{"id":2251,"date":"2015-03-30T14:00:34","date_gmt":"2015-03-30T12:00:34","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/?p=2251"},"modified":"2015-03-30T19:44:09","modified_gmt":"2015-03-30T17:44:09","slug":"meckern-auf-hohem-niveau-das-leica-super-elmar-m-13421-mm-asph","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/?p=2251","title":{"rendered":"Meckern auf hohem Niveau &#8211; Das Leica Super-Elmar-M 1:3,4\/21 mm ASPH."},"content":{"rendered":"<p>Wie bereits letzte Woche geschrieben, hatte ich am Bodensee ausgiebig Zeit mein neues Objektiv <a href=\"http:\/\/de.leica-camera.com\/Fotografie\/Leica-M\/M-Objektive\/Super-Elmar-M-1-3,4-21-mm-ASPH\" target=\"_blank\">Leica Super-Elmar-M 1:3,4\/21 mm ASPH<\/a> zu testen und es kennen zu lernen. Das Objektiv wird an meiner Leica M (Typ 240) betrieben (f\u00fcr jene Leser, welche diesen Blog nicht regelm\u00e4\u00dfig verfolgen). Ich m\u00f6chte nachfolgend keinen Testbericht wiedergeben, sondern einfach meine sehr pers\u00f6nlichen Beobachtungen schildern.<\/p>\n<p>Vorneweg sei erw\u00e4hnt, dass die optische Qualit\u00e4t des Objektives hervorragend ist &#8211; in vielen Tests, Blogbeitr\u00e4gen und Artikeln wird dies belegt und beschrieben. Es gibt also nichts zu meckern, au\u00dfer man meckert auf extrem hohem Niveau. Was ich gerne tun m\u00f6chte! Ich kenne den Weitwinkelbereich zwischen 17 und 24 mm relativ gut aus meiner Canon-Zeit und wei\u00df daher gut wie man diesen Brennweitenbereich einsetzen kann und darf und auf was man besonders achten sollte.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #999999;\">Verzeichnung<\/span><\/h1>\n<p>Ich muss zugeben, dass durch meine bevorzugte Nutzung der Brennweitenbereiche von 35 mm und 50 mm, Bilder mit dem neuen 21er auf mich durchaus einen etwas seltsamen Eindruck machten. Ich fragte mich relativ schnell, warum denn pl\u00f6tzlich alles so flach wirkt, und wo denn die Leica-typische &#8222;3D-Darstellung&#8220; bleibt. Ein Tele-Objektiv verdichtet den Raum und sorgt daf\u00fcr, dass alles sehr plastisch wirkt; ein Weitwinkel hingegen l\u00e4sst auch kurze Distanzen pl\u00f6tzlich unendlich wirken. Dadurch kommt es pl\u00f6tzlich zu einer Verzerrung des Bildes, welche sich prim\u00e4r auf die Tiefen-Wahrnehmung auswirkt. Durch die kurze Brennweite entstehen aber auch baulich bedingte Abbildungsfehler des optischen Systems, welche zu einer lokalen Ver\u00e4nderung des Abbildungsma\u00dfstabes f\u00fchren. Die Ma\u00dfstabs\u00e4nderung beruht auf einer \u00c4nderung der Vergr\u00f6\u00dferung mit zunehmendem Abstand des Bildpunktes von der optischen Achse. Diese Verzeichnung ist rotationssymetrisch um das sog. Verzeichnungszentrum. Soweit zur Theorie. Was bewirkt dies aber? Diese Abbildungsfehler erzeugen wahrnehmbare Verzerrungen im Bild. Parallele Linien laufen dadurch nicht mehr parallel, senkrechte Linien laufen nicht mehr senkrecht oder horizontale nicht mehr horizontal. Die nachfolgende Abbildung verdeutlicht den Effekt eindrucksvoll.<\/p>\n<div id=\"attachment_2256\" style=\"width: 810px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/?attachment_id=2256\" rel=\"attachment wp-att-2256\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2256\" class=\"wp-image-2256\" src=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Verzeichnung3.png\" alt=\"Bei Objektiven mit Verzeichnung wird ein Rechteck nicht ma\u00dfstabsgetreu abgebildet. Quelle: Wikipedia.\" width=\"800\" height=\"343\" srcset=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Verzeichnung3.png 1024w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Verzeichnung3-300x129.png 300w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Verzeichnung3-624x268.png 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 800px) 100vw, 800px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2256\" class=\"wp-caption-text\">Bei Objektiven mit Verzeichnung wird ein Rechteck nicht ma\u00dfstabsgetreu abgebildet. Quelle: Wikipedia.<\/p><\/div>\n<p>Warum sind nun nicht alle Objektive von dieser Verzeichnung betroffen? Sind sie leider doch! Je kleiner die Brennweite, desto deutlicher der Verzeichnungseffekt. Beim Fischaugenobjektiv ist dieser Effekt sogar gew\u00fcnscht.<\/p>\n<p>Die gute Nachricht ist nun, dass man die Verzeichnung relativ gut rechnerisch beseitigen kann. Kennt man das geometrische Modell des Objektives, so kann man die Verzeichnung leicht beseitigen. Das unten stehende Bild zeigt die Verzeichnung eines 20-mm-Objektivs bei einer Fokussierung auf eine Entfernung von einem Meter. Die Zahlen an den Isolinien geben den Betrag der Korrektur in Mikrometern an. Die L\u00e4nge der Pfeile entspricht der f\u00fcnfzehnfachen L\u00e4nge der Korrektur. Die Koordinaten <em>u<\/em> und <em>v<\/em> sind die Bildkoordinaten bezogen auf die Bildmitte (Quelle: Wikipedia). Es zeigt sich also deutlich, dass die Verzerrung zum Rand hin deutlich ansteigt und Extremwerte in den Ecken erreicht.<\/p>\n<div id=\"attachment_2257\" style=\"width: 610px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/?attachment_id=2257\" rel=\"attachment wp-att-2257\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2257\" class=\"wp-image-2257\" src=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Verzeichnung_Kamera.png\" alt=\"Verzeichnung eines 20-mm-Objektivs. Quelle: Wikipedia.\" width=\"600\" height=\"600\" srcset=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Verzeichnung_Kamera.png 1280w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Verzeichnung_Kamera-150x150.png 150w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Verzeichnung_Kamera-300x300.png 300w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Verzeichnung_Kamera-1024x1024.png 1024w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Verzeichnung_Kamera-624x624.png 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 600px) 100vw, 600px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2257\" class=\"wp-caption-text\">Verzeichnung eines 20-mm-Objektivs. Quelle: Wikipedia.<\/p><\/div>\n<p>Heute arbeiten Hersteller meist mit einer kamera-internen Reduktion der Verzeichnung. Dazu wird das Objektiv entsprechend codiert (gekennzeichnet) und damit von der Kamera automatisch identifiziert. Die hinterlegten Korrekturwerte k\u00f6nnen dann bereits beim Schreiben des Bildes angebracht werden. Bei vielen Herstellern erfolgt diese Korrektur \u00fcbrigens auch bei RAW-Bilder (man sollte also den Begriff &#8222;Raw&#8220; nicht unbedingt als Indiz daf\u00fcr nehmen, dass es tats\u00e4chlich v\u00f6llig unbearbeitete Bilder sind). Leica scheint hier \u00fcbrigens eine andere Linie als die gro\u00dfen Hersteller aus Asien zu fahren. Speziell Canon, Nikon und besonders Sony korrigieren in der Kamera unglaublich viele Dinge &#8211; der Fotograf bekommt also ein deutlich ver\u00e4ndertes\/bearbeitetes RAW-File geliefert. Man sollte sich bei einer Leica-M also bewusst sein, dass man mit der baulich bedingten Verzeichnung leben muss, oder in der Nachbearbeitung selber Hand an legen muss. Als Beispiel sei auf das Bild unten verwiesen.<\/p>\n<div id=\"attachment_2253\" style=\"width: 1210px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/?attachment_id=2253\" rel=\"attachment wp-att-2253\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2253\" class=\"size-full wp-image-2253\" src=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/L1006577.jpg\" alt=\"Verzeichnung bei einem 21 mm Objektiv ist nicht ungw\u00f6hnlich, besonders nicht wenn Objekte im oberen oder unteren Bereich positioniert werden.\" width=\"1200\" height=\"802\" srcset=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/L1006577.jpg 1200w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/L1006577-300x201.jpg 300w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/L1006577-1024x684.jpg 1024w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/L1006577-624x417.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2253\" class=\"wp-caption-text\">Verzeichnung bei einem 21 mm Objektiv ist nicht ungew\u00f6hnlich. Besonders auff\u00e4llig, wenn vertikal verlaufende Objekte im oberen oder unteren Bereich positioniert werden (z. B. Stelzen des Pier).<\/p><\/div>\n<p>Man erkennt deutlich, dass man sehr vorsichtig damit umgehen sollte, vertikal oder horizontal verlaufende Objekte in den oberen oder unteren Bereich des Bildes zu setzen, besonders in die entsprechenden Ecken. Das Pier im Bild wird deutlich verzerrt, die senkrechten Stelzen kippen f\u00f6rmlich nach au\u00dfen. Viele Bildbearbeitungsprogramme korrigieren diese Effekte bereits beim Importieren der Bilder, sodass auch hier der Fotograf bevormundet wird. Da ich mit Darktable arbeite, kann ich sehr individuell entscheiden, ob ich eine Korrektur anbringen will oder nicht (andere Software l\u00e4sst dies nat\u00fcrlich auch zu, versteckt die Option nur manchmal etwas zu gut). Ein guter Weg Objektive zu korrigieren\/kalibrieren ist beispielsweise die Generierung von Korrekturprofilen mit <a href=\"http:\/\/hugin.sourceforge.net\/tutorials\/calibration\/en.shtml\" target=\"_blank\">Hugin<\/a> und die entsprechende Nutzung der Profile in Darktable (ich werde diesen Prozess in den n\u00e4chsten Woche hier im Blog im Detail beschreiben).<\/p>\n<h1><span style=\"color: #999999;\">Vignettierung<\/span><\/h1>\n<p>Neben der Verzeichnung ist sicher die Vignettierung der auff\u00e4lligste Effekt, der mit abnehmender Brennweite immer st\u00e4rker wird. Auch die Vignettierung kann bei bekanntem geometrischen Modell des Objektives gut korrigiert werden und wird dementsprechend von vielen Herstellern bereits beim Speichern der Bilder automatisch korrigiert &#8211; so auch von Leica. Bereits in den Raw-Daten ist die Vignettierung weitgehend beseitigt. Das Leica Super-Elmar-M 21 mm vignettiert im \u00fcbrigen nur sehr minimal (dies kann man auch den entsprechenden <a href=\"http:\/\/de.leica-camera.com\/content\/download\/102630\/907166\/version\/2\/file\/Super+Elmar-M21+f3.4_Technical+Data_DE_2011_10.pdf\" target=\"_blank\">Messdiagrammen <\/a>entnehmen). Daher soll auf diesen Effekt hier nicht weiter eingegangen werden. Das Ausma\u00df der Vignette ist \u00fcbrigens stark von der Blende abh\u00e4ngig. Je gro\u00dfer die Blende (kleine Blendenzahl) desto geringer die Vignettierung (siehe Abbildung, Quelle: Markus Schopfer, Wikipedia).<\/p>\n<p><a href=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/?attachment_id=2273\" rel=\"attachment wp-att-2273\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" class=\"wp-image-2273 size-full\" src=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/Blende1.gif\" alt=\"Blende\" width=\"640\" height=\"450\" \/><\/a><\/p>\n<p>Die Vignettierung stellt heute bei den meisten Objektiven kein gro\u00dfes Problem dar. Zus\u00e4tzlich ist die Vignettierung zu einem stilistischen Mittel geworden und wird oft sehr bewusst eingesetzt.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #999999;\">Gegenlicht<br \/>\n<\/span><\/h1>\n<p>F\u00fcr jemanden der gerne direkt zur Sonne ausgerichtet fotografiert, ist das Verhalten des jeweiligen Objektives bei Gegenlicht extrem wichtig. Die Linsen- und Glasqualit\u00e4t spielt besonders bei Gegenlicht eine wichtige Rolle. Verf\u00e4rbungen, Schleier und Schlieren sind\u00a0 das gewohnte Bild bei billig gefertigten Objektiven. Wie nicht anders zu erwarten spielt das Leica Super-Elmar 21 mm hier in der absoluten Top-Liga. Leica verbaut die besten Glassorten in ihren Objektiven, und so ist es nicht verwunderlich, dass Gegenlicht eine ganz wunderbare Lichtstimmung erzeugt. So soll es sein! Beobachten kann man dies im unten stehenden Bild.Unterhalb der Sonne kann ein leichter roter Schleier beobachtet werden (verst\u00e4rkt wohl auch durch die Lichtbrechung\/-verf\u00e4rbung an der Wolke) &#8211; nicht weiter st\u00f6rend. Das Verhalten des Objektives insgesamt aber sensationell.<\/p>\n<div id=\"attachment_2252\" style=\"width: 1210px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/?attachment_id=2252\" rel=\"attachment wp-att-2252\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2252\" class=\"size-full wp-image-2252\" src=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/L1006558.jpg\" alt=\"extremes Gegenlicht macht dem Super-Elmar-M 21 mm nichts aus.\" width=\"1200\" height=\"802\" srcset=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/L1006558.jpg 1200w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/L1006558-300x201.jpg 300w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/L1006558-1024x684.jpg 1024w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2015\/03\/L1006558-624x417.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2252\" class=\"wp-caption-text\">extremes Gegenlicht macht dem Super-Elmar-M 21 mm nichts aus.<\/p><\/div>\n<h1><span style=\"color: #999999;\">Chromatische Aberration<\/span><\/h1>\n<p>Was sich bei dieser Gegenlichtaufnahme aber relativ gut beobachten l\u00e4sst ist das Auftreten von Chromatischer Aberration. Der Brechungsindex von Glas h\u00e4ngt von der Wellenl\u00e4nge des Lichtes ab. Dies wird Dispersion genannt und verursacht die sog. chromatische Aberration. Im Bild sichtbar wird dies durch Farbs\u00e4ume, also Verf\u00e4rbungen an Kanten und Sch\u00e4rfenebenen. Meist entstehen rote oder gr\u00fcne Farbs\u00e4ume vor oder hinter der eigentlichen Sch\u00e4rfenebene. Im oberen Bild sieht man diesen Effekt im Bereich der wei\u00df schimmernden Wasserfl\u00e4che (vordere Bildmitte). Chromatische Aberration ist ein Effekt von dem die Leica M st\u00e4rke betroffen ist als Spiegelreflexkameras, da das Auflagema\u00df (Abstand Sensor zu Befestigung des Objektiv) geringer ist und die Lichtstrahlen daher wesentlich flacher auf den Sensor treffen. Leica hat diesem Umstand bei der M (Typ 240) durch eigene Mikrolinsenelemente, welche \u00fcber dem eigentlichen Sensor sitzen, speziell geformt wurden und dadurch eine entsprechende Lichtbrechung unterst\u00fctzen, Rechnung getragen. Trotzdem hat besonders die verwendete Brennweite einen ganz erheblichen Einfluss auf diesen die Chromatische Aberration. Chromatische Aberration kann mit heutiger Bildverarbeitungssoftware aber relativ gut beseitigt werden. Ein Absenken des Rotkanals bzw. des Rotanteils im Bild reicht meist schon aus.<\/p>\n<h1><span style=\"color: #999999;\">Das Problem mit dem Sucher<\/span><\/h1>\n<p>Die Leica M und ihr optischer Sucher ist nun mal nur f\u00fcr Brennweiten bis zu 28 mm ausgelegt. Bei k\u00fcrzeren Brennweiten muss ein externer Sucher oder der Live View (LV) verwendet werden. Klappt auch alles wunderbar! Bei der Verwendung des LV ergab sich f\u00fcr mich aber ein eindeutiges Aha-Erlebnis. Die Leica M erlaubt n\u00e4mlich einen eigenen Belichtungsmodus f\u00fcr den LV zu konfigurieren, der bei aktiviertem LV genutzt wird. Arbeitet man beispielsweise immer mit der mittenbetonten Belichtungsmessung, w\u00e4hlt in der Konfiguration f\u00fcr den LV aber die Mehrfeldmessung, so kann man zwischen den zwei Modi durch aktivieren des LV blitzschnell umschalten. Gerade mit einem Weitwinkel macht oft eine Mehrfeldmessung mehr Sinn als eine mittenbetonte Messung. Ein l\u00e4stiges Umstellen des Belichtungsmodus entf\u00e4llt also, wenn man die L\u00f6sung mit dem LV nutzt. Genial und einfach!<\/p>\n<h1><span style=\"color: #999999;\">Und was bleibt am Ende?<br \/>\n<\/span><\/h1>\n<p>Am Ende bleibt die Erkenntnis, dass das Fotografieren mit einem Weitwinkel \u00dcbung braucht. Wie jede andere Brennweite, muss auch der Weitwinkel besonnen und gekonnt eingesetzt werden. Auf keinen Fall sollte es zu einer inflation\u00e4ren Nutzung dieser Brennweite kommen: weniger ist oft mehr. Ab und an ein Bild mit einem Weitwinkel lockert eine Pr\u00e4sentation auf und beeindrucken den Betrachter. Zu viele Weitwinkelbilder stumpfen den Betrachter aber schnell ab. Spannung l\u00e4sst sich durch eine bewusste Nutzung des Vordergrundes erzeugen; auch hier empfiehlt sich aber ein vorsichtiges Herantasten und eine sehr gezielte Nutzung dieser Strategie.<\/p>\n<p>Das Leica Super-Elmar-M 1:3,4\/21 mm ASPH. ist aber definitiv eine Bereicherung und ein durchgehend beeindruckendes Objektiv. Nur sehr wenige Lichtsituationen bringen es ein wenig aus dem Tritt (z. B. extremes Licht erzeugt leichte chromatische Aberration) &#8211; der Vergleich mit anderen Objektiven anderer Hersteller dieser Brennweite zeigt aber deutlich wie gut und ausgereift das optische Konzept und die entsprechende Konstruktion ist. Leica hat sich mit diesem Objektiv viel Zeit gelassen &#8211; das Ergebnis kann sich sehen lassen. Hut ab!<\/p>\n<p>Ich hoffe diese Zeilen haben euch Spa\u00df gemacht und ihr habt genau so viel gelernt wie ich dabei.<\/p>\n<p>LiK<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie bereits letzte Woche geschrieben, hatte ich am Bodensee ausgiebig Zeit mein neues Objektiv Leica Super-Elmar-M 1:3,4\/21 mm ASPH zu testen und es kennen zu lernen. Das Objektiv wird an meiner Leica M (Typ 240) betrieben (f\u00fcr jene Leser, welche diesen Blog nicht regelm\u00e4\u00dfig verfolgen). 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