{"id":2069,"date":"2014-12-21T15:49:13","date_gmt":"2014-12-21T14:49:13","guid":{"rendered":"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/?p=2069"},"modified":"2014-12-21T15:52:53","modified_gmt":"2014-12-21T14:52:53","slug":"farbtreue","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/?p=2069","title":{"rendered":"Farbtreue&#8230;"},"content":{"rendered":"<p>Die Geschichte der Monitorkalibrierung ist wohl genau so alt wie die digitale Fotografie. In vielen Zeitschriften und Blogbeitr\u00e4gen liest man, dass es geradezu eine eigene Wissenschaft sei, seinen Monitor vern\u00fcnftig und richtig zu kalibrieren. Und dabei ist doch alles ganz einfach und verst\u00e4ndlich. Also los geht\u2019s&#8230;<\/p>\n<p>Um seinen Bearbeitunsgprozess vern\u00fcnftig gestalten zu k\u00f6nnen, sollte man zumindest eine Bildbearbeitungssoftware, welche Farbprofile unterst\u00fctzt, installiert haben. Dazu z\u00e4hlen z. B. Lightroom oder Darktable. Ich arbeite mit Darktable \u2013 daher werden meine Ausf\u00fchrungen auf diese Software eingehen, k\u00f6nnen aber durchwegs auch als &#8222;softwareunabh\u00e4ngig&#8220; interpretiert werden.<\/p>\n<p>Wichtig zu erw\u00e4hnen ist nat\u00fcrlich auch, dass wir den Monitor zwar kalibrieren k\u00f6nnen, dies aber relativ bedeutungslos bleibt, solange wir nicht auch den Ausgabeprozess kalibrieren. Und genau an diesem Punkt habe ich meist abgewunken, da ich meine Bilder nicht selber ausdrucke, sondern von einem Fotolabor ausarbeiten lasse. Viele Fotolabore bieten aber eigene Farbprofile an, welche gratis heruntergeladen werden k\u00f6nnen und in der eigenen Bildbearbeitungssoftware Verwendung finden. Im \u00dcbrigen sollte man besser von einer &#8222;Profilierung&#8220; und nicht von einer &#8222;Kalibrierung&#8220; sprechen, da der Prozess keinen Bezug zu einer absoluten Referenzgr\u00f6\u00dfe darstellt. Aber egal&#8230;<\/p>\n<p>Ich gehe im Folgenden also davon aus, dass kein eigener Drucker f\u00fcr den Print verwendet wird, sondern ein entsprechendes Profil eines Printservices installiert ist. Diese Profile werden als sog. ICC-Profile bezeichnet \u2013 eine gute Beschreibung von ICC-Profilen findet sich <a href=\"http:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/ICC-Profil\" target=\"_blank\">hier<\/a>. Zu finden sind diese z. B. bei SaalDigital unter: <a href=\"http:\/\/www.saal-digital.de\/fotoabzuege\/profi-informationen\/icc-profil-testprint\/\" target=\"_blank\">http:\/\/www.saal-digital.de\/fotoabzuege\/profi-informationen\/icc-profil-testprint\/<\/a>, oder Cyberlab unter: <a href=\"http:\/\/www.cyberlab.at\/infopool\/icc_profile\/index.php\" target=\"_blank\">http:\/\/www.cyberlab.at\/infopool\/icc_profile\/index.php<\/a><\/p>\n<p>Ebenfalls zur Verf\u00fcgung stehen sollte ein entsprechendes Kalibrierger\u00e4t, ein sog. Colorimeter. Mit diesem kann die aktuelle Farbeinstellung des Monitors erfasst werden und die notwendigen Korrekturwerte in einer Tabelle abgelegt werden. Diese Tabelle kann dann vom Betriebssystem, der entsprechenden Bildbearbeitungssoftware oder vom Monitor selber verwendet werden. Ich verwende als Colorimeter den <a href=\"http:\/\/www.xrite.com\/i1display-pro\" target=\"_blank\">X-Rite i1Display Pro<\/a>.<\/p>\n<div id=\"attachment_2074\" style=\"width: 1210px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/?attachment_id=2074\" rel=\"attachment wp-att-2074\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2074\" class=\"size-full wp-image-2074\" src=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/L1006041.jpg\" alt=\"Colorimeter im Einsatz.\" width=\"1200\" height=\"802\" srcset=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/L1006041.jpg 1200w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/L1006041-300x201.jpg 300w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/L1006041-1024x684.jpg 1024w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/L1006041-624x417.jpg 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 1200px) 100vw, 1200px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2074\" class=\"wp-caption-text\">Colorimeter im Einsatz.<\/p><\/div>\n<p>Die Kalibration mit Hilfe eines Colorimeters ist denkbar einfach. Das Colorimeter wird auf den Monitor aufgesetzt und misst Farbwerte, die von einer entsprechenden Software eingeblendet werden. Am Ende wird f\u00fcr diese ausgew\u00e4hlten Werte eine Differenz zwischen einem fiktiven Soll-Wert und dem tats\u00e4chlichen Ist-Wert berechnet. Die berechnete Kalibrierfunktion oder Kalibriertabelle beinhaltet dann die entsprechenden Korrekturwerte.<\/p>\n<p>Wie oben angedeutet bestehen nun mehrere M\u00f6glichkeiten, die durchgef\u00fchrte Kalibrierung bzw. Profilierung anzuwenden. Die einfachste und f\u00fcr jeden verf\u00fcgbare Methode ist sicher die Integration in das jeweilige Betriebssystem. Da ich unter Linux arbeite, kann ich nur dar\u00fcber berichten. Sowohl Gnome als auch KDE bieten inzwischen die M\u00f6glichkeit, generierte Farbprofile zu nutzen. Der Vorteil dieser Methode ist, dass unabh\u00e4ngig vom verwendeten Programm das Farbprofil zur Anwendung kommt \u2013 dies stellt gleichzeitig aber auch den Nachteil dar. Nicht immer will man in jedem Programm das Farbprofil tats\u00e4chlich zur Anwendung bringen. Besser ist nat\u00fcrlich die Nutzung des Profils im jeweiligen Bearbeitungsprogramm. Sowohl Lightroom als auch Darktable bieten diese M\u00f6glichkeit an. Die letzte Methode ist die Nutzung des Profils direkt durch den Monitor \u2013 diesen Ansatz habe ich realisiert. Mein Eizo-Monitor bietet die M\u00f6glichkeit, das generierte Farbprofil nach Erstellung zu \u00fcbernehmen und zu integrieren. Dies hat nun den Charme, dass man betriebssystemunabh\u00e4ngig ist und sich der Monitor direkt um das Profil k\u00fcmmert. Nachteil ist wieder, dass man dieses Profil f\u00fcr alle Programme inkl. Betriebssystem verwenden muss. Viele hochwertige Monitore k\u00f6nnen selbst\u00e4ndig eine regelm\u00e4\u00dfige Re-Kalibrierung machen (durch ein eingebautes kleines Colorimeter) und so \u00fcber lange Zeit eine Farbstabilit\u00e4t halten. F\u00fcr mich war dies der entscheidende Grund, auf diese Methode zu setzen &#8211; regelm\u00e4\u00dfige h\u00e4ndische Kalibrationsvorg\u00e4nge entfallen damit. Eine erstmalige Profilierung durch ein externes Colorimeter ist aber anzuraten (man erzeugt damit eine hochwertige Nullmessung, an der sich das\u00a0 eingebaute Colorimeter orientiert).<\/p>\n<div id=\"attachment_2071\" style=\"width: 292px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/?attachment_id=2071\" rel=\"attachment wp-att-2071\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2071\" class=\"size-full wp-image-2071\" src=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Export-Profil.png\" alt=\"Das Exportmodul von Darktable, in dem man auch das entsprechende Profil w\u00e4hlen kann.\" width=\"282\" height=\"436\" srcset=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Export-Profil.png 282w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Export-Profil-194x300.png 194w\" sizes=\"auto, (max-width: 282px) 100vw, 282px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2071\" class=\"wp-caption-text\">Das Exportmodul von Darktable, in dem man auch das entsprechende Profil w\u00e4hlen kann.<\/p><\/div>\n<p>Nun kann man also die Bearbeitung seiner Bilder durchf\u00fchren und hat am Bildschirm bzw. am jeweiligen Programm eine m\u00f6glichst &#8222;neutrale\/echte&#8220; Darstellung vorliegen. Trotzdem muss nun bei der Entwicklung der Bilder (also bei der Generierung von jpg&#8217;s aus raw&#8217;s) das Farbprofil des jeweiligen Printservice verwendet werden. Unter Darktable kann dieses Profil im Exportmodul angegeben werden (siehe Screenshot oben) und mit der sogenannten Gamut-\u00dcberpr\u00fcfung (die zugeh\u00f6rige Tastenkombination findet sich in den Einstellungen; in Darktable ist es die Taste \u201eg\u201c) vorab getestet werden. So bekommt man einen Eindruck, was im Printverfahren noch m\u00f6glich ist und was au\u00dferhalb des darstellbaren RGB-Farbraums bzw. der Hell-Dunkel-Bereiche liegt.<\/p>\n<div id=\"attachment_2072\" style=\"width: 832px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><a href=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/?attachment_id=2072\" rel=\"attachment wp-att-2072\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" aria-describedby=\"caption-attachment-2072\" class=\"size-full wp-image-2072\" src=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Gamut.png\" alt=\"Gamut-\u00dcberpr\u00fcfung durch dr\u00fccken der Taste &quot;g&quot;. Bereich die im Druckvorgang kritisch sein werden, sind farblich gekennzeichnet.\" width=\"822\" height=\"546\" srcset=\"http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Gamut.png 822w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Gamut-300x199.png 300w, http:\/\/www.lichtknoten.com\/webblog\/wp-content\/uploads\/2014\/12\/Gamut-624x414.png 624w\" sizes=\"auto, (max-width: 822px) 100vw, 822px\" \/><\/a><p id=\"caption-attachment-2072\" class=\"wp-caption-text\">Gamut-\u00dcberpr\u00fcfung durch Dr\u00fccken der Taste &#8222;g&#8220;. Bereiche, die im Druckvorgang kritisch sein werden, sind farblich gekennzeichnet.<\/p><\/div>\n<p>Die Kombination aus Monitorkalibrierung bzw. -profilierung, der Verwendung des Druckprofils des Printservices und die Nutzung des Gamut-Tests liefern zuverl\u00e4ssige Ergebnisse ohne b\u00f6se \u00dcberraschungen.<\/p>\n<p class=\"size-full wp-image-2071\">Ich hoffe, damit einen kurzen und verst\u00e4ndlichen Einblick in die Thematik \u201eMonitorkalibrierung\u201c gegeben zu haben&#8230; viel wichtiger ist es aber, tats\u00e4chlich zu fotografieren. Also geht raus und macht Fotos!<\/p>\n<p>LiK<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Geschichte der Monitorkalibrierung ist wohl genau so alt wie die digitale Fotografie. In vielen Zeitschriften und Blogbeitr\u00e4gen liest man, dass es geradezu eine eigene Wissenschaft sei, seinen Monitor vern\u00fcnftig und richtig zu kalibrieren. Und dabei ist doch alles ganz einfach und verst\u00e4ndlich. 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