicken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was hat sich bew\u00e4hrt? Was nervt mich noch immer? Und w\u00fcrde ich die Kamera heute wieder kaufen?<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_9234-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5541\" srcset=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_9234-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_9234-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_9234-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_9234-1536x1152.jpg 1536w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_9234-2048x1536.jpg 2048w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_9234-624x468.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">  <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Wechsel von der M240: Mehr als nur 60 Megapixel<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wer meine \u00e4lteren Beitr\u00e4ge kennt, wei\u00df, dass ich mit der Leica M (Typ 240) lange und gerne fotografiert habe. Sie war eine Kamera, mit der ich mich intensiv besch\u00e4ftigt hatte und deren Eigenheiten ich kannte. Ein Wechsel war deshalb keine Selbstverst\u00e4ndlichkeit.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als ich Ende Oktober 2023 in M\u00fcnchen unterwegs war, wollte ich die M11-P unbedingt ausprobieren. Die normale M11 hatte ich bereits kennengelernt, aber ich wollte auf die P-Version warten. Sie gefiel mir optisch besser, und ich hatte das Gef\u00fchl, dass sie f\u00fcr mich das rundere Gesamtpaket sein w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der Umstieg war dann \u00fcberraschend unkompliziert. Eine Leica M bleibt eine Leica M. Die Bedienelemente sitzen dort, wo man sie erwartet, und das Grundprinzip ist vertraut. Wer mit einer digitalen M fotografiert, muss nicht erst ein v\u00f6llig neues Kamerakonzept erlernen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotzdem gab es Unterschiede, die ich sofort bemerkt habe. Das Gewicht war einer davon. Die M11-P f\u00fchlte sich im Vergleich zur M240 deutlich leichter an. Ich schrieb damals sogar, dass ich beim Anheben der Kamera gelegentlich erst kontrollierte, ob der Akku \u00fcberhaupt eingelegt war. Das war nat\u00fcrlich etwas \u00fcberspitzt, beschreibt aber meinen ersten Eindruck ganz gut. Auch der Wei\u00dfabgleich war f\u00fcr mich ein echter Fortschritt. Im Vergleich zu meiner alten M240 hatte ich deutlich weniger das Gef\u00fchl, bei wechselnden Lichtverh\u00e4ltnissen nacharbeiten zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann war da nat\u00fcrlich der Sensor. Die 60 Megapixel er\u00f6ffnen M\u00f6glichkeiten, die ich bei der M240 nicht hatte. Gerade bei Landschaften, Architektur und feinen Strukturen ist die Detailzeichnung beeindruckend. Gleichzeitig lassen sich Ausschnitte w\u00e4hlen, ohne dass das Bild sofort an seine Grenzen st\u00f6\u00dft. Ich hatte also allen Grund, zufrieden zu sein.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Bildqualit\u00e4t: Auch nach drei Jahren noch beeindruckend<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ich heute auf die Bilder schaue, die ich mit der M11-P gemacht habe, ist die Bildqualit\u00e4t f\u00fcr mich nach wie vor eines der st\u00e4rksten Argumente f\u00fcr diese Kamera. Der Vollformatsensor mit rund 60 Megapixeln bietet eine enorme Detailf\u00fclle. Was mich aber mindestens ebenso beeindruckt, ist die Flexibilit\u00e4t bei der Bildbearbeitung. Gerade bei schwierigen Lichtverh\u00e4ltnissen l\u00e4sst sich aus den DNG-Dateien noch erstaunlich viel herausholen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In meinem ersten Erfahrungsbericht hatte ich das bereits anhand einiger Bilder aus M\u00fcnchen gezeigt. Damals waren die Aufnahmen praktisch unbearbeitet, und ich war von der Qualit\u00e4t schon nach den ersten Tagen angetan.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Jahr sp\u00e4ter habe ich mich ausf\u00fchrlicher mit dem Rauschverhalten besch\u00e4ftigt. Mein damaliges Fazit war, dass ISO 1.000 v\u00f6llig unproblematisch ist und selbst ISO 3.200 noch sehr gut verwendbare Ergebnisse liefern kann. Das gilt f\u00fcr mich vor allem dann, wenn die Belichtung passt und ich das Bild nicht unn\u00f6tig stark bearbeiten muss.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Dabei sollte man sich nicht von den 60 Megapixeln blenden lassen. Eine hohe Aufl\u00f6sung ist kein Selbstzweck. Sie hilft nur dann, wenn das Motiv, die Fokussierung und die Aufnahmebedingungen die entsprechenden Details auch tats\u00e4chlich hergeben. Gerade bei einer Messsucherkamera ist das ein wichtiger Punkt. Wenn der Fokus knapp danebenliegt, rettet auch der beste Sensor das Bild nicht.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was mir gef\u00e4llt, ist die Kombination aus hoher Aufl\u00f6sung und einem gro\u00dfen Spielraum in der Nachbearbeitung. Bei kontrastreichen Szenen, etwa bei Gegenlicht oder in einer Landschaft mit hellen Wolken und dunklen Schatten, kann ich die Belichtung in Lightroom korrigieren und viele Details zur\u00fcckholen. Nat\u00fcrlich gibt es Grenzen. Ausgebrannte Lichter bleiben ausgebrannte Lichter, und auch eine M11-P kann die Physik nicht \u00fcberlisten. Aber die Reserven sind f\u00fcr meine Art zu fotografieren ausgesprochen hilfreich.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Das APO-Summicron 35 mm und die M11-P als eine ideale Kombination<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ich heute \u00fcber die M11-P schreibe, komme ich an meinen Objektiven nicht vorbei. Denn die Kamera ist f\u00fcr mich nicht nur wegen ihres Sensors interessant, sondern vor allem als Teil eines Systems. Besonders das APO-Summicron-M 35 mm ASPH. passt hervorragend dazu. Die hohe Aufl\u00f6sung der Kamera stellt gewisse Anforderungen an die Optik. Das APO erf\u00fcllt diese Anforderungen mit Leichtigkeit. Feine Details, klare Kontraste und eine sehr kontrollierte Abbildung machen die Kombination zu einem Werkzeug, mit dem ich mich gerne intensiv besch\u00e4ftige.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die M11-P spielt ihre St\u00e4rken dabei voll aus. Der hochaufl\u00f6sende Sensor gibt mir die M\u00f6glichkeit, bei Bedarf nachtr\u00e4glich einen Ausschnitt zu w\u00e4hlen. Das ersetzt keine l\u00e4ngere Brennweite, schafft aber zus\u00e4tzlichen Spielraum. F\u00fcr mich ist das ein sch\u00f6nes Beispiel daf\u00fcr, wie sich Kamera und Objektiv gegenseitig erg\u00e4nzen k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_2750-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5543\" srcset=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_2750-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_2750-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_2750-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_2750-1536x1152.jpg 1536w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_2750-2048x1536.jpg 2048w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_2750-624x468.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">  <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Bedienung: Eine Kamera, die mich fotografieren l\u00e4sst<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Einer der Gr\u00fcnde, weshalb ich bei Leica geblieben bin, ist das Bedienkonzept. Ich m\u00f6chte beim Fotografieren nicht st\u00e4ndig durch Men\u00fcs navigieren oder \u00fcberlegen, welche Automatik gerade aktiv ist. Ich m\u00f6chte Blende, Zeit und Fokus bewusst einsetzen und mich auf das Motiv konzentrieren. Die M11-P kommt diesem Wunsch sehr entgegen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Men\u00fc ist \u00fcbersichtlich, wichtige Funktionen lassen sich individuell belegen, und mit dem Favoritenmen\u00fc sind die Einstellungen, die ich regelm\u00e4\u00dfig ben\u00f6tige, schnell erreichbar.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bereits in meinem ersten Bericht hatte ich die frei belegbaren Tasten hervorgehoben. Ich nutze die Funktionstasten, um mir den Zugriff auf wichtige Einstellungen zu erleichtern. Das Daumenrad f\u00fcr die Belichtungskorrektur ist ebenfalls eine gute L\u00f6sung. Besonders angenehm finde ich, dass ich die Korrektur zun\u00e4chst aktivieren muss, bevor ich sie versehentlich verstellen kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich ist die Bedienung nicht perfekt. Einige Einstellungen verbergen sich in den Profilen, und das Schnellmen\u00fc l\u00e4sst sich versehentlich ver\u00e4ndern. In meinem ersten Jahr hatte ich einmal unbemerkt das Dateiformat von RAW auf JPG umgestellt. Erst nach ungef\u00e4hr 30 Aufnahmen fiel mir das auf. Das war \u00e4rgerlich, und ich w\u00fcrde mir nach wie vor w\u00fcnschen, dass sich solche Einstellungen besser gegen unbeabsichtigte \u00c4nderungen sch\u00fctzen lassen. Trotzdem \u00fcberwiegen f\u00fcr mich die Vorteile deutlich. Die Kamera l\u00e4sst sich so konfigurieren, dass sie zu meiner Arbeitsweise passt. Und wenn das einmal erledigt ist, muss ich mich im Alltag kaum noch mit ihr besch\u00e4ftigen.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_2749-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5542\" srcset=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_2749-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_2749-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_2749-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_2749-1536x1152.jpg 1536w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_2749-2048x1536.jpg 2048w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_2749-624x468.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">  <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Der Messsucher \u2013 bewusst anders<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Leica M ist keine Kamera f\u00fcr jeden Einsatzzweck. Sie hat keinen Autofokus und keinen elektronischen Sucher, der das sp\u00e4tere Bild bereits mit allen Einstellungen zeigt. Stattdessen fotografiert man mit einem optischen Messsucher, bei dem die Scharfstellung manuell erfolgt. Das ist nicht unbedingt schneller oder komfortabler als ein modernes spiegelloses Kamerasystem. Bei bewegten Motiven, schnellen Situationen oder sehr knapper Sch\u00e4rfentiefe kann es durchaus anspruchsvoll werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber genau diese Arbeitsweise gef\u00e4llt mir. Ich muss mich mit dem Motiv besch\u00e4ftigen, die Entfernung einsch\u00e4tzen und den Fokus bewusst setzen. Ich sehe au\u00dferhalb der Leuchtrahmen, was sich neben dem eigentlichen Bildausschnitt abspielt, und kann Situationen dadurch oft fr\u00fchzeitig erfassen. Die Kamera zwingt mich gewisserma\u00dfen dazu, mich mit dem Bild auseinanderzusetzen, bevor ich ausl\u00f6se.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich kann man das romantisieren. Ein Messsucher macht nicht automatisch bessere Bilder, und manuell zu fokussieren ist kein Qualit\u00e4tsmerkmal an sich. Aber die Arbeitsweise passt zu mir, und das ist letztlich entscheidend.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Leica-Fotos-App \u2013 \u00fcberraschend n\u00fctzlich<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eines der Themen, bei denen ich anfangs skeptisch war, war die Verbindung zwischen Kamera und Smartphone. Ich wollte vor allem das Geotagging nutzen. Die Bilder sollten automatisch mit GPS-Daten versehen werden, damit ich sie sp\u00e4ter in Lightroom auf einer Karte anzeigen und nach Orten sortieren kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In meinem ersten Bericht schrieb ich, dass ich die Verbindung mit der Leica-Fotos-App zun\u00e4chst weiter beobachten wollte. Ein Jahr sp\u00e4ter konnte ich bereits ein sehr positives Fazit ziehen: Die Standortdaten wurden zuverl\u00e4ssig \u00fcbertragen, und ich musste mich im Alltag kaum noch darum k\u00fcmmern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist eine Funktion, die man leicht untersch\u00e4tzt. Auf einer Reise entstehen schnell Hunderte oder Tausende Bilder. Nach einigen Monaten wei\u00df man vielleicht noch, in welcher Region man unterwegs war, aber nicht mehr, an welchem Ort eine bestimmte Aufnahme entstanden ist. Wenn die Bilder automatisch verortet werden, ist das eine echte Hilfe bei der Archivierung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich habe die Verbindung einmal eingerichtet und danach weitgehend in Ruhe gelassen. Genau so sollte es sein. Die App ist f\u00fcr mich deshalb weniger ein Spielzeug f\u00fcr die schnelle Bild\u00fcbertragung, sondern ein praktisches Werkzeug f\u00fcr die Organisation meiner Bilder.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die Software \u2013 das Kapitel, das ich lieber ausgelassen h\u00e4tte<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">So positiv mein erster Eindruck von der M11-P war, so ern\u00fcchternd verlief eine sp\u00e4tere Phase.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit der Firmware-Version 2.1.1 traten im Mai 2024 Probleme auf. Die Kamera st\u00fcrzte wiederholt ab und lie\u00df sich teilweise erst nach dem Herausnehmen und erneuten Einsetzen des Akkus wieder verwenden. Das war nicht nur l\u00e4stig, sondern f\u00fcr eine Kamera dieser Preisklasse schlicht entt\u00e4uschend. Ich hatte damals zun\u00e4chst die Speicherkarte in Verdacht. Vielleicht lag es an deren Typ, Gr\u00f6\u00dfe oder Geschwindigkeit. Eine eindeutige Erkl\u00e4rung erhielt ich seinerzeit allerdings weder aus den Diskussionen in den einschl\u00e4gigen Foren noch von Leica.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Kurz vor meiner Reise nach Frankreich erschien dann die Firmware-Version 2.1.2. Die Probleme verschwanden, und auf der Reise konnte ich ungef\u00e4hr 1.000 Bilder ohne weitere Ausf\u00e4lle aufnehmen. Das war eine Erleichterung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In meinem damaligen Bericht habe ich geschrieben, dass ich verstehen kann, wenn auch Leica mit Softwarefehlern zu k\u00e4mpfen hat. Das stimmt grunds\u00e4tzlich. Moderne Kameras sind komplexe elektronische Ger\u00e4te, und Software ist ein wesentlicher Teil ihrer Funktion. Trotzdem erwarte ich bei einer Kamera dieser Preisklasse, dass sie zuverl\u00e4ssig arbeitet. Wenn ich auf Reisen bin, m\u00f6chte ich mich nicht fragen m\u00fcssen, ob die Kamera beim n\u00e4chsten Einschalten wieder funktioniert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade deshalb war die Erfahrung f\u00fcr mich so \u00e4rgerlich. Die gute Nachricht war, dass sich das Problem durch das Update offenbar erledigt hatte. Die schlechte Nachricht war, dass ich \u00fcberhaupt erst in diese Situation geraten war. Und ja: ab und an habe ich noch immer &#8222;Aussetzer&#8220; bei der M11-P. Nicht mehr h\u00e4ufig, aber immerhin noch (im Sommer am Atlantik mit den fast 1.000 Bildern in 3 Wochen ist dies einmal vorgekommen).<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr den Langzeiteindruck ist das wichtig: Eine Kamera wird nicht allein an der Bildqualit\u00e4t gemessen. Sie muss auch dann funktionieren, wenn man sie braucht.<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"768\" src=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_2754-1024x768.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5544\" srcset=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_2754-1024x768.jpg 1024w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_2754-300x225.jpg 300w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_2754-768x576.jpg 768w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_2754-1536x1152.jpg 1536w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_2754-2048x1536.jpg 2048w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/IMG_2754-624x468.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><figcaption class=\"wp-element-caption\">  <\/figcaption><\/figure>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Haptik und Verarbeitung: Das Besondere steckt im Detail<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber die Haptik habe ich bereits in meinen ersten beiden Berichten geschrieben. Und tats\u00e4chlich ist das ein Punkt, der mir an der M11-P nach wie vor gef\u00e4llt. Das Geh\u00e4use f\u00fchlt sich hochwertig an, die Bedienelemente sind pr\u00e4zise, und die Kamera vermittelt ein angenehmes Gef\u00fchl von Solidit\u00e4t, ohne unn\u00f6tig schwer zu sein.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Besonders positiv \u00fcberrascht war ich von der Oberfl\u00e4che. Bei der M11, die ich vor dem Kauf ausprobieren konnte, hatte ich den Lack als vergleichsweise rau und schmutzanf\u00e4llig in Erinnerung. Bei meiner M11-P war das Gef\u00fchl anders: Die Oberfl\u00e4che erschien mir angenehmer, griffig und weniger anf\u00e4llig f\u00fcr Verschmutzungen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich hatte damals vermutet, dass Leica hier nachgebessert haben k\u00f6nnte, obwohl das Unternehmen keine entsprechende \u00c4nderung kommuniziert hatte. Heute wei\u00df ich, dass es so ist!<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Was mich nach drei Jahren noch immer st\u00f6rt<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich ist nicht alles perfekt. Einige konstruktive Entscheidungen sind f\u00fcr mich nach wie vor gew\u00f6hnungsbed\u00fcrftig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da w\u00e4re zun\u00e4chst der Speicherkartenschacht, der sich unter dem Akku befindet. Um die SD-Karte zu entnehmen, muss ich also zun\u00e4chst den Akku herausnehmen. Das ist kein Drama, aber auch keine besonders elegante L\u00f6sung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Da ich die Bilder h\u00e4ufig am Abend auf den Rechner \u00fcbertrage, st\u00f6rt es mich im Alltag nur wenig. Auf l\u00e4ngeren Touren lasse ich die Bilder auch einmal mehrere Tage auf der Kamera. Trotzdem w\u00e4re ein separater Kartensteckplatz praktischer.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Der USB-C-Anschluss auf der Unterseite ist ebenfalls nicht ideal. Wenn ich die Kamera mit einem Kabel verbinden oder laden m\u00f6chte, muss ich sie entsprechend ablegen. Das ist ein Kompromiss, mit dem ich leben kann, aber eine andere Position w\u00e4re aus meiner Sicht sinnvoller gewesen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und schlie\u00dflich bleibt die Startzeit ein Punkt, den ich bereits in meinem ersten Bericht angesprochen habe. Ich hatte damals ungef\u00e4hr drei Sekunden gemessen, bis die Kamera nach dem Einschalten einsatzbereit war. Das ist nicht dramatisch, aber im Vergleich zu manchen modernen Kameras auch nicht besonders schnell.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es sind keine Punkte, die mir die Freude an der M11-P nehmen. Aber sie zeigen, dass selbst eine sehr gute Kamera nicht frei von Kompromissen ist.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die 256 GB interner Speicher: Ein untersch\u00e4tzter Vorteil<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine der wichtigsten Neuerungen der M11-P gegen\u00fcber der urspr\u00fcnglichen M11 ist f\u00fcr mich der interne Speicher. Die Kamera verf\u00fcgt \u00fcber 256 GB internen Speicher, auf dem sich Bilder zus\u00e4tzlich zur SD-Karte oder alternativ dazu ablegen lassen. Das klingt zun\u00e4chst nach einer technischen Randnotiz. Im Alltag ist es aber ein echter Vorteil.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn die Speicherkarte voll ist oder ich sie versehentlich vergessen habe, kann ich trotzdem weiterfotografieren. Noch wichtiger finde ich die M\u00f6glichkeit, Bilder gleichzeitig auf dem internen Speicher und der SD-Karte abzulegen. Das ersetzt kein vollst\u00e4ndiges Backup. Wenn ich auf Reisen bin, sollte ich meine Bilder trotzdem regelm\u00e4\u00dfig auf ein weiteres Speichermedium sichern. Aber eine zus\u00e4tzliche Kopie innerhalb der Kamera ist eine sinnvolle Absicherung.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr mich ist das eine der \u00c4nderungen, die den praktischen Nutzen der M11-P gegen\u00fcber \u00e4lteren digitalen M-Kameras erh\u00f6hen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">W\u00fcrde ich die M11-P heute wieder kaufen?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist vermutlich die wichtigste Frage dieses Beitrags. Die Antwort lautet: Ja.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nicht, weil die Kamera perfekt w\u00e4re. Nicht, weil sie die meisten Megapixel oder die modernste Ausstattung bietet. Und auch nicht, weil auf ihr Leica steht. Ich w\u00fcrde sie wieder kaufen, weil sie zu meiner Art zu fotografieren passt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Bildqualit\u00e4t ist hervorragend, die Bedienung ist angenehm, und der Messsucher sorgt daf\u00fcr, dass ich mich auf das konzentriere, was ich fotografieren m\u00f6chte. Die Kamera ist leicht genug, um mich auf Reisen nicht unn\u00f6tig zu belasten, und die Kombination mit meinen M-Objektiven funktioniert f\u00fcr mich ausgezeichnet.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich brauche keine Kamera, die mir jede fotografische Entscheidung abnimmt. Ich m\u00f6chte eine Kamera, die mir ein verl\u00e4ssliches Werkzeug in die Hand gibt und mich dabei unterst\u00fctzt, meine eigenen Vorstellungen umzusetzen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Genau das leistet die M11-P.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Und was w\u00fcnsche ich mir von einer M12-P?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Wenn ich mir Gedanken \u00fcber einen m\u00f6glichen Nachfolger mache, wird die Liste erstaunlich kurz. Nat\u00fcrlich w\u00e4re eine weitere Verbesserung des Rauschverhaltens bei hohen ISO-Werten willkommen. Auch eine schnellere Startzeit, ein besser zug\u00e4nglicher Speicherkartenschacht und ein paar kleinere Verbesserungen bei der Bedienung w\u00e4ren sinnvoll.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber ich w\u00fcnsche mir keine grundlegende Ver\u00e4nderung des Konzepts. Der optische Messsucher soll bleiben. Die manuelle Fokussierung soll bleiben. Das Bedienkonzept soll \u00fcbersichtlich bleiben. Und die Kamera soll weiterhin so gestaltet sein, dass ich mich auf das Fotografieren konzentrieren kann.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht ist das die gr\u00f6\u00dfte St\u00e4rke der M11-P: Sie ist modern genug, um eine hervorragende Bildqualit\u00e4t und zeitgem\u00e4\u00dfe Funktionen zu bieten, und gleichzeitig traditionell genug, um sich nicht wie ein Computer mit angesetztem Objektiv anzuf\u00fchlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ob eine zuk\u00fcnftige M12-P tats\u00e4chlich Verbesserungen bringen wird, die f\u00fcr mich relevant sind, muss sich erst zeigen. Im Moment sehe ich jedenfalls keinen dringenden Grund, meine M11-P ersetzen zu wollen. Trotzdem sind f\u00fcr mich eine schnelle Startzeit und eine bombenstabile Firmware Dinge die eine M12 unbedingt mitbringen muss &#8211; und ja, dann k\u00f6nnte ich schwach werden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Euer Alex<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\"><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Im November 2023 habe ich meinen ersten Bericht \u00fcber die Leica M11-P ver\u00f6ffentlicht. Damals war ich gerade von meiner Leica M (Typ 240) auf die neue Kamera umgestiegen und ziemlich begeistert. 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