{"id":5533,"date":"2026-10-24T14:20:18","date_gmt":"2026-10-24T12:20:18","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/?p=5533"},"modified":"2026-10-24T14:26:11","modified_gmt":"2026-10-24T12:26:11","slug":"der-sommer-der-objektive","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/?p=5533","title":{"rendered":"Der Sommer der Objektive"},"content":{"rendered":"\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die Sommerreise an der Atlantikk\u00fcste liegt hinter uns. Es sind wieder viele Bilder entstanden, und wie so oft stellt sich nach einer Reise die Frage, welche Ausr\u00fcstung sich bew\u00e4hrt hat und welche Objektive tats\u00e4chlich zum Einsatz gekommen sind.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">\u00dcber die Leica M11-P m\u00f6chte ich noch einen eigenen Bericht schreiben. Ich habe die Kamera nun seit drei Jahren und es gibt einiges zu erz\u00e4hlen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Heute m\u00f6chte ich mich deshalb den Objektiven widmen. Genauer gesagt, zwei Brennweiten, die mich schon seit vielen Jahren begleiten: 35 mm und 50 mm. Und ich m\u00f6chte der Frage nachgehen, warum ich inzwischen fast ausschlie\u00dflich mit dem APO-Summicron-M 35 mm fotografiere, w\u00e4hrend das Summilux-M 50 mm immer \u00f6fter in der Fototasche bleibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das 21er spielt dabei eine Sonderrolle. Dass ich es auf einer solchen Reise deutlich seltener verwende, \u00fcberrascht mich nicht. Ein 21 mm ist ein Spezialist, der seine St\u00e4rken dann ausspielt, wenn man wirklich viel Raum zeigen m\u00f6chte oder die Perspektive bewusst einsetzen will. Es ist aber nicht die Brennweite, mit der ich den gr\u00f6\u00dften Teil meiner fotografischen Geschichten erz\u00e4hle.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei 35 und 50 mm sieht die Sache anders aus.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">35 mm oder 50 mm: Eigentlich eine einfache Entscheidung?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Als ich vor vielen Jahren in das Leica-M-System eingestiegen bin, war das 50er f\u00fcr mich gesetzt. Ich kannte die Brennweite, wusste, was ich damit anfangen konnte, und mochte die Art, wie sich Motive aus ihrer Umgebung herausl\u00f6sen lassen. Das Summilux-M 50 mm ASPH. war deshalb eine naheliegende Wahl. Das 35er kam als Erg\u00e4nzung dazu. Es galt als die klassische Reportagebrennweite und versprach, etwas mehr von der Umgebung ins Bild zu bringen. Ich wollte damit Landschaften, Architektur und Situationen fotografieren, bei denen ein 50er manchmal etwas zu eng war.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Soweit die Theorie.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">In der Praxis hat sich die Gewichtung inzwischen deutlich verschoben. Das APO-Summicron-M 35 mm ASPH. sitzt fast immer auf der M11-P. Das 50er nehme ich zwar nach wie vor gerne in die Hand, aber ich muss mich inzwischen beinahe bewusst daf\u00fcr entscheiden.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Warum ist das so? Ist es einfach die Begeisterung f\u00fcr das APO, das mich mit seiner Abbildungsleistung immer wieder \u00fcberrascht? Oder hat sich meine Art zu fotografieren ver\u00e4ndert?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich denke, es ist eine Mischung aus beidem.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die k\u00fcnstlerische Seite: Wie viel Umgebung braucht ein Bild?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr mich liegt der entscheidende Unterschied zun\u00e4chst in der Bildgestaltung. Mit 35 mm bekomme ich ein Motiv und seine Umgebung in einer Weise zusammen, die mir sehr entgegenkommt. Ich kann eine Person zeigen, ohne sie vollst\u00e4ndig aus dem Zusammenhang zu l\u00f6sen. Ich kann ein Geb\u00e4ude fotografieren und gleichzeitig etwas von seiner Umgebung erz\u00e4hlen. Ich kann eine Landschaft so gestalten, dass nicht nur die Landschaft selbst, sondern auch ein Detail im Vordergrund Teil der Geschichte wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade auf einer Reise entlang der Atlantikk\u00fcste ist das ein gro\u00dfer Vorteil. Mich interessieren nicht nur die gro\u00dfen Landschaften, die man ohnehin fotografieren w\u00fcrde. Spannend sind oft die kleinen Dinge am Wegesrand, die Strukturen in einer H\u00e4userfassade, ein Boot im Hafen, ein St\u00fcck Stra\u00dfe im besonderen Licht oder eine Person, die zuf\u00e4llig Teil der Szene wird.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das 50er funktioniert anders. Es zwingt mich st\u00e4rker dazu, auszuw\u00e4hlen. Ich muss genauer \u00fcberlegen, was tats\u00e4chlich ins Bild geh\u00f6rt und was drau\u00dfen bleiben soll. Das kann sehr reizvoll sein. Ein Motiv l\u00e4sst sich isolieren, st\u00f6rende Elemente verschwinden leichter aus dem Bild, und die Gestaltung wird h\u00e4ufig ruhiger und konzentrierter.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber ich habe den Eindruck, dass ich auf Reisen meist nicht nur einzelne Motive fotografieren m\u00f6chte. Ich m\u00f6chte Situationen festhalten. Ich m\u00f6chte, dass ein Bild etwas \u00fcber den Ort erz\u00e4hlt, an dem es entstanden ist. Daf\u00fcr ist das 35er h\u00e4ufig die passendere Brennweite.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">N\u00e4he statt Ausschnitt<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer Punkt ist die Art, wie ich mich beim Fotografieren bewege.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit einer Festbrennweite kann ich nicht einfach am Zoomring drehen. Ich muss meinen Standort ver\u00e4ndern, n\u00e4her herangehen oder Abstand gewinnen. Das klingt banal, ist aber ein wesentlicher Teil meines Fotografierens.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim 35er finde ich oft schneller die passende Position. Ich kann relativ nah an ein Motiv herangehen und trotzdem noch gen\u00fcgend Umgebung einbeziehen. Das Bild bleibt offen, ohne beliebig zu wirken.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Beim 50er ertappe ich mich hingegen gelegentlich dabei, dass ich gerne einen Schritt zur\u00fcckgehen w\u00fcrde, aber nicht kann, weil hinter mir bereits eine Wand, ein Zaun oder die n\u00e4chste H\u00e4userzeile steht. Nat\u00fcrlich l\u00e4sst sich das nicht verallgemeinern. Manchmal ist es genau umgekehrt und ich w\u00fcnsche mir mehr Brennweite.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Entscheidend ist f\u00fcr mich aber, wie h\u00e4ufig diese Situationen vorkommen. Und da gewinnt das 35er inzwischen ziemlich deutlich.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Eine kleine Anmerkung zur Perspektive: Nicht die Brennweite allein ver\u00e4ndert die r\u00e4umliche Wirkung eines Bildes. Entscheidend ist vor allem der Standort der Kamera. Wenn ich f\u00fcr den gleichen Bildausschnitt mit dem 35er n\u00e4her an ein Motiv herangehe, ver\u00e4ndert sich die Perspektive. Das kann die r\u00e4umliche Wirkung deutlich beeinflussen. Bleibt der Standort hingegen gleich, zeigt das 50er lediglich einen engeren Ausschnitt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Gerade deshalb ist die Wahl zwischen 35 und 50 mm mehr als eine Frage des Bildwinkels. Sie beeinflusst, wie ich mich einem Motiv n\u00e4here und wie ich es in seine Umgebung einordne.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Und was ist mit der ber\u00fchmten Dreidimensionalit\u00e4t?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein Thema, das mich schon lange besch\u00e4ftigt, ist die r\u00e4umliche Wirkung von Objektiven. In der Leica-Welt wird gerne von einer besonderen Dreidimensionalit\u00e4t gesprochen, dem ber\u00fchmten &#8222;3D-Pop&#8220;.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich ist dieser Effekt nicht allein von der Brennweite abh\u00e4ngig. Er entsteht aus dem Zusammenspiel von Perspektive, Licht, Kontrast, Sch\u00e4rfeverlauf und der Art, wie ein Objektiv den unscharfen Bereich wiedergibt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das 50er hat hier einen offensichtlichen Vorteil: Bei gleicher Blende und vergleichbarem Aufnahmeabstand l\u00e4sst sich mit ihm eine geringere Sch\u00e4rfentiefe erzielen als mit dem 35er. Mit seiner maximalen \u00d6ffnung von f\/1.4 kann das Summilux den Hintergrund zudem sehr deutlich in Unsch\u00e4rfe aufl\u00f6sen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Interessanterweise \u00fcberzeugt mich das APO 35 aber auch in diesem Bereich. Die Sch\u00e4rfe ist au\u00dfergew\u00f6hnlich hoch, der Mikrokontrast beeindruckend, und die \u00dcberg\u00e4nge in die Unsch\u00e4rfe empfinde ich als ausgesprochen harmonisch. Gerade bei feinen Strukturen, B\u00e4umen, Gr\u00e4sern oder unruhigen Hintergr\u00fcnden gef\u00e4llt mir die Abbildung des APO sehr gut.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich hatte fr\u00fcher durchaus die Erwartung, dass ein Summilux mit seiner gr\u00f6\u00dferen \u00d6ffnung beim Freistellen grunds\u00e4tzlich \u00fcberlegen sein m\u00fcsste. Meine Erfahrungen mit dem APO haben dieses Bild relativiert. Die maximale Blenden\u00f6ffnung ist eben nur ein Faktor unter mehreren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das bedeutet nicht, dass das 35er das 50er in jeder Hinsicht ersetzt. Wenn ich ein Gesicht bei wenig Licht fotografieren oder den Hintergrund m\u00f6glichst stark aufl\u00f6sen m\u00f6chte, ist die zus\u00e4tzliche Lichtst\u00e4rke des Summilux ein echtes Argument. Aber im Alltag brauche ich diesen Vorteil offenbar seltener, als ich fr\u00fcher gedacht h\u00e4tte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die technische Seite: Das APO-Summicron ist schon eine Ansage<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das APO-Summicron-M 35 mm ASPH. ist optisch ein au\u00dfergew\u00f6hnliches St\u00fcck Technik. Leica hat hier einen enormen Aufwand betrieben, um eine hohe Aufl\u00f6sung, geringe chromatische Aberrationen und eine sehr kontrollierte Abbildung zu erreichen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Die technischen Daten sind beeindruckend: zehn Linsenelemente in f\u00fcnf Gruppen, vier asph\u00e4rische Fl\u00e4chen und eine apochromatische Korrektur. Die Naheinstellgrenze liegt bei 30 cm. Das Objektiv ist damit deutlich vielseitiger, als man es von einem klassischen M-Objektiv erwarten w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Was bedeutet das in der Praxis?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Zun\u00e4chst einmal liefert das APO eine Detailzeichnung, die auch mit dem hochaufl\u00f6senden Sensor der M11-P hervorragend harmoniert. Feine Strukturen bleiben differenziert, Kontraste werden pr\u00e4zise wiedergegeben, und selbst bei kritischen Motiven f\u00e4llt es schwer, dem Objektiv etwas vorzuwerfen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich sind solche Unterschiede nicht in jedem Bild sichtbar. Bei einem kleinen &#8222;Webbild&#8220; oder einem Foto, das auf dem Smartphone betrachtet wird, spielt die maximale Aufl\u00f6sung oft eine untergeordnete Rolle. Aber wenn ich mir Bilder in gro\u00df ansehe oder Ausschnitte genauer betrachte, ist die Qualit\u00e4t durchaus bemerkenswert.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr mich ist allerdings nicht die absolute Sch\u00e4rfe das entscheidende Argument. Es ist die Kombination aus Sch\u00e4rfe, Mikrokontrast und der Art, wie das Objektiv den unscharfen Bereich wiedergibt. Das Ergebnis wirkt auf mich sehr ausgewogen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und dann w\u00e4re da noch die Naheinstellgrenze.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">30 cm \u2013 ein echter Mehrwert<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Bei einem klassischen Leica-M-Objektiv endet der regul\u00e4re Messsucherbetrieb normalerweise bei 70 cm. Das APO kann bis auf 30 cm fokussieren, allerdings l\u00e4sst sich dieser Bereich nicht mehr mit dem optischen Messsucher scharfstellen. Daf\u00fcr ben\u00f6tigt man Live-View oder einen elektronischen Sucher. Das ist eine Einschr\u00e4nkung, die man kennen sollte. Gerade bei hellem Sonnenlicht ist das Fokussieren \u00fcber das Display nicht immer angenehm.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Trotzdem nutze ich diese M\u00f6glichkeit erstaunlich h\u00e4ufig. Kleine Details, Gegenst\u00e4nde auf einem Tisch, Strukturen im Vordergrund oder einzelne Pflanzen lassen sich pl\u00f6tzlich ganz anders fotografieren. Ich muss nicht mehr so weit zur\u00fcckweichen, wie ich es mit einem herk\u00f6mmlichen M-Objektiv m\u00fcsste.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist gerade auf Reisen praktisch. Manchmal ist es ein kleines Detail, das eine Situation interessant macht. Und wenn ich es fotografieren m\u00f6chte, kann ich mit dem APO einfach n\u00e4her herangehen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Mit dem 50er w\u00e4re das nicht in derselben Weise m\u00f6glich. Die klassische Summilux-M-50-mm-ASPH.-Version hat eine Naheinstellgrenze von 70 cm. Die Neuauflage kommt n\u00e4her, aber grunds\u00e4tzlich ist das APO 35 in diesem Punkt ausgesprochen vielseitig.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">F\u00fcr mich ist das ein Argument, das in den \u00fcblichen Objektivvergleichen oft zu kurz kommt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Aber das Summilux 50 mm ist doch lichtst\u00e4rker!<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ja, nat\u00fcrlich. Und genau hier liegt der wichtigste technische Vorteil des 50ers. f\/1.4 gegen\u00fcber f\/2.0 bedeutet eine volle Blendenstufe Unterschied. Bei gleicher Verschlusszeit kann ich mit dem Summilux also mit halb so viel Licht auskommen. Oder ich kann bei gleicher ISO-Einstellung die Verschlusszeit halbieren. Das ist nicht wenig. Gerade bei Innenaufnahmen, in der D\u00e4mmerung oder bei bewegten Motiven kann diese zus\u00e4tzliche Lichtst\u00e4rke entscheidend sein. Auch die geringere Sch\u00e4rfentiefe kann gestalterisch wichtig sein. Ein Portr\u00e4t, bei dem sich das Gesicht deutlich vom Hintergrund l\u00f6st, l\u00e4sst sich mit dem 50er einfacher realisieren.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Allerdings sollte man sich fragen, wie oft man diese M\u00f6glichkeiten tats\u00e4chlich braucht. Die M11-P liefert auch bei h\u00f6heren ISO-Werten eine sehr gute Bildqualit\u00e4t. Wenn ich mit dem 35er bei f\/2 fotografiere und die ISO-Einstellung etwas erh\u00f6he, ist das f\u00fcr viele Situationen kein Problem.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich ist das kein vollst\u00e4ndiger Ersatz f\u00fcr f\/1.4. Wenn ich eine kurze Verschlusszeit ben\u00f6tige oder eine bestimmte Freistellung erreichen m\u00f6chte, bleibt das Summilux im Vorteil.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Aber ich fotografiere auf Reisen nicht st\u00e4ndig bei Offenblende. H\u00e4ufig bewege ich mich im Bereich von f\/2,0 bis f\/8, weil ich mehr von der Szene scharf abbilden m\u00f6chte. In diesem Bereich spielt die gr\u00f6\u00dfere Lichtst\u00e4rke des Summilux keine Rolle mehr.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und damit relativiert sich ein Argument, das auf dem Papier zun\u00e4chst sehr \u00fcberzeugend wirkt.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Die M11-P ver\u00e4ndert die Rechnung ein wenig<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ein weiterer Aspekt ist die Aufl\u00f6sung der Kamera. Der 60-Megapixel-Sensor der M11-P er\u00f6ffnet M\u00f6glichkeiten, die ich fr\u00fcher so nicht hatte. Wenn ich mit dem 35er fotografiere, kann ich sp\u00e4ter einen Ausschnitt w\u00e4hlen und damit einen engeren Bildwinkel simulieren. Das funktioniert erstaunlich gut, solange die Ausgabegr\u00f6\u00dfe nicht zu gro\u00df wird und die Bildgestaltung einen solchen Ausschnitt zul\u00e4sst.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nat\u00fcrlich wird aus einem 35er dadurch kein echtes 50er. Der Bildwinkel bei der Aufnahme bleibt ein anderer, die Perspektive l\u00e4sst sich nachtr\u00e4glich nicht ver\u00e4ndern, und mit dem Beschnitt verliere ich Aufl\u00f6sung. Trotzdem ist diese M\u00f6glichkeit im Alltag hilfreich. Ich fotografiere lieber etwas gro\u00dfz\u00fcgiger und entscheide sp\u00e4ter, ob ich den gesamten Bildausschnitt brauche. Gerade bei einer Reise entstehen dadurch zus\u00e4tzliche Gestaltungsm\u00f6glichkeiten.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Umgekehrt funktioniert das nat\u00fcrlich nicht: Was au\u00dferhalb des Bildwinkels liegt, kann ich nachtr\u00e4glich nicht herbeizaubern.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das ist f\u00fcr mich ein weiterer Grund, warum das 35er als universelle Reisebrennweite so gut funktioniert. Ich habe gen\u00fcgend Spielraum, ohne dass ich bei jeder Aufnahme das Gef\u00fchl habe, mich endg\u00fcltig festlegen zu m\u00fcssen.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Und was ist nun mit dem 50er?<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Ich m\u00f6chte das Summilux keineswegs schlechtreden. Es ist nach wie vor ein hervorragendes Objektiv, und es gibt gen\u00fcgend Situationen, in denen ich es dem APO vorziehen w\u00fcrde.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Portr\u00e4ts, Details, Aufnahmen bei wenig Licht und Situationen, in denen ich ein Motiv bewusst aus seiner Umgebung herausl\u00f6sen m\u00f6chte, sind klassische Einsatzgebiete f\u00fcr das 50er. Auch bei der Gestaltung ruhiger, reduzierter Bilder kann es seine St\u00e4rken ausspielen.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht liegt das Problem also gar nicht beim Objektiv, sondern bei meiner Art zu fotografieren. Ich scheine inzwischen h\u00e4ufiger Bilder machen zu wollen, die etwas von ihrer Umgebung erz\u00e4hlen. Ich m\u00f6chte nicht nur zeigen, <em>was<\/em> ich gesehen habe, sondern auch, <em>wo<\/em> und <em>in welchem Zusammenhang<\/em> ich es gesehen habe. Das 35er unterst\u00fctzt diesen Ansatz.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das 50er verlangt eine andere Herangehensweise. Es fordert mich auf, genauer auszuw\u00e4hlen und st\u00e4rker zu reduzieren. Das ist fotografisch durchaus wertvoll. Vielleicht sollte ich es auf der n\u00e4chsten Reise einfach einmal bewusst f\u00fcr ein paar Tage montieren und das 35er zu Hause lassen. Ich bin gespannt, was dabei herauskommt.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Denn eine Sache sollte man bei aller Technik nicht vergessen: Ein Objektiv ist nicht deshalb besser, weil es mehr kann, sondern weil es zu der Art passt, wie man fotografieren m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<h3 class=\"wp-block-heading\">Mein Fazit<\/h3>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Nach der Sommerreise an der Atlantikk\u00fcste ist mein Eindruck ziemlich klar: Das APO-Summicron-M 35 mm ASPH. ist f\u00fcr mich inzwischen die ideale Reisebrennweite.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Es ist universell genug, um Landschaften, Architektur, Menschen und Details zu fotografieren. Es liefert eine herausragende Abbildungsleistung, besitzt ein f\u00fcr mich sehr angenehmes Bokeh und bietet mit seiner Naheinstellgrenze von 30 cm zus\u00e4tzliche M\u00f6glichkeiten, die ich tats\u00e4chlich nutze.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Das Summilux-M 50 mm ASPH. bleibt ein hervorragendes Objektiv. Seine Lichtst\u00e4rke und die M\u00f6glichkeit, Motive st\u00e4rker freizustellen, sind echte Vorteile. Nur ben\u00f6tige ich diese Vorteile offenbar seltener, als ich fr\u00fcher angenommen habe. W\u00e4re ein APO 50 mm mit 30 cm Naheinstellgrenze das Ideal? Wer wei\u00df \ud83d\ude42<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und das 21er? Das bleibt mein Spezialist f\u00fcr die Situationen, in denen ich wirklich weitwinklig fotografieren m\u00f6chte. Dass es auf einer Reise weniger zum Einsatz kommt, ist f\u00fcr mich v\u00f6llig in Ordnung. Ich liebe das Objektiv aber unheimlich!<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Vielleicht ist das die wichtigste Erkenntnis: Ich brauche nicht f\u00fcr jede Situation das perfekte Objektiv. Ich brauche ein Objektiv, mit dem ich m\u00f6glichst viele der Bilder machen kann, die ich tats\u00e4chlich machen m\u00f6chte.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Und wenn ich ehrlich bin, greife ich daf\u00fcr inzwischen fast immer zum APO 35.<\/p>\n\n\n\n<p class=\"wp-block-paragraph\">Euer Alex<\/p>\n\n\n\n<figure class=\"wp-block-image size-large\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1024\" height=\"680\" src=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/L1001395-1-1024x680.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-5538\" srcset=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/L1001395-1-1024x680.jpg 1024w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/L1001395-1-300x199.jpg 300w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/L1001395-1-768x510.jpg 768w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/L1001395-1-1536x1021.jpg 1536w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/L1001395-1-2048x1361.jpg 2048w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2026\/10\/L1001395-1-624x415.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/figure>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Sommerreise an der Atlantikk\u00fcste liegt hinter uns. 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